In Duisburg werden drei von vier Notdienstpraxen gestrichen

Wer außerhalb der normalen Sprechstunden medizinische Hilfe braucht, muss längere Wege in Kauf nehmen.
Wer außerhalb der normalen Sprechstunden medizinische Hilfe braucht, muss längere Wege in Kauf nehmen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Reform des Notfalldienstes hat enorme Auwirkungen für Kranke in Duisburg. Fahrdienst jetzt auch für Oberhausen und Wesel zuständig.

Duisburg.. Erhebliche Auswirkungen auf Duisburg wird die Reform des Notfalldienstes haben die von der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) am vergangenen Mittwochabend beschlossen wurde. Einen Kahlschlag in der Notdienstversorgung der Stadt fürchtet Dr. Helmut Gudat, Vorsitzender der KV Kreisstelle Duisburg.

Laut den jetzt gefassten Beschlüssen wird von den derzeit vier Notfallpraxen in Duisburg nur eine erhalten bleiben. Zudem sollen die Fahrdienstbezirke neu zugeschnitten und zusammengefasst werden, so dass der Fahrdienst künftig nicht nur für Duisburg, sondern auch für Oberhausen und Wesel zuständig ist. Bisher gab es je ein Fahrzeug für den Westen, Osten, Norden und Süden der Stadt. Nach der Reform sollen für die drei genannten Städte etwa acht Fahrzeuge im Jahr eingesetzt werden.

Einrichtung fachärztlicher Notdienstpraxen geplant

Weil sowohl HNO- als auch Augenärzte bestimmte Instrumente für Untersuchungen benötigen, konnten die Mediziner bislang in ihren eigenen Praxen den Notdienst verrichten. Auch das wird künftig zentralisiert werden.

In Ergänzung des allgemeinen ärztlichen Notdienstes sollen dafür fachärztliche Notdienstpraxen eingerichtet werden. Für den neuen Bezirk Duisburg (487.996 Einwohner), Mülheim (168.690), Oberhausen (210.326) ist dann eine gemeinsame Praxis für Kinder- und Jugendmedizin vorgesehen, deren Standort noch nicht festgelegt ist.

Notdienstpraxen für HNO- und Augenärzte soll es dagegen in Duisburg gar nicht geben. Wer hier außerhalb der regulären Sprechstunden dringend medizinische Hilfe benötigt, muss nach Umsetzung der Reform, die nicht vor 2016 erfolgen soll, in die Nachbarstädte. Zudem sollen die Dienststunden auf 50 pro Jahr und Arzt reduziert werden.

Auswirkungen erst nach Umsetzung der Reform klar

Diese Beschlüsse bedürften noch der Zustimmung durch den KVNO-Vorstand, sagt Gudat, doch: „Das ist das Grobraster, das uns vorgegeben ist. Welche Auswirkungen das auf die notärztliche Versorgung in Duisburg hat, werden wir erst nach der Umsetzung im Detail sehen. Auf jeden Fall werden auf die Patienten viel längere Wege zukommen.“

Deshalb fürchtet Gudat, dass künftig die Krankenhausambulanzen stärker belastet werden, ebenso wie der Rettungsdienst der Feuerwehr. Die Furcht teilt der Leiter des Rettungsdienstes der Feuerwehr, Dr. Frank Marx voll und ganz. Dennoch verspricht Gudat: „Wir werden sehen, was das Raster zulässt, und das Maximum für die Bevölkerung herausholen. Wir gehen bis an die Grenzen des Machbaren.“