Hungerlöhnen auf der Spur
23.10.2009 | 11:17 Uhr 2009-10-23T11:17:00+0200Viele Friseurbeschäftigte arbeiten für Hungerlöhne. Die Gewerkschaft Verdi geht den Dumpinglöhnen nach.
Nachdem bei Razzien in diversen Friseurbetrieben im Kölner Raum durch die Staatsanwaltschaft und das Hauptzollamt festgestellt wurde, dass viele FriseurInnen oft für einen Brutto-Stunden-Lohn von 1,50 bis fünf Euro arbeiten müssen, informiert die Gewerkschaft Verdi darüber, dass der Tarifvertrag für das Friseurgewerbe NRW am 13. Oktober vom NRW-Arbeitsministerium für allgemeinverbindlich erklärt wurde.
Das heißt, dass alle Arbeitgeber im Friseurgewerbe, auch wenn sie keiner Innung angehören, diesen Tarifvertrag anwenden müssen. Der Mindestlohn in dieser Branche beträgt 7,60 Euro brutto. Ein vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer mit einer monatlichen Arbeitszeit von 171 Stunden bekommt somit 1 299 Euro.
Jedoch werden diese Tarife nach Feststellung durch die Vereinte Dienstleistungs-gewerkschaft regelmäßig unterlaufen. Gewerkschaftssekretärin Gabriele Stox-Schmidt: „Wer zu einem Friseur geht, der einen Haarschnitt für 10 Euro anbietet, sollte wissen, dass dieser kaum nach Tarif bezahlt.”
Alle FriseurInnen, die nicht nach dem Tarifvertrag bezahlt werden, sollten sich an den Verdi-Bezirk Duisburg-Niederrhein, 0203/2814-0, wenden.

00:05
Die Friseure sollten das Angebot nutzen und ihre Situation verbessern, indem sie die Sache selbst in die Hand nehmen, denn:
>Die Dinge haben nur den Wert, den man ihnen verleiht< - Jean Baptiste Molière.
19:50
Zitat Giudo W. : »Arbeit muß sich wieder lohnen« – der Vollständigkeit halber hätte er vielleicht dazuschreiben können, daß das mit der Arbeit ganz andere Leute betrifft als die, für die sich das lohnen soll.
18:42
Ganz so abwägig ist aber nicht was #1 meint. In vielen Firmen ist es doch Usus ältere AN gegen billige, unerfahrene junge Mitarbeiter auszutauschen. In diesen Firmen ist die Zahl der Gewerkschaftsmitglieder sehr gering. Manche wissen nicht mal, wie man einen Betriebsrat bildet oder denken, dass sei nicht nötig, bringt nur Ärger usw. Tatsächlich schwächen sie die eigene Position. Die wenigsten der jüngeren Mitarbeiter interessieren sich für Sozialpolitik oder machen sich Gedanken soziale Probleme aktiv anzugehen. Ausserdem sparen sie sich lieber den Obolus an die Gewerkschaft. Wie dumm das ist, wird erst bemerkt wenn das Kind i.d. Brunnen gefallen ist. Das stimmt natürlich Arbeitgeber, die das ausnutzen, sehr fröhlich. Insofern stimme ich ebenso # 3 zu.
17:27
#2
Mindeslöhne und drastische Strafen wenn diese nicht gezahlt werden ist in Ordnung. Da stimme ich Ihnen zu.
Bei Geiz ist geil zäumen Sie das Pferd vom falschen Ende auf.
Erstens ist dies ein Spruch aus der Werbeindustrie und dient kapitalistischem Profitstreben (wogegen im grunde auch nichts einzuwenden ist).
Zweitens ist Geiz absolut nicht geil. fragen Sie mal die Empfänger der Hungerlöhne ob ihnen ihr Geiz Spaß macht. Wetten dass dem nicht so ist?
Hungerlöhne und Spitzenpreise - das geht nicht.
Ein grundschüler ist in der Lage, solch simplen Zusammenhänge zu erkennen. Ein Spitzenmanager oder handaufhaltender Politiker allerdings nicht.
Das Euro- oder Dollarzeichen im Auge versperrt ihnen die Sicht auf solche Erkenntnisse.
Mit dem dicken Ende haben Sie wiederum Recht.
Am Ende werden wir alle, einschließlich der bornierten Kapitalvertreter, die Verlierer sein.
Ich schrieb es vor einiger Zeit an anderer Stelle schon einmal.
Es geht ein Gespenst um in Europa......
und ihr (Manager und Politiker) habt es gerufen.
So wird es kommen.
15:45
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
07:19
das problem ist, dass viele friseurInnen gar nicht wissen, was eine gewerkschaft ist.