Heroin in Sackkarre geschmuggelt

Drogenschmuggel aus den Niederlanden wird wahrlich nicht selten vor dem Landgericht am König-Heinrich-Platz verhandelt. Die Masche, um die es seit gestern vor der 1. Großen Strafkammer geht, ist allerdings originell: In den Reifen einer Sackkarre, die unter Gerümpel auf einem Schrottlaster lag, soll ein 43-jähriger Rheinhauser Heroin nach Deutschland gebracht haben. Zwischen Juni 2011 und seiner Festnahme im Mai 2014 soll er mit schöner Regelmäßigkeit mit einem Pkw nach Rotterdam gefahren sein. Der Stoff wurde dann in einem Erdbunker bei Venlo zwischengelagert.

Selbst bei einer für den Angeklagten höchst wohlwollenden Rechnung wurden im Laufe von knapp drei Jahren rund 30 Kilo Heroin nach Deutschland geschmuggelt, die hier zumeist an feste Stammkunden weiter verkauft wurden: Dealer, die den Stoff dann auf der Straße an Süchtige vertickten. Der Angeklagte soll pro Kilo 11 000 Euro bezahlt haben, seine Kunden zahlten an ihn 18 000 Euro.

Zwei 32 und 39 Jahre alte Duisburger müssen sich wegen Beihilfe verantworten. Laut Anklage hatte der Rheinhauser die beiden drogenabhängigen Männer als Helfer in seinem Schrotthandel angestellt. Einer von ihnen hatte bereits im Vorfeld umfassende Angaben gemacht, der andere zumindest ein Teilgeständnis abgelegt. Der Vorsitzende riet insbesondere dem Hauptangeklagten dringend, angesichts einer drohenden Verurteilung im zweistelligen Bereich, ebenfalls „über eine Geständnis nachzudenken.“ Der Prozess wird fortgesetzt.