Helfer Heribert Hölz zu Gast beim Papst-Besuch in Bosnien

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Papst Franziskus hat am 6. Juni Sarajewo besucht, die Hauptstadt von Bosnien-Herzegowina. Auch Heribert Hölz war dazu eingeladen. Seit über 20 Jahren organisiert er die Bosnienhilfe der Caritas Duisburg. Hölz berichtet von einem ergreifenden Gottesdienst im Stadion der Stadt mit 65 000 Besuchern. Aber den viel zitierten „Papst der Armen“ habe er dabei leider nicht erlebt.

Eigentlich wollte Hölz sich vor der Teilnahme am Papstbesuch drücken. „Als mich der dortige Caritasdirektor einlud, habe ich ihm einen Korb gegeben“, erzählt Hölz. Aber als dann Kardinal Vinko Puljic diese Einladung wiederholt habe, habe er nicht mehr nein sagen können.

Also traten Hölz und Ehefrau Ursula Anfang Juni ihre 82. Reise auf den Balkan an. Ihr Ziel: Sarajewo. „In der Stadt lief nichts mehr normal. Alles bereitete sich auf den hohen Besuch vor“, erzählt der Neukirchen-Vluyner. Um 6 Uhr am 6. Juni früh hätten sie sich schon mit dem Taxi ins Stadion fahren lassen. „Da war der Bär los“, erzählt er. Trotz der vier Stunden Wartezeit auf den Papst. „Die Landung des Papstes, der Empfang beim Staatspräsidenten und seine Fahrt zum Stadion wurde auf eine Großleinwand ins Stadion übertragen“, erzählt er. „Da herrschte schon eine Riesenstimmung.“ Was der Papst dann gepredigt hat, konnte Hölz nicht verstehen. „Er predigte auf Italienisch und es wurde auf Bosnisch übersetzt.“

Er habe am Nachmittag in der Unterkunft die TV-Übertragungen der weiteren Besuchsstationen mitverfolgt. „Da gab es noch ein Treffen mit Geistlichen in der Kathedrale“, sagt Hölz. „Auch mit Jugendlichen ist der Papst zusammengekommen.“ Aber im Armenviertel von Sarajewo habe er sich leider nicht sehen lassen. Das hatte Hölz im Armenhaus Europas eigentlich erwartet. „Aber er war ja auch nur einen Tag dort und es war ja ein Staatsbesuch.“

Tags darauf zog es Hölz wieder zu den Schwachen, für die er sich engagiert. Er stattete der Muslimin Alisa (31), einer Mutter von zwei Söhnen, einen Besuch ab. Das Haus der Familie am Fluss Bosna war nach der Flutkatastrophe 2014 unbewohnbar geworden. Geld für den Wiederaufbau fehlte. „Alisa hat ein behindertes Kind“, sagt Hölz. Ihr Mann schlage sich mit Gelegenheitsarbeiten durch. 1000 Euro ließ Hölz 2014 dort. „Davon wurde das Dach neu gedeckt“, erzählt er. Diesmal lieferte er über 2000 Euro bei Alisa ab. Ursula Hölz hatte dafür auch im Bekanntenkreis privat gesammelt. „Alisa hat vor Glück geweint“, berichtet Hölz.