Jazzer lieben Literatur

Was wir bereits wissen
Großartig: Der junge Trompeter Frederik Köster war mit seiner Band „Die Verwandlung“ in der „Säule“ zu Gast. Eine Anspielung auf Franz Kafka.

Duisburg.. Till Brönner wird wohl doch nicht der letzte Trompeter in der Ahnenliste der deutschen Jazzmusiker bleiben. Neben Julius Wasserfuhr gehört nun auch Frederik Köster zu den hoch geschätzten jungen Könnern auf diesem schwierigen Instrument. In Eckart Presslers Säulen-Jazz-Reihe war trotz großer Akzente-Konkurrenz vor vollem Haus der allerorts gefeierte Musiker mit seiner Band „Die Verwandlung“ zu erleben.

So lautet dann auch der Titel seiner neuen CD, bei der er sich von Franz Kafka inspirieren ließ und die ihn mit literarischen Verweisen auf unter anderem Haruki Murakami als Freund großer Romanciers offenbart. Zur Band gehörte mit dem Echo-Jazz-Preisträger und Pianisten Sebastian Sternal, dem Bassisten Joscha Oetz und dem Schlagzeuger Jonas Burgwinkel immerhin die erste Garnitur einer jungen und vitalen deutschen Jazz-Szene.

Raffiniertes Rhythmus-Geflecht

Unterlegt von einem raffinierten Rhythmus-Geflecht aus Bass und Schlagzeug stellten sich Köster und der glänzende Pianist Sternal solistisch und stilistisch als Vertreter eines neuen und frischen Modern-Jazz vor. Dabei blieb das blendend eingespielte Quartett, das die Perfektion seiner Musik immer in den Dienst eines Themas oder eines nachvollziehbaren Arrangements stellte, weit entfernt von Fusion-Jazz-Klischees oder nervenden Freejazz-Improvisationen. So auch in „Ocean Park“, in dem sich Frederik Köster von Frank Zappa inspirieren ließ.

Stets blieb die musikalische Interaktion innerhalb der Band wichtig. Hervorragend und von seltener Qualität war hier das Zusammenspiel von Joscha Oetz am Bass und vom grandiosen Schlagzeuger Jonas Burgwinkel, die mit federnden und intensiven Grooves den melancholischen Geist der Trompete kontrastierten. Viel Beifall für einen großen Club-Jazz-Abend.