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Hygiene-Ampel soll Schmuddel-Lokale enttarnen

20.05.2011 | 17:29 Uhr
Hygiene-Ampel soll Schmuddel-Lokale enttarnen
Ein Lebensmittelkontrolleur bei der Arbeit: Kühlschrank-Check.

Duisburg.Bunte Balken sollen Gäste in Duisburg künftig durch saubere Restaurants lotsen. Damit wächst der Druck für Ekel-Betriebe: Mit einer „Hygiene-Ampel“ sollen Verbraucher künftig erkennen, wie sauber es in Gaststätten zugeht.

Das haben die Länderverbraucherminister am Donnerstag entschieden. Ab 2012 Sollen „schwarze Schafe“ an den Pranger kommen.

Das Hygiene-Barometer soll jeder künftig an gut sichtbarer Stelle aushängen müssen. Wenn es nach der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) geht, dann soll die Regelung nicht nur für Restaurants, sondern auch für Kantinen und Imbisse Pflicht werden. Zeigt das Barometer Rot, dann gab es bei Kontrollen Beanstandungen. Bei Grün ist alles in Ordnung und gelb kommt dann, wenn die Anforderungen der Lebensmittelkontrolle nur teilweise erfüllt wurden.

30 Prozent der Betriebe fallen bei Kontrollen auf

NRW-Verbraucherminister Johannes Remmel (Grüne) begründete die Einführung eines Überwachungs- und Bewertungssystems mit den „teils kata­strophalen hygienischen Zu­ständen in Gaststätten“. Bei Kontrollen fallen im Schnitt 30 Prozent der Betriebe mit erheblichen Mängeln auf. Fleisch wird nicht ausreichend gekühlt, nicht selten finden Kontrolleure Kakerlaken oder Ratten in den Küchen. Seit Jahren sei keine Besserung dieser Zustände in Sicht.

Der NGG geht das Kontroll- und Bewertungskonzept nicht weit genug. „Damit verrät man den Gästen nur die halbe Wahrheit über das Lokal. Wenn es so kommt, ist es nur ein Pseudo-Barometer, das die Verbraucher in die Irre führt. So eine Mogelpackung lehnen wir ab“, sagt Hans-Jürgen Hufer, Geschäftsführer der NGG- Nordrhein.rt, auch die Arbeitsbedingungen, unter denen Speisen hergestellt werden, als festes Kriterium mit in die Bewertung einzubeziehen . „Jeder Gast sollte nicht nur wissen, ob er sich bei einem Hygiene-Sünder an den Tisch setzt. Er muss auch erfahren, ob er es mit einem Sozial-Schmuddel-Chef zu tun hat.“

Viele "Schwarze Schafe" in der Gastronomie

„Schwarze Schafe“ gebe es unter den Arbeitgebern in der Gastronomie immer wieder - auch in Duisburg. Wenn ein Gastronom oder Kantinenbetreiber die Löhne drücke oder den Beschäftigten unverantwortliche Arbeitszeiten diktiere, dann müsse dies im „Gastro-Barometer “ unbedingt angezeigt werden. „Sauber heißt nicht nur picobello rein und hygienisch - das heißt auch moralisch und sozial im Lot“, sagt der Geschäftsführer der NGG und fügt an, dass keinem Gast mit einem blank geputzten Herd geholfen sei, wenn die Menschen, die das Essen machen, vor lauter Arbeitsdruck Blut und Wasser schwitzten.

Der Geschäftsführer des Deutschen Hotel und Gaststättenverbandes (Dehoga) Thomas Kolaric hält den Vorschlag der NGG für „einen schlechten Scherz“ und betont: „Wir haben in Deutschland Gesetze, die regeln, wann ein Lokal den Anforderungen entspricht und wann nicht. Einzelnen Menschen und Unternehmen auf diese Wiese einen Stempel aufzudrücken und sie vor allen Leuten bloßzustellen, halte ich für falsch. Das braucht die Welt nicht.“

Außerdem fragt sich Kolaric, wer denn die Arbeitsbedingungen kontrollieren und bewerten soll. Ein an einem einzigen Tag gefälltes Urteil prangere bis zur nächsten Kontrolle im Schaufenster und würde keineswegs den wahren Zustand eines Lokal beschreiben.

Schöner Döner

 

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Kommentare
20.05.2011
14:59
Hygiene-Ampel soll Schmuddel-Lokale enttarnen
von Komisch66 | #4

# Eine sinnvolle Idee, wenn sie konsequent umgesetzt wird. Ohne Angst vor den Großen...
Interessant für Kunden wäre auch, wenn man z. B. bei einer schlechten Bewertung auch ersichtlich ist, warum genau so bewertet wurde.

Hier können auch Gastronome eine Chance sehen. Eine gute Bewertung ist doch auch eine kostenlose Werbung für den eigenen Betrieb.

Man darf gespannt sein, wie dieses Vorhaben umgesetzt wird.

20.05.2011
11:53
Hygiene-Ampel soll Schmuddel-Lokale enttarnen
von TanteLieschen | #3

Wo bitte sollen diese Warnhinweise angebracht werden . Gebe meinem Vorkommentator Recht , was is bei den Grossen . Und daibt es auch noch die Eckensteher Lokale Pizza in Bauwagen an der Strassenecke , ohne sanitäre Einrichtungen mit 20 Liter Wasser im Kanister . , was ist mit denen .
Also ich esse und koche zuhause . schade eigentlich

20.05.2011
11:48
Hygiene-Ampel soll Schmuddel-Lokale enttarnen
von mike47441 | #2

Über -Datenschutz- und -Antidiskriminierung- wird das Vohaben schon bald abgeschossen werden....

20.05.2011
11:02
Hygiene-Ampel soll Schmuddel-Lokale enttarnen
von PCBuda | #1

Interessant wird es, wenn die rote Ampel eine Systemgastronomie treffen sollte, hat die Stadt dann den gleichen Mut wie beim kleinen Wirt? Es gab ja in Duisburg schon den Fall einer Kaffeekette, wo die Milker grün-schleimig waren...

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Woran soll in Duisburg nicht gespart werden?
82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

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