„Heimat“ auf Gemälden kunstvoll interpretiert

Foto: Lars Heidrich

Industrie, Kultur, Natur – Duisburg hat viele Facetten. Höchst unterschiedlich interpretierte eine Baerler Malgruppe diese Vielfältigkeit auf 29 Leinwänden. Die Ausstellung „Heimat. Leben. Duisburg“ wurde nun im Kultur- und Stadthistorischen Museum eröffnet. Dort sind die Kunstwerke der sechs Malerinnen noch bis zum 21. Juni in der Mercatorwerkstatt zu sehen.

Im Rahmen der Reihe „Blickpunkt Stadt“ waren die Duisburger seit Juni vergangenen Jahres eingeladen, ihre Sichtweise auf Duisburg künstlerisch darzustellen. Alle sechs Wochen gab es eine neue Ausstellung. Neben vielen Schulklassen und Jugendlichen, war auch die Malgruppe des Atelierhauses Baerl von der Idee begeistert. Das Besondere: Die Mitglieder der sechsköpfigen Truppe unter Leitung der Duisburger Künstlerin Sigrid Beuting sind an Multipler Sklerose erkrankt und trotzdem mit voller Leidenschaft dabei.

„Ich freue mich, dass ich sie als Künstlerinnen gewinnen konnte“, sagt Organisatorin Kornelia Kerth-Jahn in ihrer Eröffnungsrede. Besonders die vielseitige Darstellung der Stadt verblüffe sie. Genau das möchte Sigrid Beuting erzielen: „Ich versuche, die Möglichkeiten in jedem individuell zu fördern“, erklärt sie. „Ich will, dass alle ihren eigenen Weg finden.“

Die Malerei ist für die Damen nicht bloß ein Hobby, sondern ein großer Teil ihres Lebens geworden.

Petra Bohlenschmidt etwa besucht seit sieben Jahren regelmäßig den Kurs. Obwohl sie auf ihren Rollstuhl angewiesen und motorisch stark eingeschränkt ist, hat sie vier Arbeiten für das Projekt fertiggestellt. Ebenfalls seit 2008 dabei ist Ingeborg Drzisga. „Vorher war ich ein Blindgänger. Erst hier habe ich den Zugang zur Malerei gefunden.“ Dadurch bekommt sie, findet Drzisga, ein Stück Lebensqualität zurück.