IHK will „Stresstest“ für Verkehr

Foto: Lars Heidrich

Einen „Stresstest für die Infrastruktur“ forderte Kammerpräsident Burkhard Landers beim gestrigen Neujahrsempfang der Industrie- und Handelskammer im Theater am Marientor. Computer-Simulationen sollten zeigen, welche Folgen mit dem Ausfall wichtiger Verkehrs-Achsen verbunden sind und was in einem solchen Fall zu tun ist. Als Beispiele nannte er die mögliche Sperrung der maroden A-40-Rheinbrücke oder der Ausfall einer Schleuse. Das Zusammenbrechen ganzer Verkehrsketten drohe zur „Zeitbombe für unseren Industriestandort“ zu werden.

Den Verfall von Straßen, Schienen- und Wasserwegen zu stoppen, nannte Landers als „zentrales Thema unserer Region“. Schon jetzt seien der schlechte Zustand von Straßen und Brücken wie auch die Dauerstaus entscheidende Faktoren bei der Ansiedlungsentscheidung von Unternehmen. Die Kammer habe bereits Mitte des Vorjahres bei NRW-Verkehrsminister Michael Groschek darauf gedrängt, die Planungen für einen Neubau der Rheinquerung bei Neuenkamp voranzutreiben. Schon frühzeitig müsse es zu diesem Thema einen „systematischen Dialog zwischen Bürgern, Wirtschaft und Planungsbehörden“ geben.

Die Energiewende bereitet der heimischen Wirtschaft nach wie vor Kopfzerbrechen. Man könne sich nach dem Ausstieg aus der Kernenergie nicht auch noch den Ausstieg aus der fossilen Energiewirtschaft leisten.

Kritisch würdigte Landers noch einmal das Drehen an der Steuerschraube wie beispielsweise durch die Stadt Duisburg. Sparen empfahl er den Kommunen als Alternative, unter anderem durch verstärkte Zusammenarbeit. Auch den Mangel an Flächen für Unternehmen sprach der IHK-Präsident an. Der immer wiederkehrende Verweis auf Industrie-Brachen helfe nicht weiter, weil diese in der Regel nicht erschließbar und damit ungeeignet seien.

Erhebliche Anstrengungen forderte Landers auch von den Unternehmen bei der Sicherung von Fachkräften. Zuwanderung sei erforderlich, die „klug gesteuert werden muss“. Für Duisburg kündigte der IHK-Präsident einen „Masterplan Wirtschaft“ an, mit dem Unternehmen, Politik und Verwaltung Zeichen setzen müssten.

Gastredner des Abends war Prof. Christoph Schmidt, der Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, der von einer stabilen deutschen Wirtschaft sprach, die sich aber auf drei Herausforderungen einstellen müsse: Fachkräftemangel, Globalisierung und das dringende Bedürfnis, sich auf die nächste Wirtschaftskrise vorzubereiten.