Im Tierkostüm schwitzen, um Menschen zum Lächeln zu bringen

Tiere standen Paten für die kreativen Kostüme, die ihre Träger zum Teil selbst entworfen oder auch handgenäht haben.
Tiere standen Paten für die kreativen Kostüme, die ihre Träger zum Teil selbst entworfen oder auch handgenäht haben.
Foto: Annette Kalscheur
Mit ihrem Hobby fallen sie auf: "Furrys" waren am Sonntag in der Duisburger Innenstadt unterwegs und begeisterten als fellgewordene Fantasie.

Duisburg.. Sie haben keine politische Botschaft, sie sind auch nicht in tierschützerischer Mission unterwegs. Die 20 Erwachsenen in ihren felligen Kostümen wollen einfach nur Spaß und gute Laune verbreiten. Und das gelingt ihnen an diesem Sonntag Nachmittag in der Duisburger Innenstadt problemlos. Mancher Passant guckt vielleicht ein bisschen verwundert, aber spätestens wenn so ein großes Plüschtier zum Kuscheln kommt, ist das Eis gebrochen.

Wer sich jetzt immer noch wundert, was das für eine Truppe ist und warum sie bei bestem Sommerwetter freiwillig ins Schwitzen gerät, der bekommt auf die Frage gleich den Klassiker der Gegenfrage: "Warum rennen 20 Erwachsene einem Ball hinterher?"

Kostüme sind zum Teil handgenäht

Sascha Hoppe, der sein Fell zugunsten der Videokamera daheim gelassen hat, beobachtet, dass kaum einer lächelnd durch die Stadt läuft. "Aber das ändert sich, wenn sie uns sehen, dann haben sie eine Gelegenheit, aus ihrem Alltag auszubrechen." Das gilt umgekehrt auch für die Fellträger, die zwischen 18 und 40 sind: "Wir machen den Leuten eine Freude, bringen die Kinder zum Lachen, und das macht auch uns glücklich." Dafür sind sie an diesem Sonntag aus dem ganzen Ruhrgebiet in Duisburg zusammengekommen. Die kleine Szene ist gut vernetzt.

Nur bei einem Thema werden die Furrys ernst: Kürzlich in Nürnberg haben ein paar Spaßbremsen versucht, an einem der Kostüme herumzuzündeln. Das ist erstens lebensgefährlich, und zweitens sind viele der Kostüme handgenäht, selbst gebaut, "da steckt viel Energie drin!" erzählen sie. Daher sind sie auch ein bisschen wasserscheu.

Kinder sind begeistert

Für die dreijährige Ecrin hat sich der Bummel über die Königstraße gelohnt. Sie spielte mit den ausgesprochen freundlichen Wölfen, Hunden, Fantasie-Bären, drückte ihr flauschiges Fell. Ecrins Mama Gül lässt das staunen: "Das ist keine Werbung, das ist echt ein Hobby? Das macht nicht jeder!".

Deutschlands Furrys treffen sich im August in Berlin. Mehr zu dem Hobby und seiner Geschichte gibt es unter www.eurofurence.de