Herausforderung für Krankenhäuser

Etwa 8000 Menschen in Duisburg sind an Demenz erkrankt. In ganz Deutschland sind es rund 1,4 Millionen Betroffene. Bis zum Jahr 2050 gehen Experten von einer Verdopplung dieser Zahlen aus. Gerade für die Krankenhäuser bringt das enorme Herausforderungen mit sich. Der Demenzkonvent mit dem Titel „Das demenzfreundliche Krankenhaus“ hat die Suche nach Lösungen angestoßen.

Auf dem Gebiet der dementiellen Erkrankungen ist die ambulante Betreuung der stationären Pflege derzeit einen Schritt voraus. „Hier hat man sich auf die speziellen Anforderungen schon eingestellt. Es gibt Gesprächskreise und Weiterbildungen für pflegende Betroffene“, berichtet Dr. Horst Wimmershoff, stellvertretender Vorsitzender der Alzheimer-Gesellschaft Duisburg, die den Demenzkonvent gestern im Fraunhofer-Inhaus ausgerichtet hat. Nun gelte es für die Krankenhäuser nachzuziehen. Dabei müsse die Frage geklärt werden, wie die Einrichtungen mit Patientengruppen umgehen, die eigentlich nicht in die festgezurrten Abläufe des Krankenhausa-Alltages passen. „Die Dementen können die Konsequenzen, die eine Verletzung oder Krankheit mit sich bringt, nicht mehr fassen“, erläutert Wimmershoff. Eine ungewohnte Umgebung, ein weiterer Patient auf dem Zimmer, zahlreiche Untersuchungen: Das alles ist oftmals zu viel. Deshalb flüchten bekanntlich viele Erkrankte und sehen darin den letzte Ausweg.

„Alle beteiligten Krankenhaus-Mitarbeiter benötigen mehr Aus- und Fortbildungen. Diese müssen die Bedürfnisse der Menschen mit Demenz noch ernster als bisher nehmen. Dazu müssen Pfleger und Ärzte lernen, die Perspektive des Dementen zu verstehen“, schildert der Arzt für innere Medizin. Technische Neuerungen versprechen auf lange Sicht zudem eine weitere Hilfestellung. Bei einer Führung durch das Inhaus wurden intelligente Spiegel vorgestellt, die zum Beispiel an die Einnahme von Tabletten oder das Putzen der Zähne erinnern. Zudem werden derzeit Raumsensoren entwickelt, die bei Stürzen einen Alarmsignal auslösen können. Neue Raum- und Rehakonzepte wurden ebenfalls präsentiert.

Noch ungeklärt bleibt in Zeiten, in denen die Krankenhäuser einem großen wirtschaftlichen Druck ausgesetzt sind, die Kostenfrage. „Hier gilt es, kreative und innovative Lösungen zu finden“, ermahnt Wimmershoff auf dem überregional besetzten Konvent, zu dem mehr als 100 Fachkräfte aus Medizin, Pflege und Verwaltung eingeladen waren.