IG Metall büßt vier Mandate bei TKS-Betriebsratswahlen ein

Günter Back hat gute Chancen, neuer Betriebsratsvorsitzender bei Thyssen-Krupp Steel in Duisburg zu werden.
Günter Back hat gute Chancen, neuer Betriebsratsvorsitzender bei Thyssen-Krupp Steel in Duisburg zu werden.
Foto: WAZ-Fotopool
Bei der Wiederholungswahl zum Betriebsrat bei Thyssen-Krupp Steel in Duisburg hat die IG Metall vier Mandate eingebüßt. Günter Back soll Chef werden.

Duisburg.. Die Neuwahl zum Betriebsrat bei Thyssen-Krupp am wichtigsten Standort Hamborn-Beeckerwerth hat der IG Metall erhebliche Verluste beschert. Sie kommt nach dem vorläufigen Endergebnis nur noch auf 26 der 39 Sitze in der Arbeitnehmervertretung, vier Mandate weniger als beim ersten Wahlgang im März 2014.

Der erneute Urnengang der mehr als 13.000 Stahl-Beschäftigten war notwendig geworden nach dem Rücktritt des vor einem Jahr gewählten Betriebsrates. Dessen Wahl war zunächst beim Duisburger Arbeitsgericht erfolgreich angefochten worden. Die Richter waren der Ansicht, dass es eine unzulässige Einmischung des Unternehmens in die Wahl gegeben habe zulasten einer Konkurrenzliste zur IG Metall. Im März folgte auch das Landesarbeitsgericht dieser Argumentation. Daraufhin machte der amtierende Betriebsrat den Weg frei für Neuwahlen.

Wegen der Größe der Belegschaft und des Rund-um-die-Uhr-Betriebs des Hüttenwerks wurde zehn Tage lang gewählt. 60 Wahllokale mussten eingerichtet werden, fünf Listen traten an. Eine von der IG Metall favorisierte Persönlichkeitswahl konnte daher nicht durchgeführt werden.

5049 von 7937 gültigen Stimmen für IG Metall

Mit 5049 von 7937 gültigen Stimmen kam die bei Thyssen-Krupp stets starke IG Metall zwar immer noch auf eine Zweidrittel-Mehrheit in der Arbeitnehmervertretung, aber dort sitzt nun auch eine nennenswerte Oppositionsgruppe mit am Tisch: Die „Belegschaftsliste“ holte neun Mandate. Ein Kernpunkt ihres Programmes ist die Ablehnung der vereinbarten 31-Stunden-Woche, die nach Einschätzung der Betriebsratsmehrheit Arbeitsplätze sichert – aber gegen Einbußen bei der Bezahlung.

Wilhelm Segerath, bisher Vorsitzender des Betriebsrates in Hamborn-Beeckerwerth und des Konzernbetriebsrates, zieht aus dem Wahlergebnis Konsequenzen. Er empfiehlt als seinen Nachfolger an der Spitze der Hamborner Arbeitnehmervertretung seinen bisherigen Stellvertreter Günter Back. Zweiter Mann könnte der bisherige Geschäftsführer des Betriebsrates, Tekin Nasikkol, werden. Segerath will sich auf den Konzern konzentrieren und „die Wertschöpfungskette mit allen fünf Business Areas erhalten“.

Günter Back könnte Betriebsratsvorsitzender werden

Back, gelernter Kfz-Mechaniker und Industriemeister im Bereich Metallurgie, hat drei Jahrzehnte Betriebsratserfahrung, ist Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Thyssen-Krupp-Stahlsparte, Mitglied im Ortsvorstand der IG Metall und Kreisvorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA).

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