In aller Duisburger Fairness zur gerechten Welt

Infostellenleiter Martin Schaper (li.) und der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises, Armin Schneider, legen Wert auf Nachhaltigkeit.
Infostellenleiter Martin Schaper (li.) und der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises, Armin Schneider, legen Wert auf Nachhaltigkeit.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Infostelle „Dritte Welt“ des Evangelischen Kirchenkreises feiert 40-jähriges Bestehen. Sie vernetzt Menschen, die sich für Entwicklungsarbeit einsetzen

Duisburg.. Für viele Duisburger ist die Infostelle „Dritte Welt“ des Evangelischen Kirchenkreises Duisburg bereits seit Jahren eine Anlaufstelle, um sich für eine sozial gerechtere, menschenwürdigere und umweltverträglichere Welt zu engagieren. Nun feiert die Infostelle, die die einzige ihrer Art in der gesamten evangelischen Kirche im Rheinland ist, ihr 40-jähriges Bestehen.

Allerdings begeht der Leiter der Neudorfer Infostelle, Martin Schaper, den „Geburtstag“ nicht etwa mit einer großen Party – sondern reicht eine Tasse mit fair gehandeltem „Der Pott kocht fair“-Kaffee, der auch in dem nebenan liegenden „Weltladen“ vertrieben wird. Auf dem Tisch stehen Kekse und Schokolade aus nachhaltiger Produktion.

Für Schaper eine Selbstverständlichkeit. Denn: „Wir sind auch seit eineinhalb Jahren ,Fairtrade Town Duisburg’“, erläutert er und verweist dabei auf den Zusammenschluss von 23 Organisationen, die auf fair gehandelte Produkte, nachhaltigen Anbau und gerechte Bezahlung für Produzenten und Mitarbeiter auf anderen Kontinenten setzen. Das ist auch eine gutes Beispiel für die Kooperation mit anderen Gruppen. Schaper: „Wir sind auch eine Vernetzungsstelle für Entwicklungsarbeit.“

In den 70er Jahren gab es ein ganz anderes Bewusstsein

Die Liste der Aktivitäten der Infostelle ist dementsprechend lang: Sie organisiert Veranstaltungen zu entwicklungspolitischen und umweltorientierten Themen und bietet Gemeinden, Gruppen und Schulen Vorträge und Projekttage an. In der Mediothek können sich Interessierte Infomaterial zur Entwicklungsarbeit ausleihen.

Es hat sich in den vergangenen 40 Jahren aber auch einiges in der Arbeit geändert. „In den 70er Jahren gab es ein anderes Bewusstsein und andere Themen“, erinnert sich Schaper. So hätten sich damals Menschen in Anti-Apartheid-Gruppen oder Befreiungsbewegungen für die unterdrückte Bevölkerung etwa in mittelamerikanischen Ländern organisiert. „Das war alles sehr politisch“, so Schaper. „Heute dagegen ist es mehr eine Frage der persönlichen Mitverantwortung, etwa wie wir unseren Konsum ändern können. Junge Leute entscheiden sich viel spontaner mitzuarbeiten, engagieren sich aber auch kürzer und unverbindlicher.“

Wie wichtig die Infostelle auch für die evangelische Kirche ist, verdeutlicht der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Duisburg, Armin Schneider. „Sie setzt sich für Frieden, Gerechtigkeit und für die Bewahrung der Schöpfung auf der ganzen Welt ein und fördert das Bewusstsein für die dritte Welt“, meint Schneider.

Die Infostelle „Dritte Welt“ ist auf der Koloniestraße 92, 47057 Duisburg, Tel.: 0203/37 03 04, Mail: drittewel@aol.com