Im Internet Schwangerschaft von Duisburger Delfin beobachten

Beim schwangeren Delfin-Weibchen Pepina im Delfinarium des Duisburger Zoos werden alle zwei Wochen Ultraschall-Bilder vom ungeborenen Baby gemacht.
Beim schwangeren Delfin-Weibchen Pepina im Delfinarium des Duisburger Zoos werden alle zwei Wochen Ultraschall-Bilder vom ungeborenen Baby gemacht.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Im August soll ein Delfinbaby im Duisburger Zoo auf die Welt kommen. Bis dahin kann man im Internet die Schwangerschaft von Tümmler Pepina beobachten.

Duisburg.. „Astrein, die gefaltete Fluke, das sieht super aus“, begeistert sich Dr. Kerstin Ternes. Mit dem Schallkopf des Ultraschallgeräts fährt sie über den Bauch von Pepina und betrachtet verzückt auf dem Bildschirm das ungeborene Delfinbaby. Die leitende Tierärztin des Duisburger Zoos begleitet derzeit die Schwangerschaft von Pepina, dem dienstältesten Tümmler im Becken. Und das macht sie mit solcher Inbrunst, dass man sie sich auch als Gynäkologin wünschen würde.

Lange eingespielt sind die medizinischen Tests mit Tier und Team, ein Fingerzeig der Tierpflegerin reicht und die anderen Delfine machen Platz, ein Handzeichen genügt und die über zwei Meter lange Pepina dreht sich bereitwillig rücklings, damit Ternes mit dem Schallkopf das Delfinbaby vermessen kann. Das wird intensiv trainiert, weil Delfine die Schwingungen des Ultraschalls spüren und sich erst daran gewöhnen müssen, erklärt Ternes.

Rudernde Flipper auf dem Ultraschallvideo

Aber wie beim Menschen auch ist die Bestimmung des Geschlechts oft Glückssache, diesmal gibt es dafür ein sehr präzises Bild der Nabelschnur, im Video werden die kleinen rudernden Flipper festgehalten, das sich öffnende Maul, die Wirbelsäule. Zwischen 40 und 50 Zentimeter ist der Zwerg jetzt groß und hat damit fast die Hälfte seiner Geburtsgröße erreicht, sagt Ternes zufrieden.

Wer als Laie ins Wasser blickt, kann nicht auf Anhieb die schwangere Pepina von den anderen unterscheiden. Als ursprünglich schlankeste von allen ist sie jetzt im mittleren Drittel der Schwangerschaft gerade mal „proper“, so Ternes. Mitte August soll es soweit sein, Aufschluss über den präziseren Geburtstermin werden später tägliche Temperaturmessungen geben - wie bei vielen Frauen sinkt die Temperatur der Delfine kurz vor der Entbindung um ein Grad.

Gesäuge per Lineal vermessen

Außerdem wird das Gesäuge per Lineal vermessen, denn das wird durch die einschießende Milch größer und ist ebenfalls ein eindeutiges Indiz. Gestillt wurde daran noch bis vor kurzem Sohn Diego, 2011 zur Welt gekommen. Aber Stillen ist auch bei Delfinen eben nicht die allersicherste Verhütungsmaßnahme.

Alle 14 Tage steht der Ultraschall an. Aus menschlicher Perspektive purer Luxus, da sind drei dieser Untersuchungen während der ganzen Schwangerschaft die Regel. „Aber Mütter können sagen, wie sie sich fühlen. Wildtiere zeigen nicht, wenn es ihnen schlecht geht, sie maskieren so lange wie möglich, um sich zu schützen“, begründet Ternes.

Dokumentation dient der Transparenz

Abgesehen davon dient die engmaschige Dokumentation auch der Transparenz, die der Zoo in die Auseinandersetzung mit protestierenden Tierschützern bringt. Dr. Kerstin Ternes, die auch Kuratorin des Delfinariums ist, steht oft genug im Auge des Sturms, muss sich vieler Vorwürfe erwehren. Jetzt könne jeder die Blutuntersuchungen jedes Tieres nachlesen, den Werdegang aller Tiere aus 50 Jahren Delfinhaltung - und aktuell auch alle Ultraschallbilder betrachten unter www.delfinarium-zoo-duisburg.de.

Die gefaltete Fluke übrigens, eingangs erwähnt, wird erst nach der Geburt zu voller Größe auffalten und steif werden. Das Tier kommt bei der Geburt mit der weichen Fluke raus, ist noch 20 bis 30 Minuten durch die Nabelschnur mit der Mutter verbunden, in der Zeit härtet die Fluke in dem kälteren Wasser aus. Danach kann der Delfin damit zum ersten Luftholen nach oben schwimmen.