Heilende Kraft von Gospel und Blues

Foto: Ulla Emig WAZ Fotopool

Mit B.B. King verabschiedete sich jetzt hochbetagt eines der großen Idole von weißen Rock-Gitarren-Stars wie Jeff Beck und Jimmy Page in den ewigen Blues-Himmel. Wenn auch längst nicht so prominent, zählt jedoch der aus North Carolina stammende schwarze Blues- und Soul-Sänger Wilson Blount nun auch schon seit vielen Jahren zu den markanten Persönlichkeiten der internationalen Rhythm & Blues-Szene. Der eher als Big Daddy Wilson bekannte Musiker mit der volltönenden Bariton- und Gospel-Stimme, der als US-Soldat in Deutschland seine Liebe zum Blues fand, war jetzt erstmals auf einer Duisburger Bühne zu erleben.

Gemeinsam mit dem glänzenden italienischen Blues- und Rock-Gitarristen Roberto Morbioli präsentierte er Titel seiner jüngsten CDs „I’m your man“ und „Time“, die er zusammen mit seinem prominenten Kollegen Eric Bibb aufnahm, der Big Daddy in den höchsten Tönen lobte: „Wilsons Stimme wurde im Fluss der afroamerikanischen Musik getauft – eine Stimme mit der Kraft zu heilen.“

Mit feinem Hut, dunkler Sonnenbrille und seriösem Anzug nahm der sympathische Sänger dann zwischen Roberto Morbioli und dem jungen Bassisten Paolo Legramandi am Schlagzeug Platz, um dem guten alten Blues zu huldigen. Mit mächtigen und knackigen Grooves, für die sich Roberto Morbioli mit prächtigem Bottleneck-Spiel verantwortlich zeigte, präsentierte das geradlinig spielende Trio dann eine schöne Auswahl aus seinem umfangreichen Repertoire.

Im Stile eines Buddy Guy

Zu den Höhepunkten des Abends gehörten Songs wie „Texas Boogie“ oder der alte Hit „Fly like an Eagle“, bei denen Morbioli im Stile eines Buddy Guy mit elektrisierender Blues-Gitarre imponierte.

Auch wenn Big Daddy Wilson mit seiner tiefdunklen Stimme als Sänger nicht besonders variabel ist, so bleibt er doch ein großer Gospel-Geschichtenerzähler mit viel Gefühl für den klaren Rhythmus der Band. Die Duisburger Blues-Fans bedankten sich bei dem Trio für einen stimmungsvollen Blues-Abend mit viel Beifall.