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Loveparade

In Trauer vereint für die Opfer der Loveparade

30.07.2010 | 18:28 Uhr
In Trauer vereint für die Opfer der Loveparade
Die vangelische Salvatorkirchein Duisburg. Foto: Andreas Mangen

Duisburg.Mit einem ökumenischen Gottesdienst wird am Samstag in der Duisburger Salvatorkirche der Opfer der Loveparade ider Loveparade gedacht. Da nur 550 Menschen in der Kirche Platz finden, wird der Gottesdienst in die MSV-Arena und zwölf Kirchen übertragen.

Zu den Klängen von Bachs „Erbarm dich mein, o Herre Gott“ werden am Samstag um 11 Uhr Kerze und Kondolenzbuch vom Unglückstunnel in die Salvatorkirche getragen. Notfallseelsorger und Helfer bringen die Kerze mit in den Gedenkgottesdienst, an der seit der Loveparade-Katastrophe Tausende von Trauernden ihre Lichter entzündet haben.

Es soll ein Gottesdienst werden, „der den Angehörigen, den Menschen in Duisburg und im ganzen Land Gelegenheit gibt, Klagen, Trauer, Verzweiflung und Fragen unterzubringen“, sagte gestern Oberkirchenrat Klaus Eberl aus der Leitung der Evangelischen Kirche im Rheinland. Aber auch zur Sprache kommen soll „Worauf können wir vertrauen, worauf hoffen?“.

Trauerfeier
Übertragungen in zwölf Kirchen

Zwölf Gotteshäuser werden am Samstag ab 11 Uhr den Trauergottesdienst in der Salvatorkirche übertragen.

Duisburg-Nord: Evangelische Kirche Walsum-Aldenrade, Friedrich-Ebert-Str. 141; Markuskirche (Ev.), Ostackerweg 75; Gemeindehaus/Pfarrsaal in St. Michael (ev./kath.), Evangelische Kirchengemeinde Meiderich mit der Katholischen Kirchengemeinde St. Michael, Von-der-Mark-Str. 68a; St. Norbert (kath.), Norbertuskirchplatz 6;

Duisburg-Mitte; Christuskirche Neudorf (ev.), Neudorfer Markt 22; St. Joseph (kath.), Dellplatz; St. Gabriel (kath.), Gneisenaustr. 269;

Duisburg-Süd: Evangelisches Gemeindehaus Buchholz, Arlberger Straße 8; Evangelisches Gemeindehaus Großenbaum, Lauenburger Allee 21; St. Suibert (kath.), Molbergstr. 10; St. Dionysius (kath.), Uerdinger Str. 183a;

Duisburg-West: Christuskirche Rheinhausen (ev.), Friedensstraße 3a.

Etwa 550 Menschen finden in der Kirche Platz, etwa 150 Plätze gibt es für spontane Besucher, die von Kirchenmitarbeitern und Polizei eingelassen werden. Dennoch: „Wir werden eine große, große Gottesdienstgemeinde sein“, so Stadtdechant Pfarrer Bernhard Lücking, der in der MSV-Arena mitzelebriert. Dorthin verkehrt auch ein Shuttle-Service, falls den Andrang in die Salvatorkirche zu groß wird. Der Gottesdienst an verschiedenen Orten führe zusammen, vereine Duisburg in der Trauer. 20.000 Programme mit Texten werden verteilt.

Alle Familien sind eingeladen

Nicht alle Angehörigen der im Tunnel ums Leben Gekommenen sind heute dabei; einige sind bei den Beisetzungen, andere möchten mit ihrer Trauer im kleinen Kreis bleiben, erläutert Joachim Müller-Lange, Landespfarrer für Notfallseelsorge, der auch Angehörige betreut hat. Eingeladen worden seien alle Familien; weil man beschlossen hatte, das persönlich zu machen, hätten einige Angehörige von dem Gedenkgottesdienst zuerst aus den Medien erfahren. Die Gruppe der Angehörigen werde gemeinsam in die Kirche gehen und dort die etwa dreiviertel Stunde in einem geschützten Raum verbringen. Anschließend bestehe die Möglichkeit zum Austausch untereinander.

Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck und Präses Nikolaus Schneider gestalten die Feier. Unter den Opfern waren keine Muslime. Im Sabbatgottesdienst der jüdischen Gemeinde in unmittelbarer Nachbarschaft werde der Opfer besonders gedacht, so Lücking: „Ganz Duisburg trauert.“

Zu den Mitwirkenden zählen auch Einsatzkräfte. So werden Fürbitten gesprochen unter anderem von einem Arzt (für die Verletzten) und einem Seelsorger (für die Angehörigen). „Auch die Verantwortlichkeit wird angesprochen“, sagt Müller-Lange. Repräsentanten der Stadt sind nicht unter den Fürbittenden. Müller-Lange, der auch im Rathaus war: „Duisburg ist eine Stadt unter Schock“.

Bewusst sei auch die Ansprache von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft auf die Zeit nach dem Segen – also ans Ende – gelegt worden.

Anne Horstmeier

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Kommentare
31.07.2010
14:10
In Trauer vereint für die Opfer der Loveparade
von Yissakhar | #17

Bedauerlicherweise habe ich am Gottesdient nicht teilgenommen und war nicht live dabei, als Fr. Kraft ihre Rede hielt, was mich aber immer und immer wieder stört ist, dass die Bundeskanzlerin und der Bundespräsident bei solchen Veranstaltungen aufkreuzen müssen.

Klar, täten sie dies nicht, würde man sich beschweren, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sie wirklich an dem Ereignis Anteil nehmen ...
Mir erscheinen sie so furchtbar fehl am Platz.

Bin ich die einzige, die diese Meinung hat?

31.07.2010
13:27
In Trauer vereint für die Opfer der Loveparade
von Reiner52 | #16

Ich kann inhaltlich in weiten Teilen die jetzigen Kommentare nicht nachempfinden. Mir fehlen im Moment auch noch die richtigen, bedachten Worte.
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Ich möchte zunächst daher nur wenig zum Trauergottesdienst sagen.
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Zum einen habe ich im Vorfeld gedacht, was will Frau Merkel da, was will Herr Wulff da. Dann entnahm ich der Presse - nur Frau Kraft wird eine Ansprache halten und fand dies gut und richtig. Letzlich ging und geht es um NRW, nicht um Deutschland.
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Den Worten unserer Ministerpärsidentin habe ich aufmerksam gelauscht und wer dies ebenso getan hat, dem wird nicht unbemerkt geblieben sein, das hier nicht nur eine Politikerin, nicht nur eine Ministerpräsidentin gesprochen hat.
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Nein, hier sprach zuallererst eine Mutter, eine Bürgerin unseres Landes.
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Wer weiterhin den Worten gelauscht hat, wird bemerkt haben wie sehr Frau Kraft um ihre Fassung bemüht war, wie sehr sie mit Gefühl und Herz dabei war, Anteil nahm und mitfühlte.
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Mich jedenfalls hat diese kurze Rede mehr als bewegt.
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Im nächsten Gedanken dachte ich, wenn Frau Kraft in den nächsten Jahren das Land NRW mit dem gleichen Herzblut lenken und führen wird, dann haben wir eine tolle Ministerpräsidentin, dann haben wir vielleicht nach langer Zeit mal wieder die richtige Person an die richtige Stelle gesetzt (das im übrigen sagt wer, der sie nicht gewählt hat, gleichwohl aber die jetzige Regierung)
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Wenn das ihr Stil sein wird, dann brucht es innere Kraft und Mut und der ist ihr auf jeden Fall zu wünschen.
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Soviel dazu, schliesslich ist dies hier nicht der Raum für politische Spekulatioen und Statements.
..
Zu der Übertragung in der MSV Arena noch ein paar Worte.
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Wie zu lesen war wurden Tausende erwartet. Was hätte man also anders machen sollen, wie hätte man die Menschen anders am Gottesdienst teilhaben lassen können, als eben in jenem Rahmen.
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Zu der politischen und moralischen Verantwortung noch ein paar Zeilen.
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In der Tat denke ich, dass die Aufklärung des ganzen Dramas wirklich noch eine lange Zeit braucht. Eine Zeit in Besinnung udn Ruhe mit dem Blick auf das Wesentliche - Wie konnte es dazu kommen.
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Der OB steht nur für viele nun leise Stimmen, die aber gleichsam ihre Betroffenheit und Unschuld nun öffentlich herbeieilend bekunden, am Pranger.
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Sie alle, und wir alle müssen unsere Gesellschaftsform überdenken.
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Warum? Dazu will ich nur stellvertretend das Beispiel Teilnehmerzahlen nehmen.
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Den Besuchern der Loveparade vom Beginn bis heute, ist es völlig egal wieviele kommen, Zahlen bedeuten diesen Menschen nichts. Offenbar aber sind genau diese Zahlen das Spiegelbild dessen was sich in unserer Gesellschaft abspielt. Offenbar waren diese Zahlen wichtig um die Bedeutung der Eventveranstaltungen in breiter Form darzustellen.
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Dahinter stehen für mich Begriffe wie beispielsweise : Macht, Gier, Neid. Und all jene die angesichts dieses Hintergrundes mit Menschenleben spielen, denen Zahlen wichtiger sind als Menschen, all jene gehören gleichsam an den Pranger gestellt.
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Es geht nicht darum, dass Stadt A besser ist als Stadt B. Es geht darum das WIR in NRW tolles leisten können, ein Gemeinschaftsgefühl erzeugen und dieses vermitteln und miteinander leben und erleben können.
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Wenn ich das nun abschliessend mal auf das Ruhrgebiet herunterbrechen darf dann wird dies in einer Liedzeile deutlich Wir sind das Ruhrgebiet.
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Darin ist nicht die Rede von wir sind Duisburg, Essen, Bochum, Dortmund,etc. Nein - wir sind das Ruhrgebiet.









am Pranger. Die Stimmen im Hintergrund, egal woher sie kamen, aus der Wirtschaft, aus der Politik, aus Bund oder Land

31.07.2010
12:42
In Trauer vereint für die Opfer der Loveparade
von Hans Moser | #15

@ sehr gut: wer hat hier dauergenörgelt? Die Ansprache von Frau Kraft wurde bisher nur gelobt.

31.07.2010
12:31
In Trauer vereint für die Opfer der Loveparade
von sehr gut | #14

Hannelore Kraft hat die richtigen Worte gefunden. Ich weiß gar nicht was es da zu kritisieren gibt von den Dauernörglern.

31.07.2010
12:09
In Trauer vereint für die Opfer der Loveparade
von empört | #13

Sehr richtig Herr Moser,

darüber hinaus hätte man den Trauergottesdienst ohne Weiteres auf die Ansprache von Frau Kraft reduzieren können.

31.07.2010
11:14
In Trauer vereint für die Opfer der Loveparade
von Hans Moser | #12

Der Duisburger Trauergottesdienst mit so viel politischer Prominenz ist nichts als ein weiterer Versuch der Beschwichtigung und der Vereinnahmung angesichts einer aus Profit- und Imagegründen leichtfertig in Kauf genommenen Katastrophe. Längst ist fraglich, ob das Konzept der Massenkultur im Ruhrgebiet Bestand haben kann, oder ob es nicht letztlich unsere Ruhrpottkultur aushöhlt und zu seinem zahnlosen Tiger macht, der nur noch schönen Schein produziert. Eine solche Metropole der Scheinheiligen brauchen wir nicht.

31.07.2010
11:11
Blockierter Kommentar.
von WWW. ahlu-sunnah.com//threads/31351-quot-Tragödie-quot-in-der-Loveparade | #11

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

31.07.2010
11:09
In Trauer vereint für die Opfer der Loveparade
von Gran Torino | #10

Waren Sie wohl, was aber egal sein sollte.
Lies mal hier, das wießt du mehr:
http://www.ahlu-sunnah.com/threads/31351-quot-Tragödie-quot-in-der-Loveparade

31.07.2010
11:02
In Trauer vereint für die Opfer der Loveparade
von mh050876 | #9

Jetzt schreib ich schon zum zweiten Mal hier. Aber in diesem Fall kann ich es mir nicht verkneifen. Was in den Diskussionsforen abgeht ist unter aller Sau. Hier benutzen immer wieder Menschen dieses schlimme Ereignis für ihre eigenen Interssen. Das manche ihre Beiträge querfeldein durch sämtliche Foren posten, kann man vielleicht noch belächeln. Aber wenn dieses Ereignis benutzt wird um schlichte Propaganda zu verbreiten ist das zum Kotzen. Frau Heike Jackler postet sich auch so durch als Vertreterin eines humanistischen Vereins oder was weiß ich in ihrem heiligen Kampf gegen Kirche und Christentum. Ihnen geht es doch gar nicht um die Opfer, nur um ihre eigene Ideologie. Wer will, kann Heike Jackler googeln, da kommen dann die entsprechenden Publikationen bei Der Humanist. Sie posten sich dazu noch tagein tagaus durch die Welt, was sie gern tun können. Können Sie sich nicht vorstellen, dass den Angehörigen im Moment scheissegal ist wer da eine Trauerfeier für sie macht? Wären Muslime unter den Toten, wären islamische Vertreter dabei, aber ich gehe mal davon aus, dass Sie noch nicht mitbekommen haben, das es schon zahlreiche glaubensübergreifende Veranstaltungen gegeben hat? Man kann sich streiten, ob so etwas als offizieller Akt den Kirchen übertragen werden soll, auf der anderen Seite hat die Mehrheit, auch die nicht glaubt, damit schlicht keine Probleme. Lange Rede, kurzer Sinn, ich würde mir wünschen, das wenigstens einmal aus Respekt vor den Opfern und deren Angehörigen Ruhe einkehrt, man kann sich über solche Dinge streiten, aber an anderen Orten. Jetzt beginnt die Trauerfeier.

31.07.2010
09:54
In Trauer vereint für die Opfer der Loveparade
von Heike Jackler | #8

Es ist gut, dass erwähnt wird, dass auch außerhalb eines christlichen Gottesdienstes etwa von andersgläubigen Gemeinden der Opfer gedacht wird.

Aber warum lädt die Ministerpräsidentin als vertreter des weltanschaulich neutralen Staates offiziell nur zu einem christlichen Gottesdienst ein?

Und wäre es tatsächlich anders gewesen, wenn es Muslime unter den Opfern gab?
Und waren denn tatsächlich alle Opfer Christen?

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