„Initiativplan Duisburg" will positive Energien der Stadt beleben
22.07.2011 | 12:16 Uhr 2011-07-22T12:16:00+0200
Duisburg.DerWesten stellt Gruppen vor, in denen sich Bürger nach der Loveparade engagieren. Der „Initiativplan Duisburg“ ist ein Bündnis aus Großunternehmen, Mittelstand, IHK, Uni und organisierten Bürgern, dem auch Vertreter der Stadtspitze angehören.
Nach der Loveparade-Katastrophe haben sich in und um Duisburg Bürger zu Gruppen, Initiativen und Vereinen zusammengeschlossen. DerWesten stellt sie in ausführlichen Steckbriefen vor: nach Initiative Spendentrauermarsch , Neuanfang für Duisburg , Lothar Evers , Never forget , Massenpanik Selbsthilfe , Bürgerkreis Gedenken , „Wir leisten Hilfe “, Stiftung Notfallseelsorge und den beiden Initiativen Duisburg21 nun den Arbeitskreis „Initiativplan Duisburg“. Diesem gehören laut einer Pressemitteilung auf der Website der Franz Haniel & Cie. GmbH im Juni 2011 auch OB Adolf Sauerland sowie die Dezernenten Wolfgang Rabe und Karl Janssen an.
Den Initiativplan nennen einige der Beteiligten auch „Initiativkreis “. Das Motto des Arbeitskreises lautet jedenfalls: „Duisburg hat Zukunft! Wir für Duisburg“. Im September 2010 verkündete das Bündnis seine Gründung .
Wer?
Haniel, ThyssenKrupp, Multi Development, Stadtwerke, IHK, Stadtsportbund, Bürgerstiftung und pro Duisburg: Der Arbeitskreis „Initiativplan Duisburg“ ist eine Kooperation von Großunternehmen, der Universität Duisburg-Essen, der IHK und weiterer bürgerschaftlichen Einrichtungen, dem auch namhafte Persönlichkeiten wie Walter Hellmich angehören. Anfang Juni 2011 suchte das Netzwerk erstmals nach dem Aufruf im September 2010 wieder die Öffentlichkeit, stellte seine Ziele bei einer Pressekonferenz vor. Sprecher der Initiative sind Jutta Stolle (Haniel) und Hartmut Müller-Peddinghaus, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Duisburger Bürgerstiftung.
Im Internet gibt es zwei Mitglieder-Listen. Die Bürgerstiftung Duisburg präsentiert auf ihrer Website eine undatierte Liste, die Franz Haniel & Cie. GmbH veröffentlicht online eine zweite vom 8. Juni 2011. Die Listen sind allerdings nicht identisch, die Liste auf der Haniel-Seite führt beispielsweise Oberbürgermeister Adolf Sauerland als Mitglied auf, die andere nicht.
Zu den Erstunterzeichnern im September 2010 gehörten jedenfalls IHK-Chef Dr. Stefan Dietzfelbinger, die Industrielle Gabriela Grillo, Arge-Chef Norbert Maul, Dr. Wolfgang May (Rotes Kreuz), Planungsdezernent Jürgen Dressler, Sparkassen-Chef Hans-Werner Tomalak, Doris Freer (Frauenbeauftragte), Wirtschaftsprüfer Dr. Martin Fasselt, Manfred Bern (Bürgerstiftung).
Nach eigenen Aussagen versteht sich der „Initiativplan Duisburg“ nicht als geschlossener Club. Die Mitglieder sehen sich als Ansprechpartner für Duisburger. Allerdings gibt es keine Internetseite des Netzwerks. Kontaktinformationen finden sich auf der Seite der Bürgerstiftung Duisburg.
Aktivitäten
Eine Übersicht der Artikel über die Gruppen, die sich nach der Loveparade-Katastrophe privat und zivilgesellschaftlich engagieren:
Die Initiative Spendentrauermarsch hat ihr wichtigstes Ziel mit der Einweihung des Mahnmals erreicht.
Das Ziel der Initiative Neuanfang für Duisburg ist die Abwahl des amtierenden Oberbürgermeisters Adolf Sauerland.
Der Journalist Lothar Evers will mit seinem Blog DocuNews die Hintergründe der Loveparade-Katastrophe ans Licht bringen.
„Massenpanik Selbsthilfe e.V. “ ist der einzige Selbsthilfeverein, in dem sich Hinterbliebene, Verletzte und Traumatisierte unterstützen.
Der umstrittene Verein Never forget kämpft dafür, dass die Rampe und die Treppe am Unglücksort als Gedenkstätte erhalten bleiben.
Im Bürgerkreis Gedenken sind Vereine, Stiftungen, Kirche und die Stadt Duisburg vernetzt. Ihr Fernziel: eine Loveparade-Gedenkstätte für Duisburger und Besucher.
Ein Düsseldorfer Unternehmen hat den Verein Wir leisten Hilfe gegründet und einen Hilfsfonds eingerichtet.
Die Stiftung Notfallseelsorge der Evangelischen Kirche im Rheinland betreut Hinterbliebene und Verletzte Opfer der Loveparade.
Der Initiativplan Duisburg ist ein Bündnis aus Großunternehmen, Mittelstand, IHK, Uni und organisierten Bürgern, dem auch Vertreter der Stadtspitze angehören.
Die beiden Initiativen mit dem Namen Duisburg21 fordern einen politischen Neuanfang in Duisburg.
Die „L.O.V.E“-Stiftung konnte keinem Opfer finanziell helfen, dient nicht als Opfer-Netzwerk.
Der „Initiativplan Duisburg“ will laut einer Pressemitteilung „die positiven Energien in der Stadt wieder beleben“. Die Arbeitsgruppe wolle die Stadt bei der Gestaltung des Mercator-Jahres im Jahr 2012 unterstützen. „Die Veranstaltungen sollen ein sichtbares Zeichen für die Stadt- und Lebenskultur setzen“, schreibt Sprecherin Jutta Stolle. Das Netzwerk werde sowohl eigene Ideen beisteuern, als auch koordinierend tätig sein.
Als mögliche Aktionsfelder und Hebel zur Erneuerung bezeichnete Jürgen Kluge, der Vorstand des Ruhrorter Milliardenkonzerns, in einem WAZ-Interview Ende März 2011 die Bereiche Bildung, Kunst, Kultur und Nachhaltigkeit. Als Beispiel nannte Kluge Ruhrort, wo sich eine neue kreative Kunstszene entwickelt. Kluge: „Wir überlegen, wie wir das unterstützen können – und sei es nur mit günstigen Immobilien.“
In welchen konkreten Projekten und Aktivitäten sich diese Ziele niedergeschlagen haben beziehungsweise niederschlagen sollen, war von Jutta Stolle in der vergangenen Woche nicht zu erfahren.
Warum?
Auf der Internetseite der Bürgerstiftung Duisburg erklärt der Kreis in einem Aufruf sein Bewegen: „Die tragischen Ereignisse am 24. Juli 2010 haben uns schockiert und in Trauer versetzt. Auch wenn die Aufklärung offener Fragen nicht abgeschlossen ist, halten wir die Zeit für gekommen, den Blick in die Zukunft zu richten.“
In der Pressemitteilung macht Dr. Hartmut Müller-Peddinghaus deutlich: „Es geht uns nicht um Imagekampagnen. Vielmehr wollen wir die Stärken der Stadt betonen und dabei die Herausforderungen im Blick behalten.“
Haniel-Chef Kluge erklärte im Interview zur Loveparade und den Auswirkungen der Katastrophe auf Duisburg: „Nach meiner Wahrnehmung befand sich Duisburg gerade im Aufschwung, als sich das schreckliche Unglück ereignete. Wir müssen nun versuchen, langsam wieder etwas aufzubauen, um das Bild, das die Menschen von der Stadt haben, zu verbessern. Krisen bieten aber immer auch die Chance für Erneuerung.“

09:05
In welchen konkreten Projekten und Aktivitäten sich diese Ziele niedergeschlagen haben beziehungsweise niederschlagen sollen, war von Jutta Stolle in der vergangenen Woche nicht zu erfahren.
Seit fast einem Jahr gibt es angeblich diese illustre Runde , und das Resultat ist bisher...ein Vakuum ? Vollmundige Ankündigungen - kennen wir ja auch von der Poltik- und noch nicht mal ein Fliegenschiss ?
So kennen wir die schweigende Mehrheit als Befürworter des aktuellen Status Quo :-))
@#3 von RaggedClown , in der Tat: da gibt es mindestens große Überschneidungen, wenn nicht sogar Deckungsgleichheit.
11:05
@9 Oder sind wir nicht von dieser Welt und bilden uns das nur alle ein?
Aus den bisherigen Ermittlungen haben sich laut Justizminister Kutschaty folgende Tatvorwürfe ergeben: „Erstellung eines mangelhaften Sicherheitskonzepts“, „Erteilung einer rechtswidrigen Nutzungsänderungsgenehmigung für das Veranstaltungsgelände“, „fehlende Installation einer zwingend erforderlichen Alarmierungs- und Lautsprecheranlage mit Vorrangschaltung für die Polizei“, „fehlerhafter Einsatz zur Besucherstromlenkung“, „unterlassene bzw. nicht rechtzeitig eingeleitete Maßnahmen nach krisenhafter Zuspitzung der Situation – insbesondere im Tunnel und Rampenbereich“.
Auf der einzigen Zugangsrampe zum Gelände wurden 21 Menschen erdrückt und erstickt. Bei den 16 Beschuldigten sieht die Staatsanwaltschaft einen Anfangsverdacht auf „fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung“. Neben krassem Aufsichtsversagen der städtischen Bau- und Ordnungsbehörden geht es um eine Summierung von Unzulänglichkeiten und Nichtentscheidungen – auch bei der Polizei. (http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12135246/63529/Ein-Jahr-nach-der-toedlichen-Loveparade-von-Duisburg.html )
Ich muss da immer an die drei Affen denken...
00:17
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23:15
So langsam habe ich das Gefühl, dass der OB ein Alien ist. Von dieser Welt kann er jedenfalls nicht mehr sein. Die Ermittlungsergebnisse der Staatsanwaltschaft sind für ihn Hypothesen. Ich muss wohl ziemlich dämlich gewesen sein in der Schule, denn unter Hypothesen verstehe ich heute noch etwas Anderes. Werde mich aber darum kümmern, denn dämlich möchte ich nicht sterben.
22:36
#7 HeinzK1
Ne, Blondinen-Witze verkneife ich mir, obwohl mir da noch eine blonde Dame aus Ddorf einfällt...
Die bisherigen Ermittlungsergebnisse der StA erscheinen mir bisher schon deutlich genug, um wiederholt zu sagen: Diese LoPa hätte so nie genehmigt werden dürfen. Wer hat sie trotzdem genehmigt? Na, die Stadtverwaltung. Wer ist Chef der Stadtverwaltung? Na, Sauerland. Wer ist verantwortlich? Na, Sauerland (nicht allein natürlich, aber an vorderster Front). Die StA kann sich vielleicht in dem einen oder anderen Fall irren, das wird sich noch zeigen, aber nicht in ELF Fällen. Eine endgültige gerichtliche Klärung abzuwarten, ist nur Zeitschinden oder die Hoffnung darauf, dass seit dem 24.07.2010 genug Vertuschungsarbeit geleistet wurde, dass keine Beweise für Fehlverhalten seitens der Stadtspitze und der Verwaltung mehr beizubringen sind. Diese Initiative stützt klar ausschließlich Sauerland und die Stadtspitze in Sachen Machterhalt. Einen anderen Zweck und andere - der Stadt Duisburg dienliche - Aktivitäten dieser Initiative kann ich derzeit nicht erkennen. Misstrauen in deren hehre Ziele ist angesagt.
22:17
@#6 von turnaround , am 22.07.2011 um 21:03
Für uns ist die Frage: Was stellen unabhängige Gerichte fest?, sagt die 42-Jährige und streicht sich durchs blonde glatte Haar. Sollte sich zeigen, dass die Stadtverwaltung ursächlich verantwortlich war, müsste der Oberbürgermeister Konsequenzen ziehen. (taz, 22.07.2011)[1]
Jetzt bitte keine Blondinen-Witze. ;-)
Aber scheinbar mißtraut die CDU-Duisburg den Erkenntnissen der StA-Duisburg.
[1] http://bit.ly/o9MUdR
.
21:03
Dieser Initiativplan Duisburg ist für mich erst dann glaubwürdig, wenn er ohne die - seit dem 24.07.2010 fragwürdig gewordenen - Herren der sog. Stadtspitze auskäme, bzw. sich von ihnen distanzieren und Neuwahlen abwarten würde.
Da dies nicht geschieht und diese Initiative mit den Herren immer noch Friede-Freude-Eierkuchen-Wir-Blicken-Nur-Noch-Nach-Vorn spielt, ist sie für mich nur eine Initiative, die sich zum Ziel setzt, Sauerland und die Dezernenten aus persönlichen bzw. wirtschaftlichen Motiven im Amt zu halten. Kurz nach Beginn der Abwahlinitiative melden sich diese Leute masiv zu Wort. Allein die Wahl der Zeitpunktes und die Nähe zu Sauerland disqualifizieren die Teilnehmer in meinen Augen. vertrauen ist gut, genaues Hinschauen ist besser.
20:24
Solange der Intiativkreis das Problem Sauerland nicht thematisiert, können sie, wie der Volksmund so schön sagt sich auf den Kopf stellen und mit den Beinen Hurra schreien, es wird nichts passieren.
Aber muss ja auch nicht, der Neuanfang für Duisburg findet ganz woanders statt, ohne Haute Volée, bei den Bürgern, und das ist wunderbar.
18:37
Zu: Diesem gehören laut einer Pressemitteilung auf der Website der Franz Haniel & Cie. GmbH im Juni 2011 auch OB Adolf Sauerland sowie die Dezernenten Wolfgang Rabe und Karl Janssen an.
Den Initiativplan nennen einige der Beteiligten auch „Initiativkreis“. Das Motto des Arbeitskreises lautet jedenfalls: „Duisburg hat Zukunft! Wir für Duisburg“. Im September 2010 verkündete das Bündnis seine Gründung.
Muß das Motto nicht heißen:
„Sauerland hat Zukunft! Wir für Sauerland“
Mit dem Sauerland kann Duisburg nun wirklich nicht mithalten. ;-)
17:19
Die Mitgleiderliste liest sich fast genauso wie die Teilnehmer der RP-Befragung Die leise Mehrheit.
http://www.rp-online.de/niederrhein-nord/duisburg/nachrichten/die-leise-mehrheit-1.1337590
Sehr bedenklich, wenn man sich für diese Stadt einsetzen will, und meint, man könne das glaubwürdig Seit-an-Seit mit Sauerland und seinen Dezernenten tun.