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Im Multimedia-Thriller "Apocalypsis" ist der Papst ein Duisburger

19.08.2012 | 18:18 Uhr
Im Multimedia-Thriller "Apocalypsis" ist der Papst ein Duisburger
Der Autor Mario Giordano mit dem Roman „Apocalypsis“ vor dem Kölner Dom.Foto: Friedhelm Thelen

Duisburg.  Papst Johannes Paul III ist Duisburger - zumindest im neuesten Thriller "Apocalypsis" von Autor Mario Giordano. Doch der Roman bietet noch mehr Besonderheiten: Er erscheint zunächst als App, anschließend als E-Book-Version und erst viel später als klassisches Buch: in dieser Form eine Weltneuheit.

Mario Giordano erdachte für seinen Kirchen-Thriller nicht nur eine ungewöhnliche Herkunft für Johannes Paul III. – der Roman selbst erschien zunächst multimedial als App. Fortsetzung folgt.

„Die Welt hält den Atem an. Denn Ungeheuerliches ist geschehen. Der Papst ist zurückgetreten. Johannes Paul III. legt sein Amt nieder. Der frühere Pfarrer aus Duisburg ist erst der zweite Pontifex Maximus in der zweitausendjährigen Geschichte der römisch-katholischen Kirche, der diesen Schritt aus freien Stücken wagt.“

Apocalypsis, Band 1

Keine Sorge. Der Papst ist freilich immer noch im Amt. Und auch der Vatikan existiert noch. In Wirklichkeit keine Überraschung – im aktuellen Roman von Mario Giordano ist das jedoch etwas völlig anderes. Im Mystery-Vatikan-Thriller „Apocalypsis“ ist die Existenz der katholischen Kirche massiv bedroht. Und mittendrin steckt Franz Laurenz.

Sechs Jahre – von 2005 bis zu seinem Rücktritt am 1. Mai 2011 – leitete er als Johannes Paul III. die Geschicke der größten Glaubensgemeinschaft der Welt. Er plante das Dritte Vatikanische Konzil, in Afrika erklärte der Arbeitersohn aus Duisburg, dass der Gebrauch von Kondomen nicht im Widerspruch zum katholischen Glauben stehe, und er führte einen Dialog mit dem Islam.

Informationen

Mario Giordano wurde am 30. Mai 1963 in München geboren. Nach seinem Studium der Philosophie und Psychologie in Düsseldorf erfüllte er sich den Traum, Schriftsteller zu werden. „Das sage ich auch bei Kinderbuchlesungen: Man muss einen Traum haben und versuchen, ihn wahr werden zu lassen“, so der Autor. Aktuell schrieb er das Drehbuch für die ARD-Produktion „Schneeweißchen und Rosenrot“. Zudem war er unter anderem für „Tatort“ und „Schimanski“ tätig. Dazu kommen Romane und Erzählungen. Außerdem leitet er Drehbuchseminare zum Beispiel bei der Filmakademie Baden-Württemberg. Erst kürzlich gab er einen Kurs an einer Universität in Iowa. „Wenn ich schreibe, plotte ich die Geschichten durch. Man muss den Anfang, die Mitte und das Ende kennen. Den Weg kann man beim Schreiben auch mal verlassen, um dann wieder auf ihn zurückzukommen.“

Und das sind die Preise für „Apocalypsis“ in den verschiedenen Varianten: In der App kosten die einzelnen Episoden 1,59 Euro (der Season’s Pack kostet 14,99 Euro). Als E-Book kostet jede einzelne Episode 99 Cent. Der Roman als Taschenbuch ist für 8,99 Euro zu haben. Weitere Infos gibt es im Internet unter: www.apocalypsis.de.

Im „Courier Online“ beschreibt ihn der Autor Peter Adam – der Journalist ist die Hauptfigur des Romans – als „Roten Papst“. Denn zu all diesen ungeheuerlichen Reformen kommt die Tatsache, dass Laurenz von ganz unten kommt. Einer aus der Arbeiterschicht. Einer, der früher geboxt hat. Einer mit großen Händen, die nicht nur kräftig zupacken, sondern auch ganz zart wirken können. Der Rücktritt steht im Zusammenhang mit einer okkulten, satanischen Sekte. Die „Träger der Lichts“ wollen die Kirche vernichten. Um das zu verhindern, tritt der Papst zurück.

"Eine Arbeiterstadt eben"

Ein Duisburger als Papst? Mario Giordano schmunzelt. „Ich komme aus der Region“, sagt der Autor des Romans „Apocalypsis“. „Ich habe 20 Jahre lang in Düsseldorf gelebt und kenne Duisburg daher.“ Einen solchen Papst in Hamburg, Berlin oder München anzusiedeln – das hätte einfach nicht gepasst. Es wäre nicht authentisch gewesen.

„Er sollte jemand sein, der sich von unten hochgearbeitet hat. Und selbst Leute, die noch nie in Duisburg waren, können etwas mit der Stadt verbinden. Durch die Wahl der Heimatstadt kann man die Figur bereits gut charakterisieren.“ Das Image der Stadt empfindet Giordano dabei durchaus als positiv. „Eine Arbeiterstadt eben.“

Der Roman als App

Das, was diesen Thriller so besonders macht, ist allerdings die Form, in der er erschienen ist. Band 1 der geplanten Trilogie ist im Bastei-Lübbe-Verlag inzwischen auch als Taschenbuch erschienen, aber diese Variante ist die Drittverwertung des Stoffs. „Bastei Entertainment“, die digitale Sparte des Verlags, kam auf Mario Giordano zu und fragte einen Vatikan-Thriller in drei Bänden an. Die Idee dahinter: In erster Linie erscheint der Roman als App für Pads – also Tablet-Computer – und Smartphones.

„Im Vordergrund steht eindeutig das Lesen“, erläutert Giordano den Ansatz. Die Aufarbeitung ist allerdings ungeheuer komplex. Kapiteltrailer wurden als Filmsequenzen aufgenommen. E-Mails, die in der Taschenbuch-Variante abgedruckt werden, erreichen den Leser an der richtigen Stelle und können dann gelesen werden.

An vielen Stellen sind Hintergrundinformationen abrufbar. Und wenn die Figur eine Notiz bekommt, ein Bild sieht – dann kann der Leser dies auch sehen, drehen und betrachten. Eine Szene, in der die Figur Peter Adam mittels Waterboarding gefoltert wird, wurde mit Schauspielern dargestellt – „und mit Mitarbeitern des Verlags. Seither kann man Autoren sagen, dass der Cheflektor ganz genau weiß, wie Waterboarding funktioniert“, lacht der Autor.

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    Seite 2: Buchleser müssen sich gedulden
    Seite 3: Viel Investition in die Recherche

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Kommentare
19.08.2012
23:22
Der Papst aus Duisburg schwebt in Gefahr
von stan44 | #1

Ein phantastischer Thriller. Vergesst Dan Brown und Andreas Eschbach!

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