In Duisburg gibt es immer mehr Imker

Udo Schmelz ist 1. Vorsitzender des Kreisimkerverbandes Duisburg und gleichzeitig auch Vorsitzender des Imkereivereins Duisburg-Baerl. Im Bienenmuseum Rumeln-Kaldenhausen ist er oft anzutreffen.
Udo Schmelz ist 1. Vorsitzender des Kreisimkerverbandes Duisburg und gleichzeitig auch Vorsitzender des Imkereivereins Duisburg-Baerl. Im Bienenmuseum Rumeln-Kaldenhausen ist er oft anzutreffen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Zahl der Bienenzüchter in Duisburg stieg innerhalb von drei Jahren von knapp 100 auf 164. Und immer mehr Frauen finden Spaß an dem Hobby.

Duisburg.. Von wegen Nachwuchsprobleme! Die Zahl der Imker in Duisburg ist in den vergangenen drei Jahren von knapp 100 auf 164 gestiegen, darunter sehr viele jüngere Bienenzüchter. Ihre Altersspanne reicht nun von 12 bis 84 Jahren. Und sie beherbergen addiert 962 gemeldete Bienenvölker.

Diese Zahlen nennt Udo Schmelz, der 1. Vorsitzende des fünf Vereine umfassenden Kreisimkerverbandes Duisburg. „Wenn ich die Neueinsteiger nach ihrer Motivation frage, lautet die Antwort fast immer: Ich will etwas für die Umwelt tun“, sagt Schmelz. Ebenso bemerkenswert: Die Imkerei in Duisburg wird immer weiblicher. 34 Frauen sind im hiesigen Kreisimkerverband gemeldet. So viele wie nie zuvor. Tendenz: steigend.

Treffpunkt ist das Bienenmuseum Duisburg. Seit Oktober 2013 hat dieses seinen Sitz in einem Pavillon auf dem Gelände des Albert-Einstein-Gymnasiums an der Schulallee in Rumeln-Kaldenhausen. In diesen Räumlichkeiten finden auch alle Schulungen und Fortbildungen für Imker statt – so auch der nächste Schnupperkurs für Einsteiger am Sonntag, 25. Januar. „Wir haben dafür schon wieder 150 Anmeldungen vorliegen, über 40 Prozent davon sind Frauen“, so Schmelz. Viele von ihnen hätten in den vergangenen Jahren Berichte über sterbende Bienenvölker gelesen – und würden nun selbst helfen wollen.

Nächster Schnupperkurs steht an

Die Abbrecherquote der Neuen tendiert oft dann gen Null, wenn sie in den ersten drei Jahren von einem so genannten Imker-Paten betreut werden. Wichtig seien aber auch Erfolgserlebnisse, verdeutlicht Schmelz: Haben die eigenen Bienenvölker den ersten Winter unbeschadet überstanden und kann sogar etwas Honig als Ertrag geschleudert werden, dann bleiben die Neuen meistens weiter am Ball.

Udo Schmelz (73), in Baerl lebend und seit 45 Jahren Imker, rät allen Interessierten zum behutsamen Einstieg in dieses Hobby. „Ein oder zwei Völker reichen für den Anfang aus.“ Addiert man die Kosten für die Magazine (das sind die Bienen-Wohnungen), einen Schutzanzug und die Grundausrüstung dazu, könnten rund 250 Euro als Einstiegsinvestition ausreichen. Er rät: „Nur nicht übertreiben.“ Eine Honigschleuder etwa könne sich jeder Neue beim Verband ausleihen und müsse sie nicht sofort kaufen.

Jedes Bienenvolk liefert im Durchschnitt 25 Kilo Honig

Kurz nach dem Jahreswechsel blickt Schmelz auch noch einmal auf 2014 zurück. Wie war denn das Vorjahr für die Duisburger Imker? „Schwierig“, sagt Schmelz. Bereits im Februar sei es damals so warm gewesen, dass die Bienen geflogen sind und eine Brut angelegt hatten.

Wegen eines Kälteeinbruchs im März verließen dann aber die meisten Bienen ihr Magazin nicht mehr. Die Folge: die Einwohnerzahl der Bienenvölker sank dramatisch. Dadurch fiel die Frühtracht – etwa der beliebte Rapshonig – nahezu komplett aus. Erst im Mai wurde es besser. Am Ende kam doch noch jedes Volk auf seinen durchschnittlichen Jahresertrag von 25 Kilo Honig.

Ein Problem blieb auch die Varroamilbe. Sie hat erneut zu großem Bienensterben geführt. Experten prognostizieren, dass im März rund 30 Prozent der eingewinterten Bienenvölker in Deutschland tot sein werden. „Wir werden auf ewig mit diesen Milben zu kämpfen haben“, weiß Schmelz. Genau deshalb seien Schulungen und Fortbildungen für alle Imker auch so wichtig.

Bienenmuseum Duisburg begrüßte in 2014 rund 4000 Besucher

Das Bienenmuseum an der Schulallee in Rumeln-Kaldenhausen hat im Vorjahr 4000 Besucher begrüßt. Das waren etwa so viele wie in 2013, erklärte Udo Schmelz vom hiesigen Kreisimkerverband.

An zwei Tagen in der Woche ist das Museum geöffnet: mittwochs und samstags, jeweils von 15 bis 18 Uhr. „Schulklassen können aber auch an jedem anderen Tag kommen – nach vorheriger Terminabstimmung“, erklärt Kreisverbands-Vorsitzender Schmelz. Eintritt: 2,50 Euro (Erwachsene) bzw. 1,50 Euro (Kinder). Terminabsprache: 02065/22 489 (Hildegard Hahn) oder 02841/51 434 (Gerda Schmelz).

Die erste Lehrveranstaltung des Jahres zur Fortbildung findet am morgigen Sonntag, 18. Januar, im Bienenmuseum statt. Ab 10 Uhr referiert Guido Eich aus Celle zum Thema „Biologie der Honigbiene“. Die Teilnahme ist für alle Mitglieder des Kreisimkerverbandes kostenfrei. Zu den Referenten der nächsten Monate zählt auch die Bochumer Uni-Dozentin Dr. Pia Aumeier.