Jahrestag der Katastrophe - Trauma trifft Leid und Verlust
18.07.2011 | 20:07 Uhr 2011-07-18T20:07:00+0200
Duisburg. Für die Hinterbliebenen und Angehörigen ist der Gedenktag ein ganz besonderer und wichtiger Tag. Die Familien reisen zum Teil aus Australien, Spanien oder China an, werden von Seelsorgern und Dolmetschern am Flughafen empfangen.
Am Sonntag wird Duisburg trauern. Am Vormittag wird in allen Gottesdiensten den Opfern der Loveparade-Katastrophe gedacht, am Nachmittag erfolgt die zentrale Gedenkfeier im Stadion. „Die Menschen in Duisburg sind traumatisiert. In den Herzen und Köpfen der Menschen in Duisburg ist die Loveparade noch ganz gegenwärtig“, sagt Bernhard Lücking, Stadtdechant der Katholischen Kirche.
„In den Gesprächen merke ich, dass schon ein Stichwort ausreicht, um sofort wieder auf das Thema zu sprechen zu kommen. Ich spüre dann, dass vieles noch nicht verarbeitet ist“. Daher sei es wichtig, dieses Gedenken auch in Zukunft zu erhalten, wenn auch nicht auf einer solchen breiten Ebene wie jetzt am ersten Jahrestag . „Aber es ist wichtig, auch künftig zu zeigen, dass wir zusammen stehen und hier in einem Boot sitzen“, sagt Lücking.
Seelsorger und Dolmetscher für internationale Gäste
Für die Hinterbliebenen und Angehörigen sei der Gedenktag „ein ganz besonderer und wichtiger Tag“, sagte Jutta Unruh vom Landespfarramt für Notfallseelsorge der NRZ. Sie koordiniert die Betreuung von rund 130 Personen aus dem Kreis der Hinterbliebenen, die über das gesamte Wochenende in der Stadt sind. „Bei den bisherigen Treffen war der Kreis kleiner. Wir spüren deutlich, dass die Familien zu diesem Jahrestag ganz eng zusammenrücken“, sagt Unruh.
Die Familien reisen zum Teil aus Australien, Spanien oder China an. Sie werden von Seelsorgern und Dolmetschern am Flughafen empfangen, damit sie „behutsam diesen Boden betreten können, was für sie einen sehr schwierigen Schritt darstellt“. Die Notfallseelsorge organisiert neben dem gemeinsamen Besuch der Gedenkfeier und des Unglücksorts auch eine Besichtigung des Mahnmals. „Wir machen nur Angebote. Die Leidtragenden sind schließlich Experten ihres Leidens. Danach richten wir uns“, sagt die Seelsorgerin.
„Remind the love“
Daneben wird sich ein weiteres Team um rund 50 Personen kümmern, die bei der Loveparade verletzt wurden. Während die Notfallseelsorge im Kontakt zu 20 von 21 Opfer-Familien steht, erreicht sie von den mehr als 500 Verletzten nur rund 100. „Unter der großen Zahl der Verletzten sind viele junge Leute, die sich nicht so einfach in Therapie-Angebote oder Selbsthilfegruppen begeben“, so Unruh.
Aus dem Kreis der Betroffenen entstand auch die Aktion „Remind the love“, bei der Kneipen und Discos am Freitag zu Gedenk-Partys laden. Auch einige der Verletzten wollen die Partys besuchen. „Sie wollen damit zeigen, dass sie sich ihr Leben durch dieses schreckliche Ereignis nicht zerstören lassen, sondern auch in der Lage sein wollen, künftig an den fröhlichen Seiten des Lebens teilhaben zu wollen“, erklärt die Seelsorgerin.

09:08
Es ist aber gerade die unmenschliche Unfähigkeit der Politik des OB, der die Menschen nicht zur Ruhe kommen läßt, um ihr furchtbares Erleben und die Folgen zu bewältigen.
Trauer benötigt Ruhe und Mitfühlen. Das wünsche ich den Duisburgern.
18:49
@12. Dieser Vorschlag läßt außer Acht, daß mit der LP Politik gemacht wird. Deshalb ist ein Ende nicht absehbar.
08:08
Natürlich ist so ein Umglück schlimm und für die Hinterbliebenen traumatisch. Aber man sollte die Kirche schon im Dorf lassen. Wenn man sich den Bericht durchgelesen hat, konnte man lesen, dass die Betroffenen selbst wieder am (fröhlichen) Leben teilnehmen wollen. Es gab immer wieder Unglücke (Heysel Stadion, Roskilde Festival). Trotzdem findet immer noch Fußball statt und auch Roskilde gibt es jedes Jahr wieder. Ich war selbst letztes Jahr auf der LoPa. Trotzdem finde ich, dass es langsam genug sein sollte mit der Berichterstattung. Ich denke, die Angehörigen haben ihre eigene Methode, mit ihrer Trauer und ihrem Verlust umzugehen. Aber warum soll ich persönlich mich da mit reinziehen lassen? So hart es klingt: aber ich kenne keines der Opfer. Deswegen hoffe ich, dass nach dem Jahrestag und der Gedenkfeier, sollte es dann noch Berichte geben, diese im Lokalteil zu finden sind und nicht direkt auf der Hauptseite. Irgendwann sollte auch mal gut sein.
08:03
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07:12
Schön das die Loveparade genau neben SOMMERLOCH steht......so langsam reicht es...und vorallem jeden Tag der selbe Mist...das ist journalistische Höchstleistung...
23:53
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23:22
@6 Geht mir ähnlich.Und damit sich daran nichts ändert, sollte DerWesten eine feste Rubrik Loveparade einrichten, so wie Politik oder Sport.
22:58
@2 3
Lesen Sie doch einfach auf Spiegel.de.
Dort finden Sie
Lena im Tunnel
22:38
Ich fiebere jeden Tag einem Artikel über die Loveparade-Katastrophe uind deren Folgen nach.
Ich muss dem Westen danken, dass er jeden Tag so viele Artikel über das Thema schreibt, dass ich mit dem Lesen schon gar nicht mehr nachkomme.
Danke! Danke! Danke!
21:37
@2 @3 Wer zwingt sie, die Artikel zu lesen? Oder sind sie vom statistischen Bundesamt, dass sie die Artikel nur zählen? Ansonsten respektieren sie bitte die Duisburger, die wahrlich diese Katastrophe noch nicht aufgearbeitet haben und enthalten sich ihrer Kommentare.