IHK sorgt sich um die Innenstadt
20.05.2010 | 19:17 Uhr 2010-05-20T19:17:00+0200
IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger zeichnet ein düsteres Szenario für die Innenstadt.
Dies gilt für den Fall, dass die Ansiedlung des Möbelriesen auf dem Gelände der Freiheit am Hauptbahnhof, die Erweiterung eines Fachmarktzentrums (Mercatorcenter) und die Ansiedlung eines Factory-Outlet-Centers umgesetzt werden sollten. Damit würde die Verkaufsfläche im Stadtgebiet mit einem Schlag um 100.000 qm wachsen.
Dietzfelbinger zur Größenordnung: „Das ist in der Summe fast so viel wie die existierende City derzeit insgesamt aufzuweisen hat.“ Der IHK-Chef prophezeite gestern bei der Vorstellung des „Handelsreport Ruhr 2010“: „Durch die 100.000 zusätzlichen Quadratmeter droht die Duisburger City zerrissen und zerrieben zu werden.“
Er appellierte an die Stadtplaner und Stadtentwickler, den Blick auf die Gestaltung der Kernstadt zu richten. „Duisburg hat Chancen durch Wasser, die Altstadt und die schönen Plätze.“ Hier läge Duisburgs Potenzial, unterstrich Dietzfelbinger.
Auch IHK überrascht
Die vor einer Woche in München bekannt gewordenen Pläne, im südlichen Bereich des früheren Güterbahnhof-Areals einen Möbelriesen anzusiedeln, hat auch die IHK überrascht. Wie berichtet, war eine Delegation der Stadt mit Fakten regelrecht überrumpelt worden, da der Münchener Unternehmer Kurt Krieger längst mit Grundstückseigentümer Aurelis handelseinig geworden war, um seine Möbelträume auf 65.000 qm Fläche umsetzen zu können.
Nicht allein Dietzfelbinger fragt sich jetzt: „Was wir nun eigentlich aus der Umsetzung des Masterplans Innenstadt von Lord Norman Foster?“ Astrid Schulte, IHK-Geschäftsführerin für die Sparte Handel, Dienstleistungen, Mittelstand und Außenwirtschaft, rät zu einem Stück mehr Gelassenheit. Noch sei schließlich der Masterplan für die Duisburger Innenstadt bindend. „Erst müsste der Rat eine andere Entscheidung treffen.“ Dietzfelbinger sieht in der aktuellen Situation einen „Prüfstein des ernsthaften Willens“ und zeigt auf die Verantwortung der Kommunalpolitik.
Die Kammer geht übrigens davon aus, dass der Stadtrat in seiner heutigen Sondersitzung die Entscheidung zu Karstadt kippen wird. Dortmund und zuletzt Bochum haben per Ratsvotum einen Steuerverzicht beschlossen.

09:09
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
22:41
droht die Duisburger City zerrissen und zerrieben zu werden.“
Na und! Wen intressiert das denn? Man hat jahrelang zugeschaut wie die City immer mehr den Bach runterging. Alles geblockt und kaputt Diskutiert, um den Einzelhandel zu schützen genützt hat es offensichtlich nichts.
Die frage ist also doch warum klappt es anderorts und in Duisburg nicht? Antwort da wird gehandelt. In DU nur geplant anschlissend zerredet und und nichts kommt zu stande.
22:03
Ich halte die IHK (im Gegensatz zu vielen anderen kleinen und kleineren Unternehmen und Unternehmern) für eine wichtige und repräsentative Organisation.
Aber nur nach Fosterplan zu schreien, weil gerade mal keine Fenster aus dem Gesellenstück des Lord Fosters (dem Schiff der Wirtschaftsföderung an der Mülheimer Straße) auf vorbeieilende Passanten fallen, ist in meinen Augen kurzsichtig und lediglich dem Mainstream der Vollversammlung geschuldet.
Noch was.
Nur weil der ehemalige IHK-Präsident Dr. Kleier gerade sein Möbelhaus in Moers dem geänderten Kundenaufkommen anpasst (also mit Teilgeschäftsaufgabe Räumungsverkäufe appetitlich anrichtet) sollte ein Möbellogistik- und Möbelverkaufszentrum nicht von vorne herein ausgeschlossen und kaputt geredet werden.
22:00
#1 Die Fachleute der IHK wirbelnaber auch alles durcheiander: Finke wollte 65000m² Verkaufsfläche, ohne dass die IHK groß gemoppelt hätte, Krieger will jetzt nach den Berichten 48000m² Verkaufsfläche und jetzt wirft die IHK wieder einmal alles quer durch die Diskussionswelt. Diese Herrschaften haben in ihrer gebührenfinanzierten Welt völlig den Überblick aber v.a. jeden Realitätsbezug verloren. Zudem schützen sie ja wohl eher den Niederrhein vor einer Erstarkung Duisburgs als die Duisburger Entwicklung!! Kein vorzeigbares Ergebnis....
21:27
Tja was ist mit dem Masterplan Innenstadt? Die IHK sollte sich nicht sorgen, dass er nicht, sondern vielmehr dass dieser Foster-Unfug wirklich umgesetzt. wird. Wenn erst mal die ganze Innenstadt mit Spielstraßen zugepflastert ist, wird´s für den Einzelhandel hier noch enger.
Und malt nicht schon wieder ein Gespenst an die Wand. Der Niedergang des Einzelhandels in der Innenstadt ist schon im vollen Gange – s. Münzstraße, s. Beekstraße, s. Tonhallenstraße usw. ... Das und der dubiose Foster-Masterplan machen mir Angst, nicht aber das Möbelzentrum von Krieger. So was kann und muss eine gesunde Innenstadt aushalten. Die Essener leben ganz prächtig mit ihrem IKEA und ihrem Möbel-Kröger direkt in der City!
20:00
Der realistische Bericht zeigt eindeutig, daß es für Duisburg besser wäre, fundierte Fachleute der IHK als die sog. Stadtplaner mit solchen Aufgaben zu betrauen.