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Heftig zugelangt

17.06.2008 | 18:41 Uhr

300 Prozent mehr für die Aufsichtsratsmitglieder von duisport. Rat beschließt, auch die Zuschüsse für die Arbeit in den Fraktionsbüros zu erhöhen. Die Linke zweifelt an der Rechtmäßigkeit

Selten sind sich die beiden großen Fraktionen im Rat einig. Doch als es am Montag um die Vergütung von Aufsichtsratsmandaten bei duisport ging, segnete die Mehrheit von CDU und SPD eine Erhöhung um 300 Prozent ab. Bisher erhielten der Vorsitzende 2045, sein Stellvertreter 1534 und ein normales Aufsichtsratsmitglied 1023 E jährlich. Ab Januar nächsten Jahres klettern die Bezüge auf 6000, beziehungsweise 4500 und 3000 Euro. Unter anderem nennt die Verwaltung in der Begründung kontinuierlich gestiegene Verantwortung, zeitliche Belastung und Verdreifachung von Umsatz- und Mitarbeiterzahl. Hermann Dierkes, Die Linke-Fraktionsvorsitzender, vergleicht die Anhebung mit der Instiktlosigkeit bei der Diätenerhöhung. Es gehöre eine Portion Unverfrorenheit dazu, die Vergütungen um 300 Prozent anzuheben. Knut Happel von der Bürgerunion forderte, den Beschluss rückgängig zu machen, um sich nicht dem Vorwurf der Selbstbedienung auszusetzen. Der Begriff der gestiegenen Verantwortung sei äußerst dehnbar. Gegen die "Anpassung" stimmten die Fraktion "Die Linke", drei Grüne, die Bürgerunion und sieben Mitglieder der SPD. Zwei Grüne und die FDP enthielten sich.

Einigkeit zeigten die großen Fraktionen dann aber bei der geplanten Erhöhung der Kopfpauschale für Fraktionsmitglieder. Damit wird die Arbeit in den Fraktionsgeschäftsstellen bezuschusst. Um 20 Prozent soll sie ab 1. Oktober 2009 angehoben werden. Das bedeutet, pro Fraktionsmitglied fließen monatlich 680 Euro in die Kassen der Geschäftsstellen. Hinzu kommt ein Sockelbetrag von 6 900 Euro monatlich, den jede Fraktion erhält. Jährlich erhalten die Fraktionszentralen so 1,26 Mio E aus dem städtischen Haushalt.

Die Linke will sich an die Kommunalaufsicht wenden, weil in einem Erlass des Innenministers festgelegt ist, den tatsächlichen Bedarf zu ermitteln. Dierkes: "Die Fraktionen sollen ihre Kosten auf den Tisch legen." Mit der vorgeschlagenen Höhe, so heißt es in der Vorlage, blieben die Zuschüsse am untersten Bedarfsende. Die Fraktion Die Linke hatte im letzten Jahr über 5000 Euro nicht verbrauchter Mittel zurückgegeben. Dierkes: "Die Verwaltung brauchte Monate, um ein Konto zu finden, auf dem das Geld wieder zurückgebucht werden konnte."

Diskussion & Abstimmung: Ist die Erhöhung gerechtfertigt?

DerWesten.de/duisburg

Von Klaus Johann

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Kommentare
18.06.2008
17:31
Heftig zugelangt
von berechtigter Zweifel | #8

Die Fraktionsgelder wurden doch erst nach der letzten Wahl kräftig erhöht, das war mit das erste, was der neuer Rat beschlossen hatte.

Eine unheilige Allianz bildet sich schnell, wenn es darum geht Steuergelder zu verplempern.

Eine größere Verantwortung rechtfertigt vielleicht eine Erhöhung der Aufsichtsratsbezüge bei Duisport, aber seit wann ist der Umsatz die Grundlage?
300% Umsatzerhöhung heißt ja nicht, dass sich der Gewinn verdreifacht hätte.
Das ist Maßlos!

18.06.2008
14:48
Heftig zugelangt
von nelke | #7

Wer von der SPD und den Grünen hatte denn die Courage, gegen die Herrschenden zu stimmen? Weiß das hier jemand?

18.06.2008
12:21
Heftig zugelangt
von Erich Fuchs | #6

Treten Sie, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Adolf Sauerlan (CDU), zurück!
Ebenso fordere ich Sie, sehr geehrter Herr Bürgermeister Benno Lensdorf (ebenso CDU) zum Rücktritt auf!
Sie haben Heftig zugelangt (WAZ Bericht von Klaus Johann, am 18. Juni 2008) als Vorsitzender und Stellvertreter des Aufsichtsrates von duisport.

300 (dreihundert) Prozent Erhöhung für die Tätigkeit im Aufsichtsrat von duisport, einfach unverschämt und geschmacklos.
Sie, Herr Sauerland und Sie, Herr Lensdorf, lassen damit m. E. jede Würde als Spitze unseres Rates vermissen!

Erich Fuchs, parteiloser Demokrat unserer Stadt Duisburg, 70 Jahre alt.

18.06.2008
09:09
Heftig zugelangt
von Hermann Dierkes | #5

Die Beträge bei den Fraktionszuschüssen sind die Beträge nach der Erhöhung von 2004. Es sollen auf die Kopfpauschale von 680 EUR ab 1.10.09
20 % kommen!

18.06.2008
05:36
Heftig zugelangt
von Stöfi | #4

Solche Maßnahmen sind ein untrügliches Indiz für den Niedergang der politischen Kultur.

Im übrigen gilt: Hochmut kommt vor dem Fall: Hier geben nämlich einige Leute schon ihre Abschiedsvorstellung.

17.06.2008
20:10
Heftig zugelangt
von schoschana | #3

Dass die Verantwortung steigt, leugnet niemand. Die Frage ist nur: Muss das so teuer sein?
Ich bezweifele es.

17.06.2008
19:46
Heftig zugelangt
von jurga | #2

Eine unglaubliche Frechheit!
Werner Jurga
www.jurga.de

17.06.2008
19:29
Heftig zugelangt
von Korruptes Duisburg | #1

Wie geht das russische Sprichwort nochmal: Wer am Feuer sitzt, wärmt sich die Hände.
Hier bedienen sich mal wieder die beiden Volksparteien schamlos selber....
Genauso wie sie Sozialtarife bei den Stadtwerken abgelehnt haben....

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Woran soll in Duisburg nicht gespart werden?
82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

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