Jede Frau hat ein Recht auf Selbstbestimmung

Wenn der geliebte Mann zum Täter wird, verharmlosen Frauen oftmals die Gewalttat. „Das war nur ein einmaliger Vorfall.“ Das Schamgefühl ist groß. Ihre Selbstachtung geht verloren. Viele schweigen aus Angst.

Bis heute hat sich schon viel verändert. Die Frauenbewegung Ende der 80er Jahre brachte die Thematik an die Öffentlichkeit. Schläge in der Ehe waren kein Tabu mehr. Gewalt gegen Frauen geschah nicht mehr unter Ausschluss der Öffentlichkeit, wurde nicht mehr konsequent unter der Decke gehalten. Trotz all dieser Fortschritte, gibt es noch einiges zu tun. Kann die Gesellschaft, können wir dazu beitragen, die Opfer aus der Gewaltspirale zu befreien? Ja das können wir. Denn viele Menschen schauen immer noch weg: Geht mich nichts an, nicht mein Problem. Wacht auf: Gewalt geht uns alle an. Es ist wichtig, dass wir nicht wegsehen, wenn ein schutzloser Mensch im nächsten Umfeld Hilfe braucht. Das Stichwort ist Zivilcourage. Mit unserem Bürgermut können wir dazu beitragen, dass Gewaltopfer sich nicht alleine fühlen, sondern Bestärkung finden und ihnen klar wird, dass niemand ein Recht auf sie und ihren Körper hat.

Es kann nicht sein, dass in einer hochmodernen Gesellschaft, wie in Deutschland, noch patriarchale Strukturen existieren, die die weiblichen Eigenschaften den männlichen in der Anerkennung zurückstellen und eine Geschlechterhierarchie zulassen. Schlimmer noch: die Frau mit Gewalt und Tyrannentum unterdrücken. Es gehört zur Aufgabe von Gesellschaft und Politik, jedem Individuum zu vermitteln, dass es das Recht auf Selbstbestimmung hat. Dieses Recht gilt es zu schützen.