In Duisburg werden immer häufiger Reptilien ausgesetzt
12.10.2012 | 17:56 Uhr 2012-10-12T17:56:00+0200
Duisburg. Die Mitarbeiter des Duisburger Tierheims müssen immer häufiger wegen exotischer Tiere anrücken. 50 bis 60 Reptilien werden jedes Jahr in Duisburg ausgesetzt. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Schlangen.
Der Leguan wurde vor einigen Tagen in einer Box einfach vor eine Duisburger Tierklinik gestellt. Vom Besitzer keine Spur. Kurz darauf waren Mitarbeiter des Tierheims in Neuenkamp zur Stelle und holten das Tier ab. Die Fälle mit exotischen Tieren häufen sich.
Vereinzelt Schlangen
„Vor rund sieben Jahren fing es nur langsam an. Da hatten wir vereinzelt mal eine Schlange“, sagt Markus Pikowszky (37), Leiter der Kleintierabteilung und Reptilienstation. „Aber mittlerweile haben wir pro Jahr 50, 60 und mehr Reptilien. Wir haben deshalb vor zwei Jahren extra einen Reptiliencontainer eingerichtet.“
Reiz des Exotischen
Ein Grund: Immer mehr Menschen in Duisburg erliegen offenbar dem Reiz des Exotischen, schaffen sich ein entsprechendes Tier an - mitunter ohne die Folgen zu bedenken. „Wir hatten mal einen Anrufer, der eine Landschildkröte hatte, die ihm plötzlich zu groß wurde“, erzählt Markus Pikowszky.
Es ist allerdings nicht die Regel, dass Tierhalter selber anrufen. Vielmehr sind Pikowszky und Co. dann gefragt, wenn Tiere aus schlechter Haltung geholt werden müssen oder plötzlich in Gärten oder Kellern auftauchen.
Gefährliche Überraschung
„Es sind hauptsächlich Schlangen, die entweder ausgebüxt oder ausgesetzt worden sind“, erklärt der 37-Jährige. „Vor allem in der warmen Jahreszeit häufen sich die Anrufe, wenn die Schlangen aus ihren Verstecken kommen.“
Markus Pikowszky vom Tierheim rät gerade potenziellen Käufern von exotischen Tieren, sich im Vorfeld ausreichend Fragen zu stellen. Zum Beispiel: Will ich so ein Tier wirklich haben? Und: Kann ich es sicher und artgerecht unterbringen?
Pikowszky sieht auch den Gesetzgeber in der Pflicht. Wer zum Beispiel Giftschlangen halten möchte, brauche einen Sachkundenachweis – vergleichbar mit einem Hundeführerschein. „Es müsste aber für jedes Tier ein solcher Nachweis erbracht werden.“
Über einige spektakuläre Fälle mit exotischen Tieren weiß Markus Pikowszky zu berichten. „Vor einigen Jahren sind wir von der Polizei wegen einem fünfeinhalb Meter großen und gefährlichen Tigerpython gerufen worden. Der hatte sich über die A 59 in Richtung Dinslaken geschlängelt. Die Schlange war sehr angriffslustig, wir konnten sie am Ende aber doch fangen.“
Skorpion in der Gemüsekiste
Nur an einen Fall mit einem giftigen Tier kann sich Pikowszky erinnern. Vor ein paar Jahren habe es bei einer Lieferung aus dem Ausland an ein hiesiges Obst- und Gemüseunternehmen eine ebenso exotische wie gefährliche Überraschung gegeben: In einer Gemüsekiste befand sich ein Skorpion.
Das Tierheim behält solche Exoten nicht länger als zwei Tage, sondern übergibt sie dank einer erfolgreichen Kooperation in der Regel dem Terrazoo in Rheinberg. Aktuell beherbergt das Tierheim zwei Wasserschildkröten. „Solche Schildkröten wurden mal am Toeppersee ausgesetzt und haben sich dort vermehrt. Spaziergänger finden sie oft und so landen sie immer wieder bei uns“, erklärt Pikowszky. Manchmal werden die Tiere auch in Pflege gegeben.
Waschbär oder Schnappschildkröte
Ein völlig verängstigter Waschbär unbekannter Herkunft, der vor einiger Zeit in einem Duisburger Hausflur auftauchte, landete allerdings am Ende im Zoo. Und im Krefelder Tierpark fand eine 40 bis 45 Kilogramm schwere Schnappschildkröte ein neues Zuhause. Das sehr aggressive Exemplar war mitten auf einer Straße in Buchholz unterwegs. Die Polizei hielt die Schildkröte vor zweieinhalb Jahren mitten auf einer Straße in Schach, bevor Mitarbeiter des Tierheims zur Hilfe kamen.
Regelmäßige Lehrgänge
Die haben aufgrund des gestiegenen Bedarfs regelmäßig Lehrgänge im Rheinberger Terrazoo, um auf den Umgang mit exotischen Tieren vorbereitet zu sein. „Wir müssen ja zum Beispiel wissen, woran wir erkennen, welches Tier giftig ist und welches nicht“, so Pikowszky. „Wir sind mittlerweile auf alles gefasst.“
Aber zum Glück taucht ja nicht ständig ein Skorpion in einer Gemüsekiste auf...

23:22
Solche Viecher gehören sowieso in keine Wohnung. Besonders Schlangen gehören in Privatwohnungen verboten.
14:35
Deutschland ist von diesem Gedanken noch sehr weit entfernt:
Aber man sollte eine Art "Tierführerschein" einführen.
Ohne lange zu überlegen kann sich jeder Erwachsene i. d. R. das Lieblingstier seiner Wahl kaufen.
Da wird dann mal eben für die kleine Jenny ein Wellensittich gekauft, dem Toby wird ein Hündchen geschenkt, der Vanessa ein - ach am besten gleich zwei Meerschweinchen, den Zwillingen Kevin und Torben schenkt man dann eben noch schnell "etwas "Exotisches".......tja.....und dann verlieren die Kinder schon nach kurzer Zeit das Interesse an dem Tier. Das Tier wird letztendlich lästig und muss der Bequemlichkeit halber abgeschafft werden.
Doch wohin damit?
Machen wir´s wie mit der alten Couch, ab in die Botanik damit, so oder s. ä. wird gedacht und gehandelt.
Um einen Fisch angeln zu dürfen, da ist ein Angelschein vorgeschrieben.
Doch wie man über Jahre hinweg ein Tier artgerecht zu halten hat, das ist in Deutschland hingegen völlig egal.
Tierhaltung bedeutet Verantwortung!
21:58
...Richtig. Der Tierhandel sollte Tiere nur mit Cip verkaufen dürfen und diese dann zurücknehmen müssen. Ist ja wohl kein Zufall in Duisburg, oder.
19:05
einfach dem "tollen" Zajac zurück.
ganz meine meinung, wenn er meint er kann an jeden so ein tier verkaufen, dann kann er auch die Tiere wieder zurücknehmen!! Kann ja nicht sein das der nur Kohle verdient mit falsch verkauften exoten und die stadt das zahlen soll.....