Hochfeld weiter fördern

Hochfeld..  Vielleicht haben sich die Besuche der Politikprominenz, die sich von den Auswirkungen der Zuwanderung aus Südosteuropa in Hochfeld ein Bild machen wollte, ausgezahlt. Der Stadtteil Hochfeld könnte weiterhin Teil des Städtebauprogramms „Soziale Stadt“ sein. Ursprünglich sollte die Förderung auslaufen. „Hochfeld war stabilisiert, dann hat die Zuwanderung aber alles geändert“, erklärt Arne Lorz, zuständig für das Programm „2027“ bei der Stadt Duisburg. Vom Land gab es schließlich Signale, dass das Programm fortgesetzt wird – die Stadt muss aber, um aufgenommen zu werden, ein neues integriertes Handlungskonzept präsentieren. Es steht unter dem Thema: „Ort des Lebens und der Begegnung.“ Das Konzept wird nun in der nächsten Woche der Bezirksvertretung und anschließend dem Rat präsentiert.

Im Handlungskonzept werden 17 Maßnahmen aufgelistet – darunter der Ausbau des „Grünen Rings“ durch Hochfeld, die städtebauliche Neugestaltung von Heer- und Johanniterstraße ebenso der Karl-Jarres-Straße. Weiterhin wird etwa über den Umbau des Spielplatzes am Blauen Haus nachgedacht, es soll ein Fassadenprogramm geben, um für Hausbesitzer einen Anreiz zu schaffen, zu investieren. Zudem könnten kulturelle Gärten eingerichtet werden. Kostenpunkt: Mehrere Millionen Euro, wobei der Grünausbau des Rheinparks das meiste Geld verschlingen würde. Die Umgestaltung des Spielplatzes am Blauen Haus würde mit rund 135 000 Euro zu Buche schlagen. „Das sind geschätzte Kosten, wie viel tatsächlich gefördert wird, wissen wir nicht“, betont Lorz.

Allein: Die sozialen Probleme lassen sich durch die Investition in die Infrastruktur nicht so einfach lösen. „Soziale Stadt ist ein Programm zu Städtebauförderung“, so Lorz. Soziale Maßnahmen, um die Situation nachhaltig im Stadtteil zu verändern, müssten das Programm flankieren. „Es gibt weitere Fördergelder, etwa ,Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier’ oder ,starke Jugendliche, starke Stadt’, um die wir uns dann bemühen können.“ Voraussetzung sei aber, dass die „Soziale Stadt“ weiter gefördert wird. Bisher habe es viele Projekte in diesem Bereich gegeben.

Neues Quartier soll Impulse bringen

Einen wichtigen Impuls erhofft sich Lorz von der Entwicklung des Baugebiets „Rheinort“ auf dem ehemaligen Gelände von „Arcelor Mittal“, unweit des Rheinparks. „Das wird Leute anziehen, die Wert auf qualitativen Wohnraum legen.“ Auch, wenn die Wanheimer Straße nur unweit von dem Quartier entfernt ist. „Es ist eine belebte Einkaufsstraße, bei der man über Probleme hinwegsehen muss“, so Lorz. Hochfeld habe gute Chancen, weil der Stadtteil City und Rhein verknüpft. Bisher hat die Entwicklung des Rheinparks allerdings keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Erneuerung Hochfelds gehabt.