IHK läuft Sturm gegen Factory Outlet in Duisburg
23.06.2010 | 16:07 Uhr 2010-06-23T16:07:00+0200
Duisburg.Die IHK kämpft immer härter gegen das im Duisburger Norden geplante Factory Outlet. Vorwurf: In einer von der Stadt beauftragten Expertise wurde mit geschönten Zahlen operiert, um das Center durchzudrücken. Ein „Gegengutachten“ bestärkt sie.
Starker Tobak: Wurde in einer von der Stadt in Auftrag gegebenen Expertise mit geschönten Zahlen operiert, nur um am Standort Rhein-Ruhr-Halle ein Factory Outlet Center (FOC) durchdrücken zu können?
Der Eindruck drängt sich zumindest dem Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer (IHK), Dr. Stefan Dietzfelbinger, auf. Ein von der Kammer selbst in Auftrag gegebenes „Gegengutachten“ stärkt den IHK-Chef in seiner Einschätzung.
Das von der IHK eingesetzte Gutachterbüro aus Dortmund stellte fest, dass die Begründungen für die Ansiedlung eines FOC im Norden der Stadt und damit die Schaffung eines zweiten Hauptzentrums „fehlerhaft und nicht plausibel“ seien. Dietzfelbinger: „Mit dem Standort Marxloh für ein Factory Outlet Center setzt die Stadt Duisburg definitiv auf das falsche Pferd.“ Damit verabschiede sich Duisburg von der Umsetzung des Masterplans Innenstadt, die vom Rat vor drei Jahren einstimmig gefasst worden war.
Innenstadt gefährdet
Ein mit 25.000 qm Verkaufsfläche konzipiertes FOC gefährde nachhaltig die Innenstadt, ist Dietzfelbinger überzeugt. Er appelliert eindringlich an den Rat, die Foster-Planung nicht zu beerdigen. „Das ist für Duisburgs Ausbau als Oberzentrum der einzig zukunftsträchtige Weg.“
Politik und Verwaltung dürften nicht am Standort Rhein-Ruhr-Halle festhalten, nur weil eine andere Nutzungsmöglichkeit gefunden werden müsse, die eine kräftige Rendite abwirft, machte IHK-Geschäftsführerin Astrid Schulte deutlich. Und sie bestreitet zudem, dass Marxloh und Hamborn durch eine FOC-Ansiedlung zu Profiteuren werden könnten. Das Gegenteil wäre der Fall, prophezeit die IHK-Spitze. Die Zentren in beiden Stadtteilen würden verlieren. Astrid Schulte: „Zwei Mittelzentren schaffen noch lange kein Oberzentrum.“
Und die Gutachter bemerken: „Keines der beiden Zentren könnte die Ausstrahlungskraft eines Oberzentrums erreichen.“ Um den Norden zu stärken, bedürfe es stadtteilbezogener Masterpläne und „qualifizierter und passgenauer Konzepte“, heißt es in dem Gutachten der IHK. Alt-Hamborn und Marxloh müssten sich von Innen nach Außen entwickeln. IHK-Chef Dr. Stefan Dietzfelbinger: „Gerade die Stadtteilzentren sind Verlierer des Strukturwandels im Einzelhandel.“ Und gerade die großflächigen Einzelhandelsbetriebe seien die Treiber einer solchen Entwicklung.
„Wunschergebnisse beschrieben“
Für Dietzfelbinger steht fest: „Offensichtlich wurden mit den beiden von der Stadt befürworteten Untersuchungen Wunschergebnisse beschrieben.“ Als Entscheidungsgrundlage für Politik und Verwaltung seien sie, so der Hauptgeschäftsführer der IHK, „schlicht unbrauchbar.“
Die Bewertung der IHK-Gutachter deckte auf, dass neben stadtplanerischen Aspekten auch absatzwirtschaftliche Fehleinschätzungen vorgenommen wurden. So sei die Auswahl der untersuchten Standorte und Zentren im Umfeld Duisburgs in Teilen nicht nachvollziehbar, hieß es gestern bei der IHK. Vereinzelt seien je nach Bedarf Bestandsumsätze zu hoch oder zu niedrig angesetzt worden, und die Einbeziehung einzelner Städte hätte in der Summe zu einer Verringerung der möglichen absatzwirtschaftlichen und damit auch möglichen städtebaulichen Auswirkungen geführt. Zudem, so die IHK, basiere der im Einzelhandels- und Zentrenkonzept ermittelte Entwicklungsbedarf des Duisburger Einzelhandels auf zu geringen Eingangswerten sowie auf fehlerhaft hergeleiteten und überhöhten Zielgrößen.
Wie gesagt: Starker Tobak.

18:17
Die IHK lebt von Zwangsbeiträgen und hat null, absolut null Legitimation sich zu irgendetwas zu äussern.
15:34
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13:50
@ jakobswege
Gute Idee, suchen wir nach neuen Wegen!
Die DaL/DWG ist also hier im NRZ-Forum auf Stimmenfang?
Gibt es denn auch was konkretes was die DaL/DWG zu diesem Thema sagen will?
13:24
Gutachten, Gegengutachten, Hauptgutachten? Jeden Euro kann man wohl nur einmal ausgeben. Insofern: Innenstadt, Centro, Rheinruhr Centrum, Essen Centrum, Venlo, Krefeld, Düsseldorf ????
Der Leerstand in der Innenstadt ist auch ohne Outlet Center Realität und ob der mit FOC wachsen würde? Ich weiss es nicht.
Wachsen würde auf jeden Fall der Autoverkehr in und um Hamborn. Da ist aus meiner Sicht eine Qualitätsdiskussion von Nöten. Nicht ob, sondern wie und was ist das Gebot der Stunde. Gleiches denke ich, sollte auch mit der Bahnbrache in der Innenstadt geschehen: Nicht ob Möbel, sondern in welchem Umfang und in welcher Qualität wird gebaut. Auf irgendwelche charakterlosen Beton- und Plattenbauklötze, die mit asphaltierten und geteerten Parkplatzflächen abends und nachts leergefegt im Lichterglanz erstrahlen, kann ich jedenfalls gut verzichten.
12:44
Tja, dann schnappt sich das FOC eben eine andere Stadt und Duisburg guckt mal wieder in die Röhre (wie immer).
Und der Norden ist natürlich ohne FOC viel besser dran, na klar.
Das FOC würde insgesamt Duisburg als Einkaufsstadt interessanter machen.
Ich bin sicher, dass das die Innenstadt nicht negativ beeinflussen wird.
12:05
#19 von Rheinhauser, am 24.06.2010 um 07:05
Neue Wege zu gehen sind hier sehr bitter nötig!
Gute Idee, suchen wir nach neuen Wegen!
10:36
In 1993 habe ich Outlets in den USA gesehen und habe damals schon gedacht das so etwas in DU gut wäre.
Schade das es das nicht schon lange hier gibt!!!
10:18
Es ist wirklich schlimm, warum gute Projekte in Duisburg immer kaputt geredet werden müssen. Ein FOC in Hamborn wäre aus meiner Sicht eine richtig gute Sache, um den Duisburger Norden wieder nach vorne zu bringen! Irgendwie kann die IHK nur kaputt reden. Anstatt immer mit Marketinggewäsch von Mangern zu kommen wie: wir brauchen stadtteilbezogener Masterpläne und „qualifizierter und passgenauer Konzepte. Dann soll die IHK als Vertreter des Handels doch mal welche vorlegen. Nur gegen alles zu sein bringt die Hamborn auch nicht weiter. Und der Einzelhandelsverband sticht da nun auch nicht gerade positiv hevor, sondern will lieber den Status quo weiter mehr schlecht als recht verwalten. Ich hoffe das die Lokalpolitiker mehr Weitsicht haben und sich für das FOC in Hamborn entscheiden werden!
08:56
Es ist nicht ketzerisch mal zu fragen, welcher Duisburger Politiker hätte eventuell einen finanziellen Vorteil, wenn das FOC gebaut würde. Vielleicht müsste der Politiker auch Notar sein oder so ;)
Ach, immer diese Fragen
07:05
@ Tenrix
Morgen mehr
Hast du hier ne eigene Fernsehshow oder nen Fanclub?
Oder ist das einfach nur der Versuch für die DaL/DWG neue Wege im Wahlkampf zu gehen?
Darf die DaL/DWG eigentlich auf Ungereimtheiten innerhalb der Mutterpartei-CDU hinweisen?