Politik
Hiphop und Politik
24.09.2009 | 13:09 Uhr 2009-09-24T13:09:00+0200Bürgernah und kontrovers: Hiphop-Künstler Marcel Wojnarowicz kandidiert als Parteiloser in Duisburg für den Bundestag.
Marcel "Wojna" Wojnarowicz ist niemand, der ein Blatt vor den Mund nimmt. Das tut der 33-Jährige weder als Frontmann der Hip-Hop-Formation „Die Bandbreite“, noch als parteiloser Direktkandidat für den Wahlkreis Duisburg I. Zu lässigen Beats verbreitet er Verschwörungs-Theorien über die Anschläge des 11. Septembers, und in seinen Wahl-Videos fordert er eine radikale Abkehr vom bestehenden Wirtschaftssystem. „Ich bin konsequent und stehe zu meiner Meinung, auch wenn es da nicht überall Zustimmung gibt“, ist er sich seiner polarisierenden Wirkung durchaus bewusst. Oberste Priorität habe es für ihn, in seinem Handeln stets authentisch zu bleiben.
Gerade dies vermisst er bei vielen Politikern. Zwar gebe es in fast jeder Partei einige meinungsstarke Vernünftige, spätestens bei wichtigen Abstimmungen würden diese jedoch aufgrund des Fraktionszwangs einknicken. „Einer hebt die Hand, alle heben die Hand“, so Wojnarowicz. Auf diesem Wege werde der Wählerwille letztendlich ignoriert. Ein weiterer Dorn im Auge ist dem selbstständigen Musiker die politische Einflussnahme von Lobbyisten. „Es kann nicht sein, dass jemand im Aufsichtsrat eines Energie-Riesen sitzt und gleichzeitig im Bundestag.“ Diese Missstände hätten allesamt zu einer Fehlentwicklung in der politischen Kultur geführt, die sich in einer „Bundespolitik geprägt von Sozialkürzungen“ zeige.
Internet-Wahlkampf und linke Tradition
Als Parteiloser möchte der redselige Rapper nun für frischen Wind und mehr Bürgernähe in Berlin sorgen. Da er keine finanz- und helferstarke Partei im Rücken hat, reduziert sich sein Wahlkampf hauptsächlich auf das Verteilen von Flyern und einen Web-Wahlkampf mit eigener Homepage und Wahl-Videos. Sich selber im politischen Spektrum einordnen möchte der Duisburger dabei nicht. Eine Kategorisierung in Links-Rechts-Mitte findet er „total bekloppt“ und überholt. Er betont, dass er eine linke Tradition habe, es ihm aber in erster Linie um die Verbreitung von wahren und umfassenden Informationen gehe. Nachdrücklich verweist er in diesem Zusammenhang auf sein „verlässliches Netzwerk“, zu dem zahlreiche Experten gehören würden.
Einer aus dieser Riege sei der Journalist und Afghanistan-Korrespondent Christoph Hörstel. Mit dessen Hilfe will Wojnarowicz im Bundestag schonungslose Aufklärung betreiben. Hörstel sei ein legitimierter Verhandlungsbevollmächtigter der Taliban und kenne die Situation vor Ort so gut wie kaum ein anderer. „Die Taliban sind zu einem Frieden bereit“, beteuert Wojnarowicz. Doch anstatt auf solche Stimmen zu hören, lasse sich die Bundesregierung in den Interessen-Sog ihrer Bündnispartner ziehen. Am Hindukusch entwickle sich dadurch ein „schleichender Genozid“, ausgelöst durch einen Nato-Krieg, schimpft der 33-Jährige.
Die Wirtschafts-Ordnung radikal verändern
Einmal in Fahrt gekommen, propagiert der Nachwuchs-Politiker gleich auch seine ganz eigene „Vision vom Sozialismus“, die die bestehende Wirtschafts-Ordnung komplett auf „links“ drehen würde. „Unser aktuelles System ist suboptimal und ungerecht“, kritisiert Wojnarowicz. Er fordert ein bedingungsloses Grundeinkommen für jedermann. Dessen genaue Höhe solle von einer Experten-Kommission festgelegt werden, vorstellen könne er sich beispielsweise 1000 Euro. „Das würde die Arbeitgeber-Kultur komplett verändern.“ Da kein Arbeitnehmer mehr Angst vor der Nicht-Arbeit haben müsste, wären Unternehmer gezwungen, ihre Mitarbeiter mit gutbezahlten Jobs zu locken. Der Anreiz, eine Arbeit anzunehmen, würde dadurch nicht gänzlich wegfallen, meint der Duisburger. Schließlich könnten beliebte Luxus-Güter wie beispielsweise ein Auto nicht nur mit dem Grundeinkommen finanziert werden. Auch für die Finanzierung habe er ein Konzept vorliegen.
Ein bisschen Parteinähe offenbart der Duisburger schließlich dann doch, als es um Internet-Themen geht. Da sei er durchaus auf einer Wellenlänge mit der Piraten-Partei. „Die Internet-Sperre zum Schutz vor Kinderporno-Seiten ist eine Farce“, bemängelt er deren Wirksamkeit. Grundsätzlich sei ihm das Programm der jungen Partei jedoch etwas zu einseitig.
Pikante These zu Terror-Anschlägen
Apropos einseitig. So bezeichnet er die Berichterstattung rund um die Anschläge auf das World Trade Center am 11. September 2001. „Es gibt eine sehr große Faktenlage, die überhaupt nicht beachtet wird.“ Dann sprudelt es nur so aus ihm heraus. Er spricht von einer ausgeschalteten Flugabwehr, von dem erstmaligen Einsturz eines Stahlgebäudes nach einem Brand und einer Fallgeschwindigkeit der Türme, die auf eine kontrollierte Sprengungen hinweise. Kurzum: Wie in seinem Song „Selbstgemacht“ hegt er Zweifel daran, dass die Anschläge wirklich von Al-Qaida-Terroristen begangen wurden. „Wenn ich mich frage, wer von dem ganzen profitiert, dann lande ich bei den Interessen der US-amerikanischen Öl-Industrie“, formuliert er eine pikante These. Sollte Wojnarowicz wirklich in den Bundestag gewählt werden, dürfte er als Anhänger derartiger Theorien zumindest auf dem außenpolitischen Parkett schnell ins Rutschen geraten.
10:32
@ mark49:
Stahl verliert bei einer Temperatur von 1000 Grad rund die Hälfte seiner Stabilität - auch wenn er erst bei ca. 1500 Grad zu schmelzen anfängt.
10:30
@ Heinz W. Geisenberger:
Leiden Sie genau so unter Verfolgungswahn wie Wojna? Ich habe Sie beschimpft?
Statiker, die objektiv sind, zweifeln nicht an der offiziellen These zum Einsturz. Jeder, der seinen Verstand nur eine Sekunde benutzt, weiß, dass es unmöglich ist, die Menge an Sprengstoff heimlich an den Towern anzubringen, die nötig ist, um sie zum Einstürzen zu bringen. Die Statik der Gebäude war ausreichend, um Einschläge von Flugzeugen der Größenordnung Boeing 707 zu verkraften. Die Unglücksmaschinen waren 747 und 767!
Aber das Wesentliche von Verschwörungen ist ja das Leugnen von Fakten.
09:14
Google Video: 911 Mysteries Deutsch
19:37
@Ice
Ich frage mich dann warum Stahl in Gebäuden dann mit Brandschutzmitteln beschichtet wird? Wenn dem schon gut 1000°C alleine nix anhaben und er nichts von seiner Stabilität verliert (haben sie ja statisch ausgerechnet und bewiesen, auch ausprobiert an einem lebensgroßen Modell?)!
17:28
@Christian123456
Jaja, auch das passt ins Muster: Klar, Sie verbreiten hier einzig und allein Weisheiten. Und wer es wagt, Ihre Ansichten nicht zu teilen, oder gar zu widersprechen, der wird beschimpft.
Übrigens: Gerade auch Statiker zweifeln nicht nur in den USA eben die von Ihnen vertretene These zum 11.9.2009 mit guten und auf fachliche Erfahrung basierenden Argumenten an. Aber das ist Ihrer Meinung nach sicher auch „Schwachsinn“ und „unverschämt“.
16:57
Ich hab für Wojna Flyer verteilt und würde dies immer wieder tun. Ich habe leider nicht die Zeit privat mich so extrem damit zu beschäftigen ohne das mein Umfeld leiden würde. Daher finde ich es gut das ich jemanden gefunden hat, der die Sache auf den Punkt bringt und den ich mit etwas Zeiteinsatz auch gut helfen kann.
13:28
Es kann nicht sein, was nicht sein darf?
Damit kann man natürlich jede kritische Stimme platt machen, aber Wojna scheint es geschaft zu haben, ein paar Leuten an der richtigen Stelle auf die Nerven zu gehen. Eine pluralistische Gesellschaft braucht solche Leute.
Wenn ich den Wojna nicht kennen würde, käme ich auch eventuel auf die Idee zu sagen; das ist ein ungewöhnlicher Marketing Trick.
Da ich ihn aber schon länger kenne, vertraue ich auf seine Aufrichtigkeit.
Es ist meine Überzeugung, das Marcel aus ehrlichen Motiven kandidiert und das, was er sagt oder fragt, auch so meint.
... nur gewählt habe ich ihn trotzdem nicht.
12:38
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10:09
@r.kant Falsch!
Wer an Verschwörungen glaubt, glaubt auch, dass die Erde eine KUGEL ist.
Und wird dann anschließend exkommuniziert, verbrannt oder muss abschwören. Also genau das, was man gegenwärtig mit mir und meiner Band macht.
08:22
@ Geisenberger:
Was der Kerl von sich gibt, ist Schwachsinn und auf einer Stufe mit der Bielefeld-Verschwörung zu stellen - mit dem Unterschied, dass Wojna (zumindest befürchte ich das) glaubt, was er da von sich gibt. Warum die Tower in sich zusammengebrochen sind, ist bekannt - dass kann JEDER Statiker erklären. Der Zusammenhang mit dem Öl stammt aus einem anderen Krieg. Da wird Einiges durcheinandergeworfen.
Wenn Sie meine Kommentare zu diesem Thema richtig gelesen hätten, hätten Sie meine kritische Einstellung bemerkt. Insofern ist die Unterstellung, ich sei gutgläubig und obrigkeitshörig, eine Unverschämtheit. Gehen Sie bitte woanders trollen.