Jagdsaison
19.08.2008 | 20:35 Uhr 2008-08-19T20:35:21+0200Sondergenehmigung der oberen Jagdbehörde erlaubt, Kanadagänse trotz Schonzeit zu jagen.Bislang wurden etwa 15 Tiere erlegt. Wegen des schlechten Wetters stellt Stadt Gänsejagd vorerst ein
Der kühle Sommer dieses Jahr hat auch sein Gutes: Das schlechte Wetter entschärft den Konflikt zwischen erholungssuchenden Duisburgern und den Kanadagänsen, meint zumindest die Stadt. Zwar dürfen im August und September mit einer Sondergenehmigung der oberen Jagdbehörde Altgänse geschossen werden, aber "im Moment wird wegen der Witterungsverhältnisse trotz Erlaubnis nicht gejagt", sagte Anja Huntgeburth, Pressesprecherin der Stadt Duisburg, gestern der WAZ. Mit der Einholung einer eingeschränkten Jagderlaubnis - sie gilt in den betroffenen Gebieten Toeppersee, Sechs-Seen-Platte und Regattabahn - reagierte die Stadt auf die hochgekochte Stimmung der letzten Wochen. In Internetforen forderten verärgerte Duisburger zuletzt: "Knallt einfach die Hälfte der Viecher ab". Das ist allerdings nicht das Ziel. Geschätzte 2000 Kanadagänse leben in Duisburg, 15 sind bislang geschossen worden. "Das reicht nicht aus, um den Bestand zu dezimieren", so Huntgeburth. Die Jagd diene vielmehr dazu, den Gänsen ihre geringe Scheu auszutreiben.
"Wenn Tiere gar keine Feinde haben, werden sie zutraulich", erklärt Revierförster Axel Freude. "Die Kanadagänse leben sozial, das spricht sich herum, wenn ein Tier geschossen wird", glaubt er. Zurzeit bessere sich die Situation schon aus natürlichen Gründen, denn die Gössel können jetzt fliegen und ihren Radius erweitern. "Jung- und Elterntiere sind nur so lange an ein Gewässer gebunden, bis der Nachwuchs flügge wird." Trotzdem: "Die Tiere werden hier bleiben", meint Freude. In Duisburg haben sie schließlich einen attraktiven Lebensraum. Die Stadt besteht zu zehn Prozent aus hochwertigen Gewässern. Die nutzen auch viele Vereine, wie die Freien Schwimmer an der Regattabahn. Dort ist der Gänsekot noch immer ein Problem. "Es ist ein Riesenaufwand, den Dreck wegzumachen" sagte Marion Schnepf von den Freien Schwimmern gestern. Ihr sei bislang nicht aufgefallen, dass weniger Gänse auf dem Gelände sind. Noch immer verscheuche der Platzwart mehrmals am Tag die Vögel. Allerdings durch lautes Rufen, nicht mit der Flinte.
Von Seiten der Stadt heißt es, Alternativen zur Jagd werde man, wenn überhaupt, nächstes Jahr zur Brutzeit beschließen. Erstmal setzt man auf ein friedliches Miteinander zwischen Mensch und Gans. Die bereits erlegten Tiere landen im Kochtopf. Sie werden zum Verzehr verkauft.

09:44
Hallo
Bei der Recherche zu den Gänsen habt ihr gewaltig geschlampt. Das Foto zeigt keine Kanadagänse sondern Nilgänse. Also künftig besser googeln.
Gruß
Inge
18:17
Wenn bestehende Gesetze nicht in den Kram passen, werden sie einfach außer Kraft gesetzt.
Man muß nur die richtige Loby haben.
15:34
Jagd ist generell kein Mittel, um ökologische Probleme zu lösen - vielmehr dienen die Verleudmungskampagnen gegen Fuche, Krähe und Co der Jägerschaft nur dazu, Stimmung gegen diese Beutekonkurrenten zu machen.
Jäger greifen permanent störend in den Naturhaushalt ein und verhindern so die Einstellung eines natürlichen Gleichgewichts. Die Jagd ist sogar eine der maßgeblichen Ursachen für die Gefährdung zahlreicher Tierarten. Dem Interesse am Jagen werden Natur-, Arten- und Tierschutzbelange zumeist bedingungslos untergeordnet. Jagdbefürworter zeigen sich völlig unbeeindruckt von einem gewandelten Bewußtsein, welches Tiere als leidensfähige Lebewesen mit eigenem Lebensrecht anerkennt, und den ökologischen Erkenntnissen der Wildtier- und Ökosystemforschung.
15:04
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15:03
und nach den Kanadagänsen sind dann sicherlich die Kormorane, Rabenvögel, Falschparker und Waffenbesitzer dran. Wenn man sonst keine Hobbies hat ...
11:23
Nichts gegen den Gänse-Artikel, nur das Foto sollte auch dazu passen. Die abgebildeten Nilgänse sind nicht die Störenfriede. Ihr Aussehen unterscheidet sie erheblich von den Kanadagänsen. Bitte um Korrektur!
10:31
Hier werden von dr Stadt Dusiburg in Gestalt des Grünen Stadtdirektors Greulich Gesetze gebrochen.
Andernorts hat man erst mal Untersuchungen durchgeführt, was sinnvoll ist und ob der kot der Gänse überhaupt eine Gefahr für den Menschen ist.. In Duisburg werden von Verwaltung und Politkern der Grünen und CDU populistisch der Gänsmord forciert.
Ich hätte nie gedacht, dass man sich Sorgen um unsere Umwelt machen muss, weil die Grünen in der poliitschen Verantwortung sind.
Hier in Duisburg hab nicht nur ich diese Sorge!
09:53
Endlich kann ich wieder rumballern !
08:57
@domplast
Diese Maßnahme ließe sich ja erst im nächsten Jahr durchführen. Fakt ist aber auch, daß für jede erlegte weibliche Gans ein Gelege weniger aufgefunden und präpariert werden wüsste.
Ich finde daß dort, wo es möglich ist die Gänse ohne Gefährdung anderer zu bejagen dies auch gemacht werden sollte.
08:39
Völlig richtig, Herr Rand.
Was halten Sie von der Absicht, Eier in Gelegen anzustechen, um die Brut zureduzieren ? Dies ist ein Vorschlag in der Verwaltungsvorlage.