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IHK - Stärken sind Fluch und Segen zugleich

28.12.2011 | 17:59 Uhr
IHK - Stärken sind Fluch und Segen zugleich
Der Hafen: Starkes Wirtschaftsbein Duisburgs, aber auch ein KrisenbarometerFoto: Stephan Eickershoff

Duisburg. Duisburgs starkes Stahlbein als Europas größter Produktionsstandort und seine Drehscheiben-Funktion und Logistik-Zentrum nicht zuletzt mit dem weltgrößten Binnenhafen sind Fluch und Segen zugleich.

Aufschwünge bescheren viel Dynamik, Abschwünge sind umso schmerzhafter. Mit dieser Wechselwirkung erklärt Theodor Friedhoff, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer, den Negativ-Trend Duisburgs beim jüngsten Städteranking 2011 des Instituts neue Soziale Marktwirtschaft. Danach liegt Duisburg unter den 50 deutschen Großstädten mit Platz 46 ziemlich am Ende und sackte vor allem in der Dynamikentwicklung der letzten Jahre deutlich ab: von Platz 19 auf Platz 44.

Wirtschaftskrise hat "starke Verwerfung" hinterlassen

Stahl und Logistik, dazu Maschinenbau und Chemische Industrie: Die Wirtschafts- und Finanzkrise 2007/2008 hat, so der IHK-Experte, Duisburgs Wirtschaftsdaten in den vier Pfeilern besonders hart getroffen und „starke Verwerfungen“ hinterlassen. Sie boomen aber auch mit florierender Wirtschaft, so dass Friedhof zuversichtlich ist, dass Duisburgs Dynamik wieder Fahrt aufnimmt: „Ich bin auf das Ranking 2012 gespannt“, so Friedhoff, der für das kommende Jahr starke Potenziale sieht;In der Industrie und vor allem auch im Verkehrs- und Logistik-Bereich, in dem Branchenkenner beim Güterumschlag einen enormen Zuwachs (plus 70 % bis 2025) erwarten. Auch von der Innenstadt-Entwicklung erhofft sich die IHK vieles.

Hausgemachte politische Entscheidung

Allerdings: Es gibt hausgemachte politische Entscheidungen, die in den Augen der IHK nicht gerade zu einer „vorzeigbaren Wirtschaftsfreundlichkeit“ beitragen. Friedhoff nennt die von Rot-Rot-Grün beschlossene Gewerbesteuererhöhung 2010, die Grundsteuererhöhung 2011. Auch die Einführung der Bettensteuer im Hotelgewerbe stößt in der Branche und in der Wirtschaft nicht auf Freude. „Das sind die falschen Signale“, warnt der IHK-Geschäftsführer.

Zugleich fordert die IHK, dass Duisburg auf seine Stärken als Industrie-, Logistik- und Handelszentrum setzt und sie fördert. So sieht Friedhof einen weiteren Bedarf an frei verfügbaren Gewerbeflächen für wachsende oder neue Unternehmen. Zudem empfiehlt die IHK eine noch stärkere Kooperation der Häfen in der Region. Dabei hat die IHK auch ihren niederrheinischen Kammerbezirk etwa mit dem Hafen Wesel im Blick. Und in Sachen Handel erneuert die IHK ihre Mahnung, „weiter auf die Innenstadt“ zu setzen.

Oliver Schmeer



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