Hilfe bei Jobsuche dank Vernetzung

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Hochfeld..  Bei der Frage, wie man Langzeitarbeitslose und Hartz-IV-Empfänger wieder in Arbeit bringen kann, ist die Entwicklungsgesellschaft Duisburg im vergangenen Jahr neue Wege gegangen. In Hochfeld und Marxloh – beide Stadtteile sind auch Teil des Programms „Soziale Stadt“ – wurde das Projekt „Aktiv für Arbeit im Stadtteil“ aufgelegt. So sollten auch die Personen erreicht werden, die sonst nicht an einer Lehrstellenbörse der IHK teilnehmen oder sich das Busticket zur Arbeitsagentur nicht leisten können.

Ursprünglich wollten sich die Organisatoren an Hausfrauen und alteingesessene Migranten richten. „Es stellte sich aber ziemlich schnell raus, dass in Hochfeld die Zuwanderer aus Rumänien und Bulgarien eine Zielgruppe sind, die Hilfe gebrauchen könnten“, erklärt Ercan Idik, Koordinator bei der EG DU. Er und seine Kollegen bauten ein neues Netzwerk auf. Die Vereine und Verbände, die sich nun mit dem Arbeitsmarkt in Hochfeld beschäftigen, sind zweifelsohne die gleichen, die auch gemeinsam am Runden Tisch sitzen oder sich bei Stadtteilkonferenzen austauschen – nur, dass diesmal mit dem Schwerpunkt Arbeit diskutiert wird. „Viele Personen haben Vermittlungshemmnisse, sie müssen die Sprache besser lernen, Kinder müssen betreut werden, damit die Eltern arbeiten gehen können. Der Wunsch war da, eine Internetseite aufzubauen, auf die alle Verbände zugreifen können“, erklärt Katrin Jeuschnik, die die Plattform eingerichtet hat. Sucht nun ein Jobloser bei Organisationen, vielleicht auch wegen eines anderen Anliegens, Hilfe, finden die Mitarbeiter in der Datenbank nun Ansprechpartner und ihre direkte Durchwahl.

Mustafa Zekirov ist Mitarbeiter der EG DU – und einer von zwei Lotsen, die den Zuwanderern konkret helfen. Oft kommt der Kontakt über die Kinder zustanden, die etwa an einem seiner Projekte teilnehmen. Der Künstler kam vor Jahren nach Duisburg, spricht zahlreiche Sprachen, unter anderem Romanes, und begleitet die zugewanderten Familien etwa zur Arbeitsagentur, zu Ämtern und Ärzten. „Die Menschen sind dankbar.“ Zudem versucht Zekirov sie zu überzeugen, dass es wichtig ist, die Sprache zu lernen. Er hat einen guten Zugang zu den neuen Hochfeldern, kann sich gut an seine Anfangszeit in Duisburg erinnern.

Keine Konkurrenz

„Wir wollen keine Konkurrenz zu den anderen Angeboten der Stadt sein. Es gibt genug zu tun“, betont Idik. Wenn das Projekt, das von der Landes-Einrichtung „Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung“ gefördert wird, ausläuft, sollen die Lotsen weiter arbeiten.