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Immer mehr Frauen werden Opfer von K.o.-Tropfen

20.01.2016 | 06:00 Uhr
Immer mehr Frauen werden Opfer von K.o.-Tropfen
Getränke sollte in der Disco nie unbeaufsichtigt bleiben.Foto: Matthias Clever

Duisburg.   Mit der Kampagne „K.O.cktail?“ klärt die Frauenberatungsstelle über die Gefahr von K.O.-Tropfen auf. Gerade in der Karnevalszeit sollten Feiernde aufmerksam sein.

Altweiber feiert Doris mit ihren Freundinnen in einer Bar. Obwohl sie selbst nur wenig Alkohol trinkt, fühlt sie sich schnell benebelt. Am nächsten Tag kann sie sich nicht erinnern, wie sie in ihre Wohnung gekommen ist und als sie duschen will, bemerkt sie Druckstellen an ihren Unterarmen. Dunkel blitzen Erinnerungsfetzen auf – ein Mann hatte sie festgehalten. Dieser Jemand muss ihr etwas ins Getränk geschüttet haben... Doris ist natürlich nur ein Beispielfall. „Doch immer mehr Mädchen und Frauen werden Opfer von K.O.-Tropfen“, wissen Gudrun Tackenberg, Gisela Oberheide und Diana Determann von der Frauenberatungsstelle.

Aufpassen auf Karnevalsfeiern

Mit der Kampagne „K.O.cktail. Fiese Drogen im Glas“ wollen die Mitarbeiterinnen verstärkt auf das Thema aufmerksam machen. Nicht erst nach den Angriffen in der Kölner Silvesternacht , sondern vor allem mit Blick auf die Karnevalszeit, in der häufig und exzessiv gefeiert wird und Mädchen und Frauen besonders gefährdet sind . Frauen wie Doris seien nach einer solchen Erfahrung verunsichert und verängstigt. „Viele schämen sich, weil sie denken, sie hätten zu viel getrunken und sich daneben benommen“, erklärt Gudrun Tackenberg. „Meist berichten sie von Schwindel, Benommenheit und Erinnerungslücken.“ Ein solcher Blackout könne je nach Dosierung der Droge bis zu vier Stunden anhalten. Es quält sie, weil sie kaum Erinnerungen an das Geschehene haben – Panik und Ängste können entstehen.

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Dabei werden nicht nur junge Frauen Opfer. „Das betrifft alle Schichten und jedes Alter.“ Wichtig sei in jedem Fall möglichst schnell ein Krankenhaus aufzusuchen, denn der Stoff, GHB oder GBL (Gammabutyrolacton), ist nur bis zu zwölf Stunden im Urin nachweisbar. „Wenn man merkt, dass etwas nicht stimmt, sollte man mit seinen Freunden sprechen, eine Beratungsstelle oder die Polizei aufsuchen“, raten die Expertinnen, die Betroffene an Psychologen und entsprechende Fachstellen vermitteln.

Das Glas nie unbeobachtet lassen

Um möglichst viele Mädchen zu erreichen, geht Diana Determann mit der Kampagne in Duisburger Schulen und Jugendzentren. In Workshops sollen die Jugendlichen sensibilisiert werden. „Wichtig ist, das Glas nie unbeobachtet zu lassen, beim Feiern ein Auge aufeinander zu haben.“ Sie rät: „Mit Freunden oder dem Personal sprechen, wenn man sich unwohl fühlt und umgekehrt sich um Freunde kümmern, die scheinbar zu viel getrunken haben.“ Im Zweifel sollte man stets die Polizei verständigen.

Etwa sieben K.O.-Tropfen-Opfer haben die Mitarbeiterinnen im vergangenen Jahr beraten. Die Dunkelziffer sei aber weitaus höher, wissen sie. Schließlich sucht nicht jede Betroffene professionelle Hilfe auf. Neben der Beratung bei sexualisierter Gewalt gegen Frauen, beraten die Mitarbeiterinnen auch bei häuslicher Gewalt. 400 solcher Fälle wurden ihnen in 2015 allein durch die Polizei vermittelt. Darüber hinaus führten sie weitere Gespräche – meist geht es um Trennungen, nach denen der Mann Gewalt ausübt oder Stalking. „Auch das ist zunehmend Thema“, sagt Gisela Oberheide.

Mitglied des Runden Tisches

Die Frauenberatungsstelle Duisburg wird vom Verein Frauen helfen Frauen e.V. getragen und ist Mitglied des Runden Tisches „Gewaltschutzgesetz für Duisburg“, der die Kampagne „K.O.cktail?“ unterstützt. Gefördert wird diese auch vom NRW-Gesundheitsministerium.

Die Frauenberatungsstelle sitzt an der Königstraße 30 und ist unter 0203-3461640 erreichbar. Schutz vor seelischer und körperlicher Misshandlung finden Frauen und deren Kinder auch im autonomen Frauenhaus:  0203-62213; Info: www.frauen-helfen-frauen.org

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Kommentare
26.01.2016
08:26
Immer mehr Frauen werden Opfer von K.o.-Tropfen
von Chrito | #10

Der Artikel ist eh recht einseitig und seltsam, K.O.Tropfen-Attentate sind laut Polizei "seit Ewigkeiten nicht mehr vorgekommen.".

Und wenn doch, es...
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Immer mehr Frauen werden Opfer von K.o.-Tropfen
Immer mehr Frauen werden Opfer von K.o.-Tropfen
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http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/immer-mehr-frauen-werden-opfer-von-k-o-tropfen-id11478678.html
2016-01-20 06:00
Ko-Tropfen,Gewalt gegen Frauen,Duisburg,Frauenberatung,Polizei
Duisburg