Im Wald ist es derzeit brandgefährlich

Viele Menschen genießen derzeit die Sonne und freuen sich, wenn die Wolken sich verziehen. Stadtförster Stefan Jeschke indes wünscht sich „einen richtig schönen dauerhaften Landregen.“ Denn auch in einigen Gebieten des Duisburger Waldes herrscht inzwischen erhöhte Waldbrandgefahr. Gestern lag die, nach Auskunft von Jeschke, im Baerler Busch noch bei Stufe 2, heute wird die Sonne sie auf Stufe 3 steigern. Das bedeutet nach dem Waldbrandgefahrenindex, der 5 Stufen aufweist, dass die geringe Gefahr eines Waldbrandes auf eine mittlere anwächst.

Alte Vegetation fängt leicht Feuer

„Überall dort, wo wir viel Nadelholz haben, wie im Baerler Busch und an der Sechs-Seen-Platte, gibt es eine potenzielle Gefahrenlage“, sagt Jeschke. Das gelte auch dort, wo viele alte Grasdecken aus dem vergangenen Jahr noch vorhanden seien. „Im Frühjahr gibt es die meisten Brände, im Sommer die schlimmsten“, erklärt der Stadtförster. „Im Frühjahr haben wir an zahlreichen Stellen im Wald noch die alte, tote, krautige Vegetation, die relativ leicht Feuer fängt.“ Da reiche ein weggeworfene Zigarette und schon brenne das wie Zunder, weil sich die Flammen auf einem solchen Boden gut ausbreiten könnten. Solche Feuer seien auch ganz schwer wieder in den Griff zu bekommen. Jeschke: „Wenn diese verdichtete Humusdecke einmal brennt, hilft auch kein Wasser. Das kann nicht eindringen.“ Stattdessen müsse man einen solchen brennenden Boden umgraben.

Waldbrände in den Griff zu bekommen kann deshalb tagelang dauern. Wie damals, als eine Insel in der Sechs-Seen-Platte abgefackelt ist. Das sei etwa acht Jahre her, erinnert sich Stefan Jeschke. „Das war ein relativ dramatischer Brand, mit dem die Feuerwehr mehrere Tage lang kämpfen musste, bis sie ihn unter Kontrolle hatte.“ Ein weiterer beschäftigte Förster und Feuerwehr 2008/2009. Das exakte Datum kann Jeschke nicht aus dem Ärmel schütteln, aber dass der Brand nach dem Sturm Kyrill ausgebrochen ist, weiß er nur zu gut. Denn das Feuer tobte auf der gut 5000 Quadratmeter großen Fläche, die der Duisburger Förster und seine Mitarbeiter wieder aufgeforstet hatten, nachdem der Orkan im Januar 2007 sie völlig verwüstet hatte.

Umso mehr wünscht sich Stefan Jeschke eine Woche schönen ergiebigen Regen, der die Gefahr eines Brandes hinweg spült. Denn just in diesen Tagen beenden die Waldarbeiterkolonnen die Wiederaufforstung der Schadensflächen, die der Pfingststurm Ela im vergangenen Jahr hinterlassen hat. Zwei Drittel der 6,1 Hektar umfassenden zerstörten Fläche haben die Kolonnen mit über 40.000 Bäume wieder neu bepflanzt. „Zwei bis drei Leute arbeiten in einer Kolonne, deren Leistung bei 500 bis 1000 Pflanzen am Tag liegt“, listet Jeschke auf. „Und nicht nur bei warmen Temperaturen ist man da abends geschlaucht. Die Jungs sind jetzt wirklich durch.“

Gerade auch für die Jungpflanzen wäre ein wenig Wasser von oben sehr willkommen. Für sie darf es auch ruhig ein bisschen mehr sein. Um die derzeitige Waldbrandgefahr wieder abzuschwächen, so Jeschke, reiche indes schon ein Tag Regen aus. Und der ist ja für Samstag bereits in Aussicht gestellt.