Indien und das Abitur in Duisburg

Duisburg..  Zwölf Schuljahre lang hat Christina vom Landfermann-Gymnasium auf ihr Abitur hingearbeitet, gestern ging für sie nun die erste Prüfungsetappe los: In der Aula schrieb die 18-Jährige ihre erste Abi-Klausur in Englisch – so wie alle Schüler in der Stadt, die Englisch als Grund- oder Leistungskurs gewählt hatten. Doch trotz des Prüfungsstresses war die Oberstufenschülerin bester Laune.:„Wir sollten die Auswirkungen der Globalisierung auf Indien beschreiben. Es ist auch sehr gut gelaufen“, sagt Christina, die eine von insgesamt 2134 Abiturienten in Duisburg dieses Jar ist.

Globalisierung in Indien

Los ging es mit ihrer Englisch-Leistungskurs-Klausur um 9 Uhr morgens. Zusammen mit 20 weiteren Schülern ihres Kurses hatte Christina dann in der mit Gardinen verhangenen Aula vier Stunden und 45 Minuten Zeit, um Sinnstifendes zum Klausurthema zu verfassen. Zur Globalisierung in Indien ist Christina auch jede Menge eingefallen: „Ich habe dazu zwölf Seiten geschrieben“, erläutert sie. Da passt es, dass nach dem Abitur Philosophie und Englisch studieren möchte.

Auch Jan aus dem Englisch-Leistungskurs hat klare Vorstellungen davon, wie seine Zukunft nach dem Landfermann aussieht. „Ich möchte etwas in Richtung Psychologie oder Medizin machen und überlege nun auch, vorher ein freiwilliges soziales Jahr im Bereich der Psychiatrie zu machen“, so der 18-Jährige. Er hat ebenfalls das Thema Globalisierung in Indien gewählt – als Alternative dazu stand eine Gedichtsinterpretation an. Da war für Jan die Wahl schnell klar: „Wir hatten zwar eine halbe Stunde Zeit, um uns für eins der beiden Themen zu entscheiden“, meint er. Doch wahrscheinlich brauchte er dafür noch nicht einmal eine halbe Minute, denn: „Gedichte sind nicht mein Fall. Und wir hatten uns im Unterricht auch viel mit Globalisierung befasst.“

Nach gut viereinhalb Stunden Klausurzeit ist Jan dann aber an seine Grenzen gekommen. „Danach war die Luft raus“, sagt er. Die Schulzeit insgesamt hat er allerdings nicht als übermäßig erschöpfend empfunden. „Nur wenn man einen sehr guten Schnitt erreichen wollte, musste man sich wirklich anstrengen“, so Jan, der einerseits froh ist, „dass die Schule vorbei ist“ – andererseits aber auch sagt: „Jetzt wird man sehen, wie der Alltag danach aussieht.“ Eine Sache wird er aber nicht vermissen: Unterstufenschüler. Wieso das denn nicht? „Als ich klein war, hatte ich vor den Großen Angst. Die Kleinen haben jetzt aber keinen Respekt mehr vor Oberstufenschülern.“

Auch Englisch-Lehrerin Silvana Einecke ist froh, dass die Klausur geschrieben ist. Sie zeigt sich zuversichtlich, dass die meisten Schüler gut abschneiden werden. „Wir haben uns auch gut in diese Richtung vorbereitet“, meint sie. Zudem durften die Schüler Englisch-Deutsch-Wörterbücher verwenden. Handys und Laptops mussten die Schüler aber abgeben.

Nun hat die Lehrerin zweieinhalb Wochen für die Korrektur, dann ist der Co-Korrektor dran. Und ein paar Wochen wissen dann die Schüler Bescheid, ob sie das Abitur bestanden haben – oder um diese Zeit nächstes Jahr wieder über ihre Abitur-Klausuren schwitzen.