ICE-Verbot – Deutsche Bahn ließ Nahverkehrs-Kunden in Kälte stehen
10.02.2012 | 08:24 Uhr 2012-02-10T08:24:00+0100
Duisburg.Daniel Kröner ist sauer auf die Deutsche Bahn . Als Berufspendler ist er jeden Tag zwischen Duisburg und Essen unterwegs. Am Dienstagmorgen allerdings mit Hindernissen, die ihn ärgerten. So sehr, dass er sich an die NRZ wandte und folgende Situation beschrieb.
Am Dienstag war, so Kröner, der Regionalexpress in Richtung Paderborn, der eigentlich um 8.38 Uhr am Duisburger Hauptbahnhof auf Gleis 12 einläuft, mit stattlichen 40 Minuten Verspätung angezeigt. Die alternativ über Essen fahrende S-Bahn-Linie 1 habe ebenfalls bereits 15 Minuten hinter dem Plan gelegen. „Praktischerweise kam der ebenfalls über Essen fahrende ICE (8.47 auf Gleis 13 direkt gegenüber) pünktlich und etwa 150 frierende Pendler wollten diesen entern“, schreibt Daniel Kröner.
Das sei ab einer Verspätung von 30 Minuten okay, so die Meinung der Reisenden. Einige Leute hätten auch vor der Einfahrt des ICE am Infoschalter nachgefragt, ob sie den ICE benutzen dürften. Antwort: Das müsse der Zugführer entscheiden.
"Keine Freigabe für Nah-Verkehrskunden"
Doch der entschied „Keine Freigabe für Nah-Verkehrskunden.“ „Unter den Wartenden waren auch ältere Leute, die regelrecht gefleht haben, den ICE nutzen zu dürfen, aber eiskalt abserviert wurden – kein schöner Anblick“, so Daniel Kröner.
Bahn-Sprecher Jürgen Kugelmann, von der NRZ auf den konkreten Vorfall angesprochen: „Ich kann nicht nachvollziehen, warum der Zugführer den Zug nicht freigegeben hat“. Es gebe keine prinzipielle Regelung, wann ein Fernverkehrszug auch mit VRR-Tickets benutzt werden dürfte. Das werde von Fall zu Fall entschieden. Dabei sei die oberste Maxime, zugunsten der Reisenden zu entscheiden. Das obliege aber grundsätzlich nicht dem Zugführer („Der kennt nicht die komplette Verkehrslage“), sondern der Transportleitung in Duisburg.
Wenn aber die alternative S-Bahn nur 15 Minuten Verspätung habe, werde der Fernverkehr auf solch einer Strecke normalerweise nicht freigegeben. Solche Wartezeiten müssten für den Reisenden ertragbar sein.

00:22
Im Winter 2011 war das Winter-Dilemma aufgrund von Schnee und Eis noch größer, als in diesem Jahr. Ich hätte da auch zwischendurch mal ganz gern den ICE nach Essen benutzt, wenn der Regional-Express, bzw. die S-Bahn mal wieder unmenschliche Verspätung hatte. Dass man dann in "irgendwelchen Fällen" auch den ICE nutzen darf, wußte ich nicht. Wenn der Bahn-Sprecher meint, dass das "von Fall zu Fall" entschieden wird, wie erfährt der auf dem Bahnsteig frierende Kunde eigentlich davon? Von Lautsprecherdurchsagen in so einem Fall habe ich jedenfalls noch nie was gehört.
Also einfach einsteigen, wenn man vor Kälte nicht mehr ein noch aus weiß? Und dann bekommt man eine Strafe fürs Schwarzfahren, oder wie? Schönen Dank für die tolle Organisation und die Transparenz, Deutsche Bahn!
12:40
Finde durchaus das man solche Erfahrungsberichte auch mal veröffentlichen sollte, denn das gehört durchaus in die Öffentlichkeit.
11:44
Verstehe ich auch nicht. Und was mich besonders nervt: Vielleicht hat der Zugführer gute Gründe gehabt, den ICE nicht freizugeben - bspw. mag er schon vorher ziemlich voll gewesen sein. Er hätte ja auch schlecht die älteren Herrschaften einlassen und dem Rest die Fahrt untersagen können. Ich halte es für äußerst schwierig, über die Situation zu urteilen, wenn man die Hintergründe nicht kennt - gegenüber der DB sind die Leute überhaupt immer schnell dabei mit Urteilen über Situationen, bzgl. deren Hintergünden sie überhaupt keine Ahnung haben.
10:48
Auch wenn ich die Bahn wie die Pest hasse, kann ich den Artikel nicht nachvollziehen.
Warum wird hier die unbedeutende Frusterfahrung eines Pendlers an die große Glocke gehängt? Das ist keine Zeile wert...
Bahn-Bashing bringt halt Schlagzeilen.