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Hooligan-Angriff auf MSV-Ultras

22.01.2015 | 00:12 Uhr

Mit Pfefferspray und Stühlen bewaffnet sollen gewaltbereite rechte Hooligans eine Party der MSV-Duisburg-Ultra-Gruppe „Kohorte“ angegriffen haben. Wie die eher links stehende Kohorte erst jetzt mitteilt, sollen bereits in der Nacht vom 10. auf den 11. Januar rund 20 Personen aus den Gruppen „Division Duisburg“, „Toastbrot Duisburg“, „Neudorfer Aktionsfront“ und „Nationaler Widerstand Duisburg“ versucht haben, sich Zutritt zu der Party zu verschaffen.

„Den Verletzten geht es glücklicherweise den Umständen entsprechend gut“, schreiben die MSV-Ultras in ihrem Blog. Die Duisburger Polizei bestätigte auf Nachfrage, dass sie zum Vereinsheim des VSG am Kalkweg gerufen wurde. Die Kohorte hatte den Raum offenbar für eine Party angemietet. Ein Zeuge hatte den Beamten von dem brutalen Überfall berichtet. Seine Aussagen decken sich mit der Erklärung der Ultras.

Als die Beamten eintrafen, waren die Angreifer bereits verschwunden und von der überfallenen Kohorte wollte offenbar keiner mit der Polizei reden. Dennoch wurde ein Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung gegen Unbekannt eingeleitet.

Zuletzt reihten sich auch Division-Mitglieder bei der islamfeindlichen Pegida-Demonstration in Duisburg ein. Der MSV Duisburg hatte sich zuvor offen gegen Pegida ausgesprochen und sich mit den Gegendemonstranten solidarisiert. Auf Nachfrage erklärte Vereinssprecher Martin Haltermann: „Unsere offiziellen Fanclubs bekennen sich zu unseren Zielen und unterstützen den MSV aktiv bei der Förderung von Toleranz, Respekt und Integration. Fanclubs, die dem zuwider handeln, wollen und werden wir nicht dulden. Wir werden als Sportverein sicher nicht politisch werden. Wir behalten uns aber das Recht - und die Pflicht vor, moralisch Flagge zu zeigen. Deshalb möchten wir betonen, dass wir uns auch am vergangenen Montag bei unserem Spiel gegen Werder Bremen - erneut - eindeutig gegen Fremdenfeindlichkeit ausgesprochen haben.“

Allerdings könne der Verein nicht verhindern, dass Menschen, „die trotz ihrer politischen Gesinnung, die dem gesunden Menschenverstand widerspricht, zum Fußball gehen.“ Dass es dem MSV Duisburg nicht gefalle, dass jemand eine politisch extreme Richtung vertritt und so tut, als sei er „nur“ Fußballanhänger, verstehe sich von selber, sagt Haltermann. Diesen „unsäglichen Typus“ aus den Stadien zu verbannen, könnten aber nur der Gesetzgeber und die Fußballverbände mit ihren Vereinen gemeinsam schaffen.

Der Verein ruft seine Fans zur Mithilfe auf, um gewaltbereite Störer zum Beispiel mit Stadionverboten zu bestrafen. Haltermann: Wir brauchen die Hilfe und Bereitschaft unserer Anhänger, entsprechende Taten auch beweisen zu können! Und ja: wenn jemand bei einer Demonstration durch Gewalt auffällig wird und sich dabei als Anhänger des MSV ausgibt, werden wir sicher ein Hausverbot prüfen.“

Sinan Sat

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2015-01-22 00:12
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