Im New Yorker One World Trade Center steckt Duisburger Stahl

Am Eingang des „One World Observatory“ in New York: (v. l.) Steffen Ranisch, Harald Molder, General Manager John Urban und Rainer Bongart.
Am Eingang des „One World Observatory“ in New York: (v. l.) Steffen Ranisch, Harald Molder, General Manager John Urban und Rainer Bongart.
Foto: Connie Ngo
Was wir bereits wissen
Für das One World Trade Center in New York hat HKM den Stahl für das Gebäude und die Riesenantenne produziert, die Aufzüge sind von Thyssen-Krupp.

Duisburg.. Das neue One World Trade Center im südlichen Teil Manhattans ist nicht nur das Wolken kratzende Wahrzeichen von New York, sondern zählt auch zu den bekanntesten Hochhäusern der Welt. Was viele aber nicht wissen, ist die Tatsache, dass hunderte Tonnen Stahl in diesem Bauwerk stecken, die in Duisburg produziert wurden.

Dazu gehören einige Gebäudeteile, die Aufzüge und auch die mächtige Spitze, die allein 124 Meter hoch und über 700 Tonnen schwer ist. Produziert wurden der Stahl und einzelne Elemente bei den Hüttenwerken Krupp-Mannesmann und bei Thyssen-Krupp Steel. Eine kleine Reisegruppe aus Duisburg erzählte dem General Manager der in 400 Metern Höhe gelegenen Aussichtsplattform von der Herkunft des verbauten Materials – und dieser lud seine Gäste aus „Good Old Germany“ spontan zu einem Blick hinter die Kulissen des Hochhauses ein.

Duisburger nahmen an der Steuben-Parade in New York teil

Doch der Reihe nach: Eine knapp 40-köpfige Gruppe war im September aus Duisburg über den „großen Teich“ gereist, um sieben Tage in New York zu verbringen – darunter 30 Mitglieder des Meidericher Carneval-Vereins. Sie alle nahmen an der 59. Steuben-Parade teil. Das ist ein Straßenumzug im Herzen von New York, bei dem die Nachkommen deutscher Einwanderer jedes Jahr mit Gästen aus der Heimat ihrer Vorfahren eine Art Oktoberfest feiern.

„Eine kleine Gruppe von uns hatte bei der Planung der Reise die Idee, der Geschäftsführung des Hochhauses davon zu erzählen, dass die Firma HKM aus Huckingen einen großen Anteil am Bau des Gebäudes hatte“, erzählt Harald Molder (55) aus Ungelsheim, der zur Reisegruppe gehörte. Mit Steffen Ranisch (selbst ein HKM-Mitarbeiter) und Rainer Bongart (der seit Jahrzehnten bei Fremdfirmen für HKM arbeitet) stattete er dem One World Trade Center dann einen Besuch ab. Und das Trio war völlig überrascht, als sie John Urban persönlich am Eingang des „One World Observatory“ begrüßte. Er ist der General Manager dieser Aussichtsplattform. „Und wie es sich für gute Gäste gehört, haben wir ihm einige kleine Geschenke mitgebracht“, erzählt Molder. Dazu gehörte etwa das Jubiläums-Kochbuch, eine Infoschrift in Englisch und eine Werkszeitung von HKM.

HKM produzierte rund 300 Tonnen Stahl fürs One World Trade Center

John Urban war begeistert – und lobte: „Ohne eure Firma und euch würde das Gebäude hier nicht stehen.“ Der Gastgeber ermöglichte den Duisburgern danach Einblicke in die Schaltzentrale des Wolkenkratzers – also dort, wo „normale“ Besucher nicht hinkommen würden. Und auf der Aussichtsplattform in der 102. Etage in 406 Metern Höhe genossen sie die spektakuläre Rundumsicht auf Manhattan, Brooklyn und New Jersey. Diese Fernsicht haben allein in diesem Jahr bereits einige Millionen Gäste genossen.

Die Produktion des Stahls bei HKM und die Auslieferung an die weiterverarbeitenden Firmen liegt übrigens schon einige Jahre zurück: Es war 2008, als HKM rund 300 Tonnen Stahl versandte. Der Löwenanteil ging nach Frankreich und von dort an einen Antennenhersteller in Kanada. Dort lagerten die Teile, bis im Herbst 2012 mit der Errichtung der 124 Meter hohen Riesen-Antenne begonnen wurde. Im Mai 2013 waren diese Arbeiten abgeschlossen. Inklusive der Spitze misst das Hochhaus 541,30 Meter. Es ist damit das vierthöchste Gebäude der Welt.