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Loveparade

Hunderte Loveparade-Ordner kamen nicht zum Dienst

06.02.2011 | 18:10 Uhr
Hunderte Loveparade-Ordner kamen nicht zum Dienst

Duisburg.Der „Runde Tisch Loveparade“ hatte den rund 100 Teilnehmern erhellende Momente, aber auch erschreckende Erkenntnisse zu bieten.

Bei diesem Treffen von Experten und Betroffenen am Samstag im Veranstaltungszentrum „Der Kleine Prinz“ stand über allem die Frage nach der Verantwortung für die Katastrophe mit 21 Toten und 500 Verletzten, die sich am 24. Juli 2010 im Tunnel an der Karl-Lehr-Straße ereignet hatte.

Am Ende dieser vom Selbsthilfeverein Massenpanik und dem Internet-Nachrichtenportal DocuNews.org organisierten Veranstaltung gingen viele Teilnehmer emotional aufgewühlt nach Hause. Die dort präsentierten Dokumente und Fakten hatten sie zu dem Schluss kommen lassen, dass die Loveparade in dieser Form niemals hätte genehmigt werden dürfen. Viele Betroffene zeigten sich auch erleichtert, weil dieser Tag für sie ein Schritt in Richtung Aufklärung der Umstände war.

"Mehr als 20 gesetzliche Vorschriften missachtet"

Eines vorweg: Dieses Treffen geriet nicht zu einer von persönlichen Schuldzuweisungen geprägten Demonstrationsveranstaltung. Nein, alle Expertenvorträge und Diskussionsbeiträge waren geprägt von hoher Sachlichkeit. Etwa bei Kai Abrell. Der Meister für Veranstaltungstechnik zeigte auf, dass bei der Planung der Rettungswege und Notausgänge für das Veranstaltungsgelände gesetzliche Vorschriften umgangen worden seien.

Wegen der Umzäunung des Geländes galt an diesem Tag eine Sonderbauverordnung. „In den Tunnelabschnitten gab es keine vorgeschriebenen Notausgänge. Wenn es nicht genügend Rettungswege gibt, hätte die zulässige Besucherzahl zwingend entsprechend reduziert werden müssen.“ Das sei nicht erfolgt, so Abrell. Der Wittener Rechtsanwalt Dr. Frank Eikmeier ergänzte, dass über 20 gesetzliche Vorschriften missachtet wurden.

Die Loveparade-Katastrophe und das Jahr...

Als Beispiele nannte er den nicht zulässigen Zauntyp, der verwendet wurde. Oder eine fehlende Sicherheits- und Notbeleuchtung, die gerade in den Abendstunden nach dem geplanten Veranstaltungs-Ende gegen Mitternacht von großer Bedeutung gewesen wäre. Oder eine nicht vorhandene separate Lautsprecheranlage, über die in Notfällen alle Besucher lebensrettende Anweisungen hätten erhalten sollen. Jeder einzelne Punkt für sich wäre schon ausreichend gewesen, dass die Stadtverwaltung die Loveparade nicht hätte genehmigen dürfen. All diese Punkte hätten aber auch bei der Abnahme des Geländes durch die Behörden, die erst am Morgen der Veranstaltung stattfand, auffallen müssen. Doch ein Protokoll über die pflichtmäßige Begehung des Geländes durch die Berufsfeuerwehr sei bislang in den Akten nicht aufgetaucht.

Zugang "ein nicht lösbares Problem"

Dass der einzige Eingang zum Gelände gleichzeitig als Hauptausgang dienen sollte, hatten Sachbearbeiter der Verwaltung schon im März 2010 als „nicht lösbares“ Problem bezeichnet. Prof. Dr. Henning Ernst Müller von der Juristischen Fakultät der Uni Regensburg zitierte aus einem vorliegendem Dokument. Aus seiner Sicht sei der Zeitraum für die Planung eines Ereignisses dieser Größenordnung viel zu knapp bemessen gewesen. Er vermisste zudem eine Beschilderung, die im Tunnel und an der Rampe den Weg zum Veranstaltungsgelände gewiesen hätte.

„Wenn auf Recht und Gesetz gepocht worden wäre, hätte die Veranstaltung nicht stattfinden dürfen“, sagte Lothar Evers von DocuNews.org, einer der beiden Veranstalter des Runden Tisches. Viel zu oft sei seitens der Verwaltung eine Faust in der Tasche gemacht worden, statt zu kontrollieren. Diese Kompromissbereitschaft fasste Anwalt Dr. Eikmeier so zusammen: „Die Verwaltung hat hier nicht als Korrektiv fungiert, sondern sie hat sehr eng mit dem Veranstalter kooperiert.“ Und das immer unter der Prämisse, dass die Veranstaltung auf jeden Fall stattzufinden habe.

Katastrophe von Duisburg

Evers wies zudem anhand von offiziellen Listen nach, dass von den 1300 für diesen Tag vorgesehenen Ordnern rund 40 (!) Prozent nicht zum Dienst erschienen waren. Für Unmut im Publikum sorgte die Erkenntnis, dass Lopavent aus seiner Sicht die beiden Tunnelstücke und den unteren Teil der Rampe – also jene Orte, wo sich die Katastrophe abspielte – nicht zu seinem Veranstaltungsgelände hinzuzählt. Es würde sich hier nur um den „Ein- und Ausgangsbereich des Veranstaltungsgeländes“ handeln. Laut Polizei-Sicht begann das Veranstaltungsgelände jedoch hinter den Vereinzelungsanlagen, also vor den Tunnel-Zugängen.

Wie Duisburg nach der Loveparade...

Angesichts dieser unklaren Definitionslage fragte der frühere Innenminister Gerhart Baum laut: „Wann bekommen wir kompetent Antworten, was passiert ist? Und von wem? Wer ist verantwortlich dafür? Man hat ja inzwischen das Gefühl, als sei diese Katastrophe vom Himmel gefallen.“ Damit rannte Baum auch bei den Landtagsabgeordneten Horst Engel (FDP) und Anna Conrads (Die Linke) offene Türen ein. Ihre Fraktionen hatten im Landtag bereits zweimal einen Untersuchungsausschuss zur Loveparade beantragt. Zweimal wurde die dafür nötige Stimmenzahl verfehlt. „Alle Stellen mauern. Man trifft bei Veranstalter, Stadt und Polizei auf eine Wagenburg-Mentalität“, so Engel. „Wir wollen aber Licht ins Dunkel bringen.“ 

Thomas Richter

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Kommentare
08.02.2011
18:38
Runder Tisch tagte: „Wer ist verantwortlich?“
von HeinzK1 | #46

@#45 von Honigbluete , am 08.02.2011 um 17:35

Zu: Haben sie sich den Ort mal angesehen? Ich war vorgestern dort? Was soll dieser Kubus? Das ist so unwürdig, einfach alles reingeschmissen, entwürdigend und Respektlos!!

Ich kenne den gelben Bogen schon seit Jahrzehnten und ich kann nicht mehr zählen wie oft ich durch diesen Tunnel seit frühsten Jahren gegangen, mit dem Rad und später mit dem Auto gefahren bin. Und mir ist die Geschichte des Tunnels bekannt. Dieser Tunnel war im 2. Weltkrieg mal ein Bunker[1].

Der gläserne Müllcontainer auf der Hundeauslaufwiese ist m.E. nicht der richtige Ort des Gedenkens. Die Gedenkstätte kann und darf nur an der Rampe entstehen. Die Treppe, das Stellwerkhaus und die Rampe sollten zudem in der ursprünglichen Form als Mahnung erhalten bleiben.

Herr Oberbürgermeister Adolf Sauerland kann nicht so tun, als ob er mit der Loveparade nichts am Hut hatte, denn:

Die Loveparade sollte sein Erfolg werden. Seit Jahren steckt Duisburg in einer finanziellen Krise. Die Arbeitslosenquote liegt bei 13,3 Prozent, der Schuldenberg kletterte zuletzt auf etwa 1,6 Milliarden Euro, der Zweitligist MSV Duisburg kämpfte zuletzt um seine Lizenz. Den letzten überregionalen Imageschaden verursachten die Mafiamorde vor einem Duisburger Restaurant im August 2007. Eine Loveparade, die die Stadt in eine große Partymeile verwandelt, wäre somit gerade recht gekommen.

Kein Wunder also, dass Sauerland mit all seiner Kraft für das Technoevent kämpfte. Noch zwei Stunden vor der Katastrophe am Samstagabend zeigte er sich vor den WDR-Kameras stolz im Loveparade-Lagezentrum mit Blick auf den Veranstaltungsort. In diesem Jahr waren wir einfach in dem Zwang, es hinkriegen zu müssen, denn sonst wäre die Loveparade entgültig gestorben fürs Ruhrgebiet, sagte Sauerland zu Beginn der Veranstaltung. (RP-Online - 26.07.2010) [2]

Nun aber sagt Herr Adolf Sauerland gegenüber dem ZDF: Die Loveparade sei ... eine private Veranstaltung auf einem privaten Gelände ...[3] gewesen. Damit distanziert er sich von seiner Rolle, die er vor der Loveparade eingenommen hat. Er scheint noch immer die Realität verdrängen zu wollen.
______

[1] http://bit.ly/gCRi6C
[2] http://bit.ly/bZcJgX
[3] Siehe Frontal21-Interview mit Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland: Wir standen unter Schock weiter unten auf der ZDF-Hompage.

http://frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/3/0,1872,8194723,00.html

08.02.2011
17:35
Runder Tisch tagte: „Wer ist verantwortlich?“
von Honigbluete | #45

@HeinzK1
Ich weiß, ich lese oftmals still und heimlich deine Beiträge und ich finde es unheimlich wichtig das auch außenstehende diese Tragödie nicht vergessen, das vergessen und diese Wut auf die Vertuschung tuen unheimlich weh.
Ich glaube man kann nur schwer nachvollziehen wie ekelhaft es sich anfühlt diese ungerechtigkeit zu erfahren... Etliche sind traumatisiert, diese bilder mit sich rumzutragen ist der pure Horror.
Ebenfalls ist es horror, grade für mich als Duisburgerin (und ich habe diese Stadt geliebt) weiterhin so hier zu leben als wenn nichts gewesen sei... Haben sie sich den Ort mal angesehen? Ich war vorgestern dort? Was soll dieser Kubus? Das ist so unwürdig, einfach alles reingeschmissen, entwürdigend und Respektlos!!
Der Ort des Geschehens ist geschlossen, nicht zugänglich!! Wenn ein Angehöriger stirbt gehe ich auch nicht 500meter weiter zum trauern!! Das ist alles so unfassbar und richtig mies was da abläuft!! Ich frage mich immer, wenn ich mich schon so fühle, wie geht es dann erst den Angehörigen der Todesopfer? Das ist einfach nur ekelig... Das sind Ausmaße die man als normaler Mensch nicht versteht!! Für mich und andere Betroffene ist das absolut nicht nachvollziehbar! Es ist traurig, dreckig und hässlich! Und es macht wütend, wütend auf diese Stadt und wütend auf alle Verantwortlichen!! Keiner hat dieses Unglück gewollt, aber das da nicht einmal jemand kommt und ernsthaft sagt es tut ihm leid, nein, da gibt es nur Schuldzuweisungen!! Zum kotzen :(

08.02.2011
16:57
Hunderte Loveparade-Ordner kamen nicht zum Dienst
von doris13 | #44

#43 Gut so!! Bin durch deine Links auf interessante Berichte gestoßen.Stimme deiner Meinung in Sache OB zu. Man kann nur hoffen,das wenn,einer von Beiden den Kopf hinhalten muß,er den Anderen mitreißt.Ich werde das Gefühl nicht los ,das da noch einiges im Verborgenem liegt.Ich komme nicht aus DU,verfolge aber das Unglück,seit der erste Ticker im Fernsehen lief. Leider habe ich mir auch ein Video angeschaut,wobei ich nur beim zusehen Beklemmungen bekommen habe,ich glaube kein Mensch kann nachempfinden,was diese jungen Leute durchgemacht haben.aus diesem Grund bin ich richtig wütend,erst eine LP durchziehen,wie billiger nicht sein kann und dann die Verantwortung nicht übernehmen.

08.02.2011
15:35
Runder Tisch tagte: „Wer ist verantwortlich?“
von HeinzK1 | #43

@#42 von Honigbluete , am 08.02.2011 um 00:50

Zu: Die ungewissheit und die bilder die einen bis in den Schlaf verfolgen, Nacht für Nacht...
Einfach aus dem Leben geworfen, das hatte niemand gedacht der mitten drin ist...
Ist ja nur ein Trauma, denk doch an was anderes, ach das geht wieder vorbei, vergiss das doch einfach, zieh dir das doch nicht so rein...

Nein, es geht nicht vorbei - und nicht von heute auf morgen. Den Schalter Vergessen gibt es nicht, wohl aber professionelle Hilfe.

Das, was am 24. Juli 2011 geschehen ist, werden viele ältere Menschen nachvollziehen können, die in den Bombennächten des 2. Weltkrieges um ihr Leben gebangt haben.[1]

Ich schreibe hier, weil ich mir der Folgen der dilettantisch genehmigten, organisierten und durchgeführten Loveparade bewusst bin. Die Stadt Duisburg, allen voran Herr Oberbürgermeister Adolf Sauerland wollten sich zunächst aktiv an der Aufklärung beteiligen. Heraus kam ein großes Vertuschungsmanöver. Der OB denkt nur an sich und seine Schulter. Er tut sich selbst Leid. Dies hat er in vielen Interviews deutlich gemacht.

Mir ist bekannt, dass ich mit meinen Beiträgen und Links einige Erinnerungen hervorrufe. Die Betroffenen möchte ich darum ausdrücklich um Entschuldigung bitten.

Solange aber die Loveparade nicht vollkommen aufgeklärt und die wie auch immer verantwortlichen Personen diese Verantwortung nicht übernehmen wollen, solange werde ich hier weiter schreiben.

Es kann einfach nicht angehen, dass die politisch Verantwortlichen dieses Thema aussitzen wollen.
____

[1] http://bit.ly/aFE34r
.

08.02.2011
00:50
Runder Tisch tagte: „Wer ist verantwortlich?“
von Honigbluete | #42

Niemand, kein Video der Welt kann auch nur annähernd zeigen wie grausam es war.
Wie hilflos man ist...
Wie es ist sich dort zu quälen, wenn ein paar meter weiter die Bässe dröhnen und Menschen tanzen...
Wie qualvoll es sich anfühlt zu ersticken...
Zu wissen das 21 andere diese Tragödie nicht überlebt haben...
Wie weh es tut das das Thema unter Lügen und Schuldzuweisungen totgeschwiegen wird...
Wie sehr es schmerzt und wie sehr die Opfer und die Angehörigen der Toten darunter zu leiden haben...
Die ungewissheit und die bilder die einen bis in den Schlaf verfolgen, Nacht für Nacht...
Einfach aus dem Leben geworfen, das hatte niemand gedacht der mitten drin ist...
Ist ja nur ein Trauma, denk doch an was anderes, ach das geht wieder vorbei, vergiss das doch einfach, zieh dir das doch nicht so rein... Das von Freunden und Familie die es nicht besser wissen...
Man verstummt, man mag nicht mehr sprechen, und der Rest vergisst...
Waren ja eh alles nur Raver und Verdrogte...
Ja natürlich, jeder Mensch der auf Konzerte oder in Discos geht und elektronische Musik hört ist gleich auf Drogen, vorsicht bitte...
Ungerecht, warum musste das passieren!?

08.02.2011
00:07
Runder Tisch tagte: „Wer ist verantwortlich?“
von HeinzK1 | #41

@#39 von kikimurks , am 07.02.2011 um 18:41

Zu: Auch wenn ich eigentlich kein großer Fan dieses Kongresses war, so hatte ich eigentlich erwartet, dass der Rat den Kontakt und das Gespräch sucht.

Was der Kongress leisten konnte, war die vorhandenen Informationen zum Planungs- und Genehmigungsverfahren zusammen zu tragen. Dies ist m.E. den Veranstaltern sehr gut gelungen. Positiv war eben auch, dass der Kongress nicht die strafrechtliche Schuldfrage klären wollte und konnte.

1. Schon im Dezember 2010 brachte Westpol eine Zwischenbilanz:

WDR - Westpol - Zwischenbilanz Loveparade

Sendetermin - Sonntag, 05. Dezember 2010, 19.30 - 20.00 Uhr (Video ab 09:15) [1]
___

2. NDR Fernsehen 28.07.2010 23:05 Uhr
Loveparade: Unterschätzte Warnungen, dreistes Schweigen [2]
___

3. Loveparade : Analyse der Katastrophe

Sicherheitsforscher haben analysiert, dass ein Unglück bei der Loveparade vorhersehbar war.

Sicherheitsforscher haben anhand von Personenstromanalysen herausgefunden, dass bei der Duisburger Loveparade auf jeden Fall ein Unglück hätte passieren müssen. Das Gelände sei zu klein gewesen für so viele Menschen und am Veranstaltungstag habe niemand die Warnsignale erkannt. (WDR Fernsehen: Aktuelle Stunde vom 22.11.2010 18:50 Uhr) [3]
___

4. Harte Kritik am Veranstalter der Love Parade
Katastrophenforscher: Schwere Mängel beim Sicherheitskonzept

Sicherheitsmängel und Planungsfehler hätten den genehmigenden Behörden schon im Vorfeld der Duisburger Love Parade auffallen müssen. Die Stadt habe das Sicherheitskonzept des Veranstalters offenbar nicht ordentlich überprüft. Diesen Vorwurf erhebt der Katastrophenforscher Dirk Oberhagemann gegenüber Frontal21. (Sendung vom 03.08.2010) [4]
_______

[1] http://bit.ly/gDUVv2
[2] http://bit.ly/dOA4Kb
[3] http://bit.ly/faDg49
[4] http://bit.ly/aDo8t9

07.02.2011
21:08
Hunderte Loveparade-Ordner kamen nicht zum Dienst
von HeinzK1 | #40

@#38 von taosnm , am 07.02.2011 um 18:09

Zu. Lediglich der OB kann sagen, wer Druck auf ihn ausübte und welcher Druck ausgeübt wurde. Doch er sagt ja nun mal nichts, weil er aufklären möchte. Es gibt viele Vermutungen zu diesem Thema, und wenn Sie die Berichterstattung während der Zeit nach der LoPa verfolgt haben, werden Sie diese auch kennen. Doch derjenige, der es aufklären könnte, möchte nichts dazu sagen.

Auf den Oberbürgermeister Adolf Sauerland hat keiner Druck ausgeübt, vielmehr hat er m.E. andere unter Druck gesetzt.

Dass die Rathausspitze massiv für die Loveparade gearbeitet hat, steht inzwischen fest. Dem Tagesspiegel liegen Aussagen über interne Sitzungen innerhalb der Stadtverwaltung vor, die belegen, dass Sicherheitsbedenken beiseitegeschoben wurden. Diese Veranstaltung ist „nicht genehmigungsfähig“, argumentierte eine zunächst mit der Organisation vertraute Person, die später von dem Projekt abgezogen wurde.

Beobachter der Duisburger Lokalpolitik wollen in den Wochen vor der Loveparade eine euphorische Stimmung in der Stadtspitze beobachtet haben, in der Bedenken nicht ausreichend gewürdigt wurden. Intern wird vor allem Sauerland als treibende Kraft beschrieben. In der Pressekonferenz am Sonntag hat er allerdings auch auf Nachfrage bestritten, persönlich mit der Planung befasst gewesen zu sein. Damit setzt sich Sauerland dem Verdacht aus, die Unwahrheit gesagt zu haben. In allen öffentlich zugänglichen Ratsunterlagen wird Sauerland sowohl als Person wie über sein Amt als der Verantwortliche aufgeführt, die Ratsvorlagen mit den detaillierten Plänen für die Loveparade liefen alle über seinen Schreibtisch. Und er selbst hat kurz vor der Katastrophe die enorme Anspannung noch eingeräumt. Dem WDR sagte er: „In diesem Jahr waren wir einfach in dem Zwang, es hinkriegen zu müssen, denn sonst wäre die Loveparade endgültig gestorben fürs Ruhrgebiet.“ Im Jahr zuvor war die Techno-Veranstaltung nämlich wegen Sicherheitsbedenken abgesagt worden. (Der Tagesspiegel - 26.07.2010 20:32 Uhr - Von F. Hanssen, C. Tretbar, S. Pohlmann, J. Zurheide)

http://bit.ly/9NxrFG
.

07.02.2011
18:41
Runder Tisch tagte: „Wer ist verantwortlich?“
von kikimurks | #39

Auch wenn ich eigentlich kein großer Fan dieses Kongresses war, so hatte ich eigentlich erwartet, dass der Rat den Kontakt und das Gespräch sucht. Ich finde es ausgesprochen blamabel wie tief sich unsere gewählten Vertreter abducken. Nunja, CDU und SPD haben natürlich sehr starke eigene Interessen (Sauerland CDU; Dressler und Jäger SPD). doch wo waren die Vertreter der Grünen, Linken und FDP?

Baums Idee eine Stiftung einzurichten finde ich persönlich gut, doch wird es daran scheitern, dass die Stadt Duisburg der Haushaltssicherung unterliegt und damit niemals Gelder in die Stiftung einbringen kann. Das ändert sich nur für den Fall, dass die Stadt zivilrechtlich zur Schadensersatzzahlung verurteilt wird, da es sich dann nicht mehr um eine freiwillige Leistung handelt.

07.02.2011
18:09
Runder Tisch tagte: „Wer ist verantwortlich?“
von taosnm | #38

#35 wazmachtdasschon

Da überfordern Sie die WAZ aber gewaltig. Lediglich der OB kann sagen, wer Druck auf ihn ausübte und welcher Druck ausgeübt wurde. Doch er sagt ja nun mal nichts, weil er aufklären möchte. Es gibt viele Vermutungen zu diesem Thema, und wenn Sie die Berichterstattung während der Zeit nach der LoPa verfolgt haben, werden Sie diese auch kennen. Doch derjenige, der es aufklären könnte, möchte nichts dazu sagen. Das ist leider Fakt.

07.02.2011
16:26
Hunderte Loveparade-Ordner kamen nicht zum Dienst
von doris13 | #37

#35 Wenn der OB,die LP ,mit der Begründung,das das Gelände nicht geeignet ist,abgesagt hätte,wer will da noch Druck ausüben?? Er trägt schließlich die Verantwortung.Und wenn Druck von irgendwelchen Seiten ausgeübt wurde,dann wäre das,das Erste was die Bevölkerung vom OB erfahren hätten.

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Woran soll in Duisburg nicht gespart werden?
82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

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