IG BAU fordert flexiblere Wege in die Rente

„In Duisburg schaffen es nur 64 Bauarbeiter bis zum Rentenalter“, beklagt die IG BAU. Ähnlich sehe es bei den über 60-Jährigen aus: In dieser Altersgruppe zähle die Baubranche nur 157 Beschäftigte – von 3000 insgesamt.

„Nur die wenigsten Bauarbeiter halten körperlich bis zum Rentenalter durch. Für sie gibt es nur hop oder top – entweder volles Arbeitsprogramm oder raus aus dem Job“, rügt IG BAU-Bezirkschef Friedhelm Bierkant. Für Beschäftigte im Handwerk müsse es flexible Übergänge in die Rente geben – ohne frühzeitig aus dem Betrieb auszuscheiden.

Die von der Bundesregierung geplante „Flexi-Rente“ sei keine Lösung. „Der Gesetzentwurf konzentriert sich auf höhere Zuverdienst-Grenzen bei einer Teilrente. Außerdem soll das Arbeiten über das Rentenalter hinaus einfacher werden. Davon haben aber die Beschäftigten auf dem Bau nichts“, sagt Bierkant.

Stattdessen plädiert die IG BAU für ein „Alters-Flexi“, das besonders Beschäftigten im Handwerk zugutekäme. Das Modell sieht eine Art Kurzarbeitergeld im Alter vor, wenn wegen Gesundheitsproblemen eine Kündigung droht. Wer die vollen 40 Wochenstunden nicht schaffe, solle beispielsweise 15 Stunden arbeiten, den Rest zahlt die Arbeitsagentur.