Das aktuelle Wetter Duisburg 19°C
Zuwanderung

Hochfeldern platzt langsam der Kragen

14.10.2011 | 15:43 Uhr
Hochfeldern platzt langsam der Kragen
Proppevoll war die Pauluskircher während der Diskussionsveranstlaung des Klüngelklubs. Foto: Stephan Eickershoff / WAZ FotoPool

Die massive Zuwanderung von Rumänen und Bulgaren, brennt den Hochfeldern auf den Nägeln. Das wurde auch am Donnerstag Abend bei einer Diskussion in der Pauluskirche deutlich. Der Klüngelklub, eine Hochfelder Hauseigentümergemeinschaft, hatte geladen und viele Hochfelder waren gekommen. So viele, dass die Sitzplätze in der Kirche nicht mehr reichten. Fazit des Abends: Die Hochfelder haben den Papp auf. Es hat sich eine Menge Wut angesammelt in den letzten zwei Jahren im Stadtteil, gemischt mit Hilflosigkeit.

Denn den Hochfeldern ist klar, dass die Menschen, die aus Südosteuropa gekommen sind, nicht wieder Richtung Heimat verschwinden werden. Auch wenn einige genau das gerne sehen würden. Zu schlecht sind die Lebensbedingungen dort. Oder wie es Thomas Rensing vom Klüngelklub formulierte: „Da würde ich auch abhauen.“

Auch Kinder angeboten?

Andererseits wollen sie weder vermüllte Straßen noch den „Arbeiterstrich“ am Siechenhausdreieck noch die Prostitution im Stadtteil. Zu letzterer äußerte sich in Pauluskirche Helga Tauch, die Vorsitzende von „Solwodi“, einer Organisation, die sich um in Not geratene Prostituierte kümmert. Auch sie, so Helga Tauch, höre immer wieder, dass in Hochfeld sogar Kinder angeboten würden. Aus reiner Not, vermutet sie. Denn die Zuwanderer bekommen von Rechts wegen durch die Bank keine Arbeitserlaubnis, dürfen sich keine regulären Jobs suchen: „Die Mädchen versuchen Geld zu verdienen und mit ihnen wird Geld verdient.“ Sie fordert die Heraufsetzung des Mindestalters für Prostitution auf 21 Jahre, um wenigstens der schlimmsten Auswüchse Herr zu werden.

Ute Hoppe, stellvertretende Leiterin der Globus-Gesamtschule, berichtete von den Seiteneinsteigerklassen, in denen die Kinder, ebenso wie 40 anderen Nationalitäten beschult werden. Ihre Forderung: „Wir brauchen dafür mehr Räume und Sachausstattung.“

Genau hier beginnt das Dilemma der Stadt, wie Jugendamtsleiter Thomas Krützberg unumwunden zugab: „Da sind wir sehr schwach aufgestellt.“ Erst in der Dezemberratssitzung werde die Verwaltung ein Handlungskonzept vorlegen, das diverse Maßnahmen in den Bereichen „Jugend und Bildung“, „Wohnen und Arbeiten“ sowie „Sicherheit und Ordnung“ vorschlage und dafür auch finanzielle Mittel festschreibe. Aber allein werde die klamme Kommune nicht alles stemmen können, was nötig wäre, um die Roma und Sinti tatsächlich zu integrieren. „Verdammt geärgert“ habe ihn, dass es immer noch Lösung gefunden worden sei, um zumindest eine Krankenversicherung für die Betroffenen zu organisieren: „Das geht so weit, dass wir als Jugendamt kranke Kinder für einen Tag aus der Familie nehmen, damit das Kind über uns versichert ist und behandelt werden kann.“

Heftige Kritik gab es an skrupellosen Vermietern, die den Roma und Sinti schrottreife Wohnungen und Häuser zu vollkommen überzogenen Mieten überlassen, und an lustlos agierenden Behörden. Vor allem der Zoll und das Ordnungsamt bekamen mit Blick auf Schwarzarbeit und überbelegte Häuser ihr Fett weg. Thomas Rensing vom Klüngelklub: „Ich habe den Eindruck, das ist organisierte Untätigkeit.“ Mit dieser Einschätzung steht er in Hochfeld nicht allein.

Svenja Aufderheide

Facebook
 
Kommentare
15.10.2011
13:24
Hochfeldern platzt langsam der Kragen
von Bernd1959 | #10

#4 Komisch66

Ich würde vorschlagen jeder Duisburger Bürger nimmt eine dieser armen Familien auf und unterstützt sie mit Wohnraum und finanzellen Mittel. Das würde unsere Sozialkassen sehr entlasten. Ich wette das Komisch66 den Anfang macht und eine Familie aufnimmt. Somit wäre das Problem vom Tisch.

15.10.2011
13:03
Hochfeldern platzt langsam der Kragen
von DU-Kersten | #9

@ 5
Kinder müssen sich nicht prostituieren. Sie werden dazu gezwungen u.z. von skrupellosen Clanchefs.

15.10.2011
12:39
Hochfeldern platzt langsam der Kragen
von DU-Kersten | #8

Es sind nicht immer kriminelle Vermieter. Wenn Sie als Vermieter z.B. eine Wohung an 4 Personen vermieten, kann es passieren, dass eine Woche später ein Kleinbus vor dem Haus steht und alle diese Wohnung beziehen.
Mit dem Touristenvisum kann man sich 3 Monate ohne Arbeit legal hier aufhalten. Die angemeldeten Gewerbe und die Autos fürs Kleingewerbe müssten überprüft werden (TÜV).
Verständlich ist, dass man in das Land, wo die Perspektiven besser sind. Man muss aber auch überlegen, ob man nicht auch organisierte Kriminialität unterstützt. Auch wenn ich noch so arm ist, zwingt ein normal sozialisierter Mensch seine Frau oder seine Kinder zur Prostitution.

15.10.2011
12:13
Hochfeldern platzt langsam der Kragen
von photomann | #7

Wenn Komisch66 seine Ideen selbst bezahlt, laden wir den Rest der Welt auch noch ein.

15.10.2011
11:55
Hochfeldern platzt langsam der Kragen
von citylights | #6

@#4 von Komisch66: Das wäre Asylbetrug und ihr Beitrag Anstiftung zu einer Straftat !

15.10.2011
11:19
Hochfeldern platzt langsam der Kragen
von marianus | #5

was da aufgezeigt wird ist horror,vor allem wenn ich lese das kinder sich prostituieren müssen damit die familie zu leben hat.aber und damit komme ich auf etwas was zu gerne von denen da alle die sich heute seitens ämter und organisationen zu wort melden verschwiegen wird;früher als es mütter nach dem krieg gegeben hat welche sich den ausländischen soldaten hingegeben haben,damit die kinder zu essen hatten,diese wurden dann als hu...hingestellt.HEUTE,ist es vielfach noch so das junge mütter,oder auch schon etwas ältere sich prostituieren damit die kinder nicht nur zu essen haben,vielmehr auch mit den anderen mithalten können und nicht in der schule als asoziale gemobbt werden.nach aussen ist alles heile welt und diese problematik kennen auch die ämter und organisationen,aber darüber wird dann geschwiegen.wenn das eine verwerfliche aufgezeigt wird,zurecht und da darf nicht locker gelassen werden,sollte man das andere aber bitte auch mal nicht vergessen.hier ist die offensichtliche armut,auf der anderen seite die versteckte,aber beide sind schlimm.

15.10.2011
10:53
Hochfeldern platzt langsam der Kragen
von Komisch66 | #4

Das Problem mit mangelnden Wohnraum und finanzieller Unterstützung ließe sich ganz leicht zumindest vorübergehend lösen:

Sinit und Roma dürfen -auch als EU-Bürger- Asylanträge stellen. Damit hätten sie für die Dauer der Bearbeitung dieser Anträge Anspruch auf finanzielle Leistungen nach dem Asylgesetz.
Die durchschnittle Bearbeitungsdauer solcher Anträge, die dann wahrscheinlich abgelehnt würden, da man als EU-Bürger kein Anrecht auf Asyl hat, liegt bei ca 24 Monaten. In dieser Zeit wären die Sinti und Roma jedoch erst einmal versorgt.
Diese Leistungen nach dem Asylgesetz sind zwar nicht ganz so hoch angesetzt wie der Hartz4-Satz aber werden durch den Anspruch auf Finanzierung des Wohnraums und Bereitstellung von Stom und Heizkosten aufgestockt. So hätten diese Menschen zumindest ein Einkommen.

Hinzu kämen Einnahmen in Form von Kindergeld, wenn Eltern ihre Kinder hier zur Schule schicken würden. Und die Krankenversicherung und somit die ärztliche Versorgung wäre auch gewährleistet.

Wenn erstmal die Kinder dieser Menschen in der Schule Fuss gefasst haben, dann würden auch die Eltern dann nicht unbedingt ausgewiesen, wenn ihr Antrag auf Asyl abgelehnt würde. Denn die Kinder sollen nicht aus dem vertrauten Umfeld gerissen werden. Die Folge könnte eine Duldung sein und somit wären die Eltern hier abgesichert und die Schulbildung der Kinder finanziert.

Wer gewisse finanzielle Mittel besitzt, Wohnraum finanziert bekommt und ärztliche Versorgung erfährt, wird bestimmt nicht in die Schwatzarbeit verfalen, zur Prostitution neigen oder überteuerten und runtergekommenen Wohnraum annehmen.
So wäre die gravierenden Probleme erst einmal gelöst und diese Menschen hier versorgt.
Leider fehlt genau hier die Beratung die diesen Zuwanderern auch Hilfestellung bei den entsprechenden Anträgen leistet. Hier muss angesetzt werden und diesen Menschen auf legale Weise nach Deutschem Recht und Gesetz geholfen werden, ihre Ansprüche hier auch entsprechend durchzusetzen.

15.10.2011
10:06
Hochfeldern platzt langsam der Kragen
von citylights | #3

Thomas Rensing vom Klüngelklub: „Ich habe den Eindruck, das ist organisierte Untätigkeit.“

Wenn Herr Rensing entsprechende Anzeigen stellen würde, dann muss der Zoll und das Ordnungsamt auch aktiv werden.

Nicht nur meckern, sondern auch aktiv werden !

15.10.2011
09:46
Hochfeldern platzt langsam der Kragen
von berechtigter_Zweifel | #2

@ #1
Sie drehen Frau Tauch das Wort im Mund herum und verstehen das, was sie verstehen wollen und nicht das, was Frau Tauch gesagt hat.

15.10.2011
08:39
Hochfeldern platzt langsam der Kragen
von Lobotomie_auf_Kassenrezept | #1

Wenn dogmatische Beschwichtigungsversuche nicht meht funktionieren, weil die Probleme zu offensichtlich werden, wird eben auf Teufel komm raus relativiert. Oder was meint Frau Tauch wohl damit, wenn sie die Not dieser Leute dafür verantwortlich macht, daß minderjährige Kinder auf den Strich geschickt werden. (Als Vater macht sich allein an dieser Stelle bei mir ein abgrundtiefes Gefühl von Ekels gegenüber solchen Eltern breit.) Zwischen den Zeilen vertritt Frau Tauch damit keine andere Ansicht, als daß die herzlose (deutsche) Gesellschaft an den Problemen der Zugereisten schuld sei. Und deshalb sei die deutsche Gesellschaft verdammtnochmal in der Pflicht, alle Zugereisten zu alimentieren, damit noch mehr Südosteuropäer nachkommen.
Problemlösung auf gutmenschlich links eben.
Bei der letzten Kommunalwahl wurde eine große Chance verpaßt.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/5160765/create

Woran soll in Duisburg nicht gespart werden?
82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

Captcha

Bitte übertragen Sie den Code in das folgende Feld:

Wort unleserlich? (Neuladen)

 
Aktuelle Fotos und Videos
Schützenfest in Großenbaum
Bildgalerie
Schützenfest
Kanu Worldcup
Bildgalerie
Wassersport
Aus dem Ressort
Netto-Chefs loben nach Einbruchserie Belohnung aus
Festnahmen
Seit acht Wochen beobachtet die Polizei vermehrt Einbrüche in Duisburger Filialen des Discountmarktes Netto. Die Geschäftsleitung hat eine Belohnung von 3000 Euro ausgesetzt. Sonntagnacht erwischten Polizisten zwei junge Einbrecher in einer Filiale in Meiderich.
Demonstration für ein soziokulturelles Zentrum in Duisburg
Kulturzentrum
Die Initiative „DU it yourself“, die 2011 die leer stehende Schule in Duisburg-Laar besetzt hatte, kämpft weiter für ein soziokulturelles Zentrum in der Stadt. Am 1. Juni rufen die Aktivisten deshalb zu einer Nachttanzdemo auf, die ab 19 Uhr vom Hauptbahnhof durch die Innenstadt nach Hochfeld zieht.