Japaner wollen in Hochemmerich wachsen

Foto: FUNKE Foto Services

Wo über Jahrzehnte Polstermöbel produziert wurden, wird jetzt japanische Hochtechnologie auf den deutschen markt gebracht: Das mittelständische Unternehmen Futec präsentierte im früheren Elastoform-Gebäude in Hochemmerich gestern seine neuen Büros. Eine Erweiterung für Forschung, Entwicklung und Fertigung ist geplant.

Im Fokus des Unternehmens steht die Qualitätsüberprüfung von Druckerzeugnissen und Verpackungen. Das von Futec entwickelte System besteht aus einer Hochgeschwindigkeits-Kamera oder mehreren, Rechner-Hardware und einer speziellen Beleuchtung. Bedruckte Papierbahnen, Kunststoff- oder Metallfolien, die in hoher Geschwindigkeit aus den Druckstraßen kommen, können damit online überwacht, Fehler analysiert und fehlerhafte Produkte aussortiert werden.

Eine Hand voll Mitarbeiter arbeiten derzeit an der Hochstraße, Platz ist genug in den Elastoform-Gebäuden für Wachstum. Und das soll zügig erfolgen, kündigte gestern Futec Europe-Geschäftsführer Takashi Yoshida an. Bis Ende des Jahres will man in Hochemmerich auch die Endmontage der aus Japan gelieferten Geräte übernehmen. Ziel,ist es darüber hinaus, für die europäischen Kunden eine spezifische Technik für ihre Bedürfnisse zu entwickeln.

Eigentlich hatten die Japaner zunächst mit Frankfurt als Sitz ihrer künftigen Europa-Zentrale geliebäugelt, auch Hannover und Düsseldorf waren in der Auswahl. Für Duisburg sprach letztlich die gute Erreichbarkeit, unter anderem durch die Nähe zum Flughafen.

Man habe Futec über die reine Immobilien-Vermittlung hinaus begleiten können, berichtete Angel Alava-Pons von der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung. Hilfe bei der Wohnungssuche und bei der Rekrutierung von Mitarbeitern habe man geleistet, auch einen gemeinsamen Besuch bei der Volkshochschule organisiert, weil die Futec-Verantwortlichen an Deutsch-Kursen für ihre Mitarbeiter interessiert sind.

Futec (die Abkürzung steht für Future & Technology, also Zukunft und Technologie) wurde 1955 in Japan gegründet. Seit 1977 werden Inspektionssysteme für bedruckte Bahnen wie Papier oder Folien entwickelt. Auch Stahlbleche oder Vliesstoffe können mit dieser Technik auf Fehler überprüft werden. Das Unternehmen hat zur Zeit mehr als 300 Mitarbeiter. Elf Niederlassungen gibt es, unter anderem in China, Taiwan, Malaysia, den USA, Großbritannien und Italien.

Fachkräfte rekrutiert Futec vor allem in und um Duisburg: „Das gilt von der Sekretärin bis zum Sales Manager“, sagt Yoshida.