Hitlergrüße im MSV-Block – Staatsanwaltschaft stellt ein Verfahren ein
11.01.2013 | 14:04 Uhr 2013-01-11T14:04:00+0100
Duisburg. Der 18. August 2012 war ein schwarzer Tag für alle MSV-Fans: Die Zebras gewannen zwar ihr Pokalspiel in Halle, aber Rechtsradikale grölten im Block rassistische Parolen, zeigten den Hitlergruß. Gegen einen Verdächtigen wurde nun aufgrund veränderter Zeugenaussagen das Verfahren eingestellt.
Die Staatsanwaltschaft Halle hat das Verfahren gegen einen Anhänger des MSV Duisburg wegen Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen eingestellt. Das teilte Oberstaatsanwalt Andreas Schieweck als Sprecher der Behörde auf WAZ-Anfrage mit.
Gegen den 30-jährigen Duisburger wurde ermittelt, weil er beim DFB-Pokal-Auswärtsspiel der Zebras am 18. August 2012 in Halle im Gästeblock den so genannten Kühnengruß gezeigt haben soll. Dieser ist eine nach dem Neonazi-Führer Michael Kühnen benannte Abwandlung des Hitlergrußes, bei dem Daumen, Zeige- und Mittelfinger abgespreizt werden.
Beim Pokalspiel des MSV Duisburg in Halle schallten antisemitische und rassistische Parolen aus dem Duisburger Fanblock. Da einer der MSV-Anhänger auch noch die Hand zum Hitlergruß hob, ermitteln nun Polizei, Staatsschutz. Auch der MSV muss und will etwas tun, allein um die echten Fans zu schützen.
Die Ermittlungen gegen einen 29-jährigen Mann, gegen den die gleichen Vorwürfe erhoben werden, dauern laut Schieweck noch an.
Zwei Zeugen waren sich plötzlich nicht mehr sicher
Zwei namentlich benannte Zeugen hatten, so der Oberstaatsanwalt, in einer ersten Vernehmung in Halle die Taten beobachtet und konkret den Beschuldigten zuordnen können. „Bei einer zweiten Vernehmung waren sich dann plötzlich beide nicht mehr so sicher. Das hat letztlich nicht ausgereicht, um Anklage zu erheben.“
Im Fall des zweiten Beschuldigten hat die Polizei ihre Ermittlungen abgeschlossen. Der zuständige Staatsanwalt prüft derzeit die weiteren Schritte.
Bei dem Pokalspiel des MSV Duisburg in Halle schallten am 18. August antisemitische und rassistische Parolen aus dem Duisburger Fanblock. Häufig sei „Judenschwein“ und ähnliches gegrölt worden, erklärte ein mitgereister MSV-Fan damals gegenüber der WAZ. Da die Gewaltbereitschaft der Personen bekannt gewesen sei – es soll sich um rechte Hooligans der Gruppierung „Division Duisburg “ handeln –, habe es in der Kurve kaum Proteste gegeben. Offen sei damals auch neonazistische Symbolik gezeigt worden.

18:36
Eigentlich typisch für Deutschland - unser "Rechts"-staat ist auch 67 Jahre nach dem Zusammenbruch des sogenannten Dritten Reiches immer noch auf dem rechten Auge wenn nicht blind so doch sehr stark sehbehindert, siehe auch mildere Haftbedingungen für Schäpe.
In den 70ern und später lief jemand im Gegensatz dazu Gefahr, wenn er nur zufällig mit einem gesuchten Linksterroristen irgendwo zusammen auf einen Bus gewartet hatte, wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung verhaftet und lange Zeit unter menschenunwürdigen Bedingungen eingesperrt zu werden.
17:14
lapofgods |, ich finde das überhaupt nicht Schade. So ist das in einem Rechtsstaat, man kann nur den verurteilen der nachgewiesener Weise eine Straftat begangen hat.
Und das gilt unabhängig davon ob jemand politisch rechts, links, mitte oder unpolitisch ist.i.
20:53
Schade eigentlich.