In Duisburg fehlen 225 Plätze für die OGS an elf Schulen

An der Offenen Ganztagsschule fehlen an elf Duisburger Schulen 225 Plätze. Das Bild entstand an der Grundschule Böhmerstraße in Buchholz.
An der Offenen Ganztagsschule fehlen an elf Duisburger Schulen 225 Plätze. Das Bild entstand an der Grundschule Böhmerstraße in Buchholz.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Im Offenen Ganztag klaffen an vielen Duisburger Grundschulen Angebot und Nachfrage auseinander. Für das nächste Schuljahr fehlen 225 Plätze.

Duisburg.. Erstmals seit Bestehen des Offenen Ganztags (OGS) in den Grundschulen droht eine große Zahl von Eltern nach den Sommerferien ohne einen Betreuungsplatz für ihre Kinder dazustehen. An elf Duisburger Grundschulen gebe es Wartelisten mit insgesamt 225 Kindern ohne Zusage für eine Aufnahme nach den Sommerferien, bestätigt die Stadt auf Anfrage.

Groß ist die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage etwa an der Grundschule Mattlerbusch, wo 15 Plätze fehlen. „Die Eltern haben erst in der vergangenen Woche erfahren, dass sie jetzt im Zweifel ihren Job aufgeben müssen“, beklagt eine Mutter in der Facebook-Gruppe „Netzwerk Duisburg“.

Stadtverwaltung: Bisher gab es keine Warteliste

Die Schulverwaltung versucht zu ergründen, wie es zu dieser Versorgungslücke kommt. „Bisher hat es keine Wartelisten gegeben. Dass bei der Prognoseabfrage falsche Zahlen übermittelt wurden, könnte ein Grund sein“, so eine Stadtsprecherin. Zur Klärung werde es ein Gespräch zwischen Schulleitung und Schulamt geben. Dabei soll es auch um Lösungen für Härtefälle geben. „Einfach eine Gruppe mehr aufmachen, geht nicht“, so die Stadtsprecherin. Das Kontingent von insgesamt 5300 OGS-Plätzen an 61 Duisburger Grundschulen sei „komplett ausgeschöpft“.

Eine Aufstockung ist schon wegen der Finanzierung der OGS kurzfristig schwierig. In NRW zahlt das Land pro Schuljahr und Kind 700 Euro, weitere 410 € kommen von der Stadt, die Elternbeiträge bis zu einer Höchstgrenze von 150 € erhebt.

Schulen legen Kriterien für Vergabe fest

Die Kriterien für die Vergabe der OGS-Plätze legen die Schulkonferenzen der Grundschulen fest. Bevorzugt berücksichtigt werden in aller Regel berufstätige allein Erziehende und Eltern, die auf Betreuung angewiesen sind, weil beide berufstätig sind. Einen Rechtsanspruch auf einen OGS-Platz, wie bei der Betreuung im Kindergarten, gibt es im Grundschul-Ganztag nicht. Nachrücken kann ein Kind erst dann, wenn ein anderes seinen Platz aufgibt.