In Duisburg startet Heroes-Projekt für Migranten nach Vorbild aus Berlin
20.04.2011 | 18:30 Uhr 2011-04-20T18:30:00+0200Duisburg. "Heroes", ein Projekt nach Berliner Vorbild, startet nun auch in Duisburg. Junge Migranten sollen für Themen wie Gleichberechtigung, Demokratie, Zwangsheirat und Ehrenmord sensibilisiert werden. Das Projekt wird bundesweit zum ersten Mal kopiert.
Duisburg braucht Helden und soll sie auch bekommen: „Heroes“ (Helden) nennt sich ein erfolgreiches Projekt, das seit vier Jahren in Berlin läuft und nun – bundesweit zum ersten Mal – in Duisburg kopiert wird. Ziel ist es, mit jungen Migranten über die „Frage(n) der Ehre“ zu diskutieren, sie durch Rollenspiele dazu zu bewegen, über Themen wie Gleichberechtigung, Demokratie, Zwangsheirat und Ehrenmord nachzudenken.
Ehrenkultur in Frage stellen
Getragen und begleitet wird das Projekt vom Verein „Jungs e.V.“ mit Unterstützung des Jugendamtes der Stadt. In erster Linie geht es darum, junge männliche Migranten und junge Erwachsene dazu zu bewegen, die Ehrenkultur in Frage zu stellen und sie zum Umdenken zu veranlassen. Das alles soll aber nicht mit dem erhobenen Zeigefinger geschehen.
„Gegen Unterdrückung im Namen der Ehre“ wendet sich das Projekt für Gleichberechtigung. Junge Männer leiden oft ebenso unter dem Druck in einer Ehrenkultur wie junge Frauen. Die „Heroes“ sollen ihnen als Vorbilder helfen, die Ehrenkultur zu hinterfragen und den Unterdrückungsmechanismen zu widerstehen.
Mit Burak Yilmaz (23) und Fuat Hendek (65) hat der Verein zwei Gruppenleiter gefunden, die auch stellvertretend für zwei Generationen stehen. Sie sollen auf Augenhöhe mit zunächst fünf an dem Thema interessierten jungen Leuten im Alter von 16 bis 20 Jahren arbeiten und sie in den nächsten sechs bis neun Monaten für die Aufgabe der „Heroes“ sensibilisieren und sie in die Lage versetzen, sich auch kritischen Fragen und dem Gegenwind zu stellen, der sie bei dieser nicht leichten Aufgabe auch erwarten kann. Deshalb, so erklärt Fuat Hendek, würden sie auch Helden genannt. Er selbst ist erfahren in der Theaterpädagogik „und seit 46 Jahren mit einer voll emanzipierten Frau verheiratet“.
"Man ist hin- und hergerissen"
Burak Yilmaz, seit drei Jahren in der Jugendsozialarbeit tätig, kennt die Problematik, die sich zwischen der deutschen säkularisierten und der islamisch geprägten Gesellschaftsschicht ergibt: „Man ist immer hin- und hergerissen.“
Die „Heroes“ wollen Anstöße geben, über patriarchalische Strukturen in der Familie und Fragen der Ehre nachzudenken, die am Ende (selbst-) zerstörerisch sein können wie etwa beim Ehrenmord oder anderen Gewalttaten.
"Heroes" bekommen Zertifikat
Wenn die erste „Heroes-Gruppe“ bereit ist, werden ihre Mitglieder in Schulen oder Jugendeinrichtungen Workshops anbieten. „Wichtig für ein funktionierendes Konzept“, so betont Projektleiterin Susanne Lohaus, „ist, dass keine Sozialarbeiter oder Lehrer vor den Jugendlichen stehen, sondern ihresgleichen.“
Die „Heroes“ erhalten ein Abschlusszertifikat, das sie im Rahmen des Projekts zur Durchführung von Workshops auf Honorarbasis berechtigt. Diese richten sich an Teilnehmer beiderlei Geschlechts. Die „Heroes“ können in einigen Monaten auch als Referenten auf Honorarbasis gebucht werden. Angesiedelt ist das Projekt im Jugendzentrum „Zitrone“.

13:53
zu jberg: ja ich kenne auch noch Athena, die mit erfrischendem Ska-Punk beim ESC gut abgeschnitten haben. Ausnahmen bestätigen die Regel und ich kann nur meine Eindrücke aus Dortmund schildern. Außerdem waren meine Fragen rhetorische gemeint.
Vor ein paar Jahren gab es in der dortmunder Nordstadt das Münsterstraßenfest. Unter anderem waren die Gruppen Extrabreit und Klee dabei, sowie ein türkischer Sänger namens Tarkan. Als dieser Tarkan angekündigt wurde, setzte eine Völkerwanderung ein. Zu seiner Bühne liefen aber nur türkische und arabische Jugendliche. Das Publikum wurde regelrecht entmischt.
Bei den Auftritten von Extrabreit und Klee hingegen sah man in dieser Straße ein sehr ungewohntes Bild: es waren fast nur Deutsche anwesend, die paar jungen Leute mit Migrationshintergrund waren überwiegend Asiaten.
Mein Eindruck wurde bestätigt: es gibt kaum ein Miteinander, mehr ein (friedliches) Nebeneinander.
Was das Alles mit diesem Artikel zu tun hat: die mentalen Unterschiede sind so gravierend, dass sie sich bereits auf den Ebenen der jugendlichen Subkulturen auswirken.
Wie gesagt, ich spreche jetzt nur über die Dortmunder Nordstadt. Und Ausnahmen bestätigen die Regel...
12:35
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Zu#25: Habe ich, aber nicht hier und für Sie ...
21:32
#18 CaptainWillard
Ich kann mich Ihrer Aussage nur voll und ganz anschliessen. Unsere Gesetze gelten für jedermann im Land, auch für Migranten.
19:39
#23 #24
Meckern kannman immer... Dann machen Sie doch bessere Vorschläge...
18:22
Zu #23: Inzwischen ist eine große Integrations- und Hartz IV-Industrie entstanden, die eine Menge Geld verdient. Ob Maßnahmen auf fruchtbaren Boden fallen und nützlich sind oder weder angenommen werden noch irgendeinen Nutzen haben, wird nicht hinterfragt. Da ist die Politik gefragt - und die fragt nicht danach. Wichtig sind nur Schlagzeilen - Seht her, wir tun was (was auch immer).
17:15
Das war wohl noch ein Budget für Integrationsarbeit nicht aufgebraucht, das nun für so ein Projekt aus meiner Sicht verschwendet wird.
Gibt es hier ein effektives Projektcontrolling, das auch die Ergebnisse misst oder ist es nur ein gut finanziertes Zusammenkommen.
Wie hoch sind die Budgets hierfür?
Warum soll so eine Kultur mit diesen Tätigkeiten aufhören, wenn man Geld verdienen kann, wenn sie weiterlebt.
Das erinnert mich ein wenig an die Kommunisten und Diktatoren, die ihrem Volk Geld geben, wenn sie sagen, wie toll die Partei, der Diktator ist.
12:18
#21 Sicherlich ist es unumstritten, dass für Ehre keine Gewalt ausgeübt werden darf. Jedoch pauschalisieren Sie mit Ihren Aussagen doch recht stark...
Ich denke, dieses Projekt kann -richtige Leitung und Zielsetzung vorausgesetzt- ein Schritt in die richtige Richtugn sein.
00:28
@komisch66: Auf das, was Sie und ich als Ehre ansehen, scheissen die Leute, die hier gemeint sind! Die erkennen nämlich nicht, dass Menschen, die für ihre verkackte Ehre Gewalt ausüben, gar keine Ehre besitzen!
Das Projekt selbst ist sicherlich eine gute Sache! Man kann nur hoffen, dass es genügend Nachahmer und Mitstreiter findet, um die anachronistischen Strukturen bei manchen Zuwanderern aufzubrechen, so dass sie hoffentlich vom finsteren Mittelalter in der Neuzeit landen!