Höhenfeuerwerk krönt das Ruhrorter Hafenfest

Noch zusammengerollt, sehen die Zehn-Meter-Stränge mit dem Titan-Gemisch so aus. Sie verwandelnden sich laut Feuerwerker Sascha Tietze auf der Friedrich-Ebert-Brücke in einen funkelnden Wasserfall.
Noch zusammengerollt, sehen die Zehn-Meter-Stränge mit dem Titan-Gemisch so aus. Sie verwandelnden sich laut Feuerwerker Sascha Tietze auf der Friedrich-Ebert-Brücke in einen funkelnden Wasserfall.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Am Freitagabend erwartet die Besucher des 19. Ruhrorter Hafenfestes ein großes Höhenfeuerwerk. Dafür dass alles klappt, sorgt Sascha Tietze. Er und sein 22-köpfiges Team sind seit Tagen mit den Vorbereitungen beschäftigt.

Duisburg.. Für viele Besucher ist es der absolute Höhepunkt des Ruhrorter Hafenfestes: Als krönender Abschluss des Höhenfeuerwerkes bahnt sich stets ein gleißend hell leuchtender Funkenregen seinen Weg vom Geländer der Friedrich-Ebert-Brücke hinab in die Fluten des Rheins. Fast scheint es so, als würden Fluss und Bauwerk miteinander verschweißt. „Ahhhs“ und „Ohhhs“ aus zehntausenden, vor Staunen offen stehenden Mündern sind da garantiert. Der Mann, der für diesen pyrotechnischen Zauber verantwortlich ist, heißt Sascha Tietze. Der 28-jährige Geschäftsführer des Unternehmens „Feuerwerke ohne Grenzen“ wird auch am Freitagabend wieder die Lunten zünden. Er ist der Herr des funkelnden Wasserfalls.

Donnerstagmorgen um neun Uhr begannen Feuerwerker Tietze und sein insgesamt 22-köpfiges Team bereits mit den Aufbauarbeiten. Ganze Batterien von Abschussmörsern wurden auf der rechten Spur in Fahrtrichtung Homberg deponiert und mit Feuerwerkskörpern verschiedenster Größen und Effekte bestückt. „Wir schießen 1800 Großkaliber- und 4500 Kleinkaliber-Raketen in den Himmel“, berichtet Tietze.

Feuerwerk lagerte im ehemaligen Munitionsdepot der Bundeswehr

Gezündet werden diese aber nicht per Feuerzeug oder Zigarrenglut, so wie es der Laie gern zu Silvester tut. Nein, bei den Pyro-Profis geschieht alles per Funk über ein Steuerungsmodul. Auf Knopfdruck werden durch Strom die Lunten angesteckt. „Alles ist auf die Sekunde genau mit der Musik synchronisiert, die zeitgleich auf Radio DU gespielt wird. Daher empfehle ich für den vollständigen Genuss allen Feuerwerksgästen, ein kleines Transistorradio mitzubringen“, hofft Tietze auf den perfekten Einklang.

Perfekt verlief auch der Transport der explosiven Ladung per Lkw aus Reken, wo sie in einem ehemaligen Munitionsdepot der Bundeswehr gelagert wird. „Das Hafenfest ist für unser Unternehmen immer etwas Besonderes. Es zählt zu unseren jährlichen Highlights, ist in punkto Logistik und Technik aber auch eine absolute Herausforderung“, sagt Tietze.

200 Meter Funkenregen

Doch dieses nächtliche Schauspiel für Augen und Ohren hat natürlich auch seinen Preis. Eine genaue Summe will Tietze nicht nennen. Verrät aber, dass es sich um einen fünfstelligen Betrag handelt. Doch eine Feuerwerksfirma wie seine muss auch ständig Großinvestitionen tätigen. „Allein in unsere komplette Ausrüstung mussten wir rund zwei Millionen Euro investieren.“ Neben Tietze fungiert Ulf Werner ebenfalls als Geschäftsführer.

Und beide haben bei zurückliegenden Hafenfesten schon manche Anekdote erlebt: Im Vorjahr zog bei den Aufbauarbeiten ein Gewitter auf. „Und als wir in unsere Lkw geflüchtet waren, schlug plötzlich der Blitz in einen Brückenpfeiler ein. Da hat plötzlich alles geschwankt“, erzählt der Firmenchef. „Ist zum Glück aber keinem etwas passiert.“

Zurück zum funkelnden Wasserfall: Was glitzert denn da nun so wundervoll? „Es ist ein Titangemisch, das da in Funken heruntertropft. Wir hängen 20 Stränge mit einer Länge von jeweils zehn Metern nebeneinander auf. So ergibt sich die optische Täuschung, dass da ein 200 Meter langer Wasserfall herunterströmt“, erklärt Tietze. Ach ja, der Applaus des Publikums am Ende des Feuerwerks ist ihm und seinem Team wichtig: „Das ist die Bestätigung für unsere Arbeit.“