IG Metall hochzufrieden mit Beteiligung an Warnstreiks

Nach der dritten Tarifrunde, die am Freitag in Mülheim von einer eindrucksvollen Demonstration der Arbeitnehmer verbunden war, ist die IG Metall zuversichtlich, jetzt am Verhandlungstisch weiter zu kommen.

Man sehe bei den Arbeitgebern Bewegung in Sachen Altersteilzeit und Bildungsanspruch, sagte Dieter Lieske, 1. Bevollmächtigter der Duisburger IG Metall, gestern. Zudem sei man sehr zufrieden mit der „sehr guten Beteiligung“ an den Warnstreiks der letzten Wochen. Nun werde man in Ruhe hören, wie die Stimmung in den Betrieben ist und auch, wie die Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg laufen. „Notfalls müssen wir noch mal raus“, kündigte Lieske weitere Arbeitskampfmaßnahmen an, wenn der Verhandlungsstand es erfordere.

Der Unternehmerverband fordert indes „mehr Vernunft auf Gewerkschaftsseite“. „Die IG Metall muss sich konstruktiver als bisher mit unserem Angebot auseinandersetzen“, fordert der Hauptgeschäftsführer des Metallverbandes, Wolfgang Schmitz. Den Verhandlungsprozess bezeichnet er nach der dritten Verhandlung für die 700 000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in NRW als „mühsam und ausgesprochen schwierig“.

Die „massive Warnstreikwelle“, mit der die Gewerkschaft seit Ende der Friedenspflicht die Betriebe in Nordrhein-Westfalen überzogen habe, sei weder angemessen noch zielführend. „Wir brauchen Dialog statt Streik“, so Schmitz. Warnstreiks seien in diese Phase „schädliche Rituale“.

Das Arbeitgeber-Angebot gewähre den Beschäftigten rund 100 Euro mehr. Für manche Unternehmen sei damit bereits die Grenze der Belastbarkeit erreicht. Schmitz warnt die IG Metall davor, die Betriebe zu überfordern.