Hundehalter beendete Streit im Park durch Griff zur Waffe

Wenn es um ihre Lieblinge geht, kennen manche Tierhalter keine Grenzen. Das, was sich ein 51-jähriger Hamborner am 1. Februar 2014 im Revierpark Mattlerbusch leistete, war aber mehr, als das Gesetz erlaubt. Vor dem Landgericht versuchte der bislang unbescholtene Mann gestern vergeblich, eine Geldstrafe wegen Bedrohung und Waffengesetzverstoßes zu umgehen.

Am Nachmittag des Tattages war der Mann mit seinem Dalmatiner im Revierpark unterwegs gewesen. Der Vierbeiner geriet mit einer deutschen Dogge aneinander, die den kleineren Hund leicht verletzte. Der Streit griff von den Hunden auf die Besitzer über. Ein Geschehen, das der Angeklagte in Wildwest-Manier beendete: Er zog eine Gaspistole, bedrohte den fremden Hund und dessen Begleiter und schoss in die Luft.

Für dieses Fehlverhalten hatte die Staatsanwaltschaft beim Amtsgericht einen Strafbefehl über 2400 Euro (60 Tagessätze zu je 40 Euro) beantragt. Der 51-Jährige legte dagegen Einspruch ein. Es kam zu einer Verhandlung vor dem Amtsgericht Hamborn, die nach zwei Prozesstagen im Dezember 2014 mit einer Verurteilung zu einer Geldstrafe von 700 Euro (70 Tagessätze zu je 10 Euro) endete.

Uneinsichtiger Angeklagter

Dagegen zog der schon von der Amtsrichterin im Urteil als „einsichtslos“ charakterisierte Angeklagte in die Berufung. Auch gestern erwies sich der Mann als „unbelehrbar“, so der Staatsanwalt.

Zunächst beteuerte der Angeklagte seine Unschuld: Nein, er habe keine Waffe in der Hand gehabt. Das sei nur sein Smartphon gewesen, mit dem er Aufnahmen des Geschehens gemacht habe. Und einen Knall? Möglicherweise hätten die Zeugen sein Händeklatschen, mit dem er die Hunde auseinanderbringen wollte, irrtümlich für einen Schuss gehalten.

Die Zeugen, eine 45-jährige Duisburgerin und ihr 35-jähriger Bekannter, die mit insgesamt drei Hunden unterwegs gewesen waren, stützten durch ihre Aussage dagegen ziemlich eindeutig den ursprünglichen Vorwurf. Da half es dem Angeklagten wenig, dass er Theorien darüber anstellte, der Hund der Gegenseite sei doch gar nicht versichert gewesen und das als Ursache dafür ansehen wollte, dass die Hundebesitzerin erst sechs Tage nach dem Vorfall zur Polizei gegangen war, während er doch sofort die Ordnungshüter verständigt habe.

Staatsanwalt, Verteidiger und schließlich auch das Gericht rieten dem Angeklagten mehrfach dringend, seine Berufung zurückzunehmen, um unnötige Kosten durch ein weiteres Urteil zu vermeiden. Der fügte sich schließlich in die Geldstrafe, musste aber das letzte Wort behalten: „Unschuldig bin ich trotzdem.“