In Duisburg wird es richtig heiß

56 Badetage prognostizieren Potsdamer Forscher  für Duisburg im Jahr 2100. Vor fünf Jahren waren es gerade mal 24.
56 Badetage prognostizieren Potsdamer Forscher für Duisburg im Jahr 2100. Vor fünf Jahren waren es gerade mal 24.
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Was wir bereits wissen
Potsdamer Klimaforscher veröffentlichen Wetterprognosen bis 2100. Auch auf viele öffentliche Bereiche in den Kommunen wird sich der Klimawandel auswirken.

Duisburg.. Alle reden derzeit vom Wetter. Wir auch. Und zwar über das zukünftige. Möglich macht dies das Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung, das nun erstmals Zukunftsszenarien über die Folgen des Klimawandels auch in den Kommunen veröffentlicht hat.

Wer das Frühjahr 2015 bislang als zu kalt empfunden hat, muss sich nur noch mindestens 46 Jahre gedulden, um einen im Schnitt 2 Grad wärmeren Lenz zu erleben. Lag die durchschnittliche Maximaltemperatur im Frühjahr der Dekade 2001-2010 noch bei 15,3 Grad, prognostizieren die Forscher für die Dekade 2051-2060 eine Steigerung auf 17,2 Grad. Bis 2100 soll sich dieser Temperaturwert sogar auf 19,6 Grad gesteigert haben. Auch im Jahresmittel klettert das Thermometer in dem genannten Zeitraum um satte 3,7 Grad an (2001-10: 15,1 Grad; 2100: 18,8 Grad).

Die Sommertage mit mehr als 25 Grad sollen sich gemessen an den gesicherten Daten von 2010 (41,9) bis 2100 in Duisburg mehr als verdoppeln auf 88,9, die der heißen Tage (mehr als 30 Grad) sogar fast verdreifachen von 9,4 (2010) auf 26 (2100). Die Sonnenscheindauer wird sich 2100 im Jahresdurchschnitt auf 5,1 Stunden am Tag erhöhen (2010: 4,4). Ins kühlende Nass können sich die Duisburger 2100 an 56 Badetagen stürzen, 2010 waren es nur 24.

Nur noch acht Frosttage

Bibbern müssen die Duisburger demzufolge in der Zukunft weit weniger. 48,4 Frosttage (Tagesminimum unter 0 Grad) der Dekade 2001-2010 reduzieren sich bis 2100 auf gerade mal 8, die Eistage (Maximaltemperatur des Tages unter 0 Grad) gehen von 6,9 auf Null zurück.

Schneeschippen ist dann auch nicht mehr notwendig. Die Schneemenge die 2010 im Jahresdurchschnitt immerhin noch bei 2,7 cm lag, soll sich laut den Prognosen der Forscher in Duisburg 2100 völlig erledigt haben.

Nasser wird die Zukunft indes schon. 2100 könnten 748 mm Regenwasser im Jahresmittel auf Duisburg niedergehen (2010: 718 mm). Gleichzeitig soll es aber an weniger Tagen im Jahr regnen (2010: 176 Tage; 2100: 198 Tage). Das allerdings hat nach den Szenarien der Forscher keine Auswirkung auf die Starkregentage, die halten sich die kommenden 75 Jahre bei etwa 20 pro Jahr.

Die Simulationen der Potsdamer Forscher sind keineswegs nur Spielereien. Sie liefern wichtige Szenarien, wie sich der Klimawandel auch in Duisburg etwa auf die Grundwasserneubildung, die Landwirtschaft, die Rheinschifffahrt, den Wald oder die Bereiche Gesundheit und Tourismus auswirken kann.