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Stadtgeschichte

Haus von Gerhard Mercator soll aufgebaut werden

21.12.2012 | 06:00 Uhr
Das Mercatorhaus vor dem Abriss. (Archivbild)Foto: WAZ FotoPool

Duisburg.   Anlässlich des Mercatorjahres 2012 möchte Oberbürgermeister Sören Link das Wohnhaus von Gerhard Mercator an der Oberstraße wieder aufbauen. Da die Stadt kein Geld hat, sollen die Bürger "ihr" Mercatorhaus bauen. Link sieht vor, durch Sponsoren und Spenden den Aufbau zu finanzieren.

Das große Mercatorjahr 2012 zum 500. Geburtstag des berühmten Kartographen neigt sich dem Ende, da keimt eine Idee: Der Wiederaufbau des Wohnhauses von Gerhard Mercator . So weltumspannend Mercators Werk war, so stadtumfassend soll diese Idee nach dem Willen von Oberbürgermeister Sören Link werden: Eine Stadt baut ein Haus.

Originaltreu wieder errichten

Link stellt sich mit der Idee an die Spitze eines Kreises, der schon seit langem davon beseelt ist, auf den jetzt von den Archäologen freigelegten Fundamenten des Wohnhauses von Mercator an der Oberstraße das stattliche Bürgerhaus mit dem markanten Giebelstufen originalgetreu wieder zu errichten. „Gerhard Mercator hat von Duisburg aus die Welt verändert. Wenn man die Geschichte vermitteln will, dann dort“, beschäftigt sich Kai Gottlob, Chef vom Filmforum, mit dem ehrgeizigen Projekt.

„Duisburg ist eine Stadt mit langer Geschichte"

OB Link ist fasziniert von der Vorstellung, authentisch und erlebbar zu zeigen, wo Duisburgs größter Bürger einst lebte und arbeitete. „Duisburg ist eine Stadt mit langer Geschichte. Ich fände es schön und reizvoll, an dieser Stelle das Haus Mercators wieder aufzubauen“. Link will das Vorhaben zu einer Sache aller machen.

Der allgegenwärtige Mercator

Denn klar ist: Geld hat die Stadt dafür nicht. Also schwebt ihm vor, dass Duisburg wieder schafft, was der Stadt vor 100 Jahren mit dem Stadttheater schon einmal gelang: Dass die Bürger selbst „ihr“ Mercatorhaus bauen. Sponsoren, Mäzene, Spender & Sammler, Geschichtsbewusste und Duisburg-Verliebte sollen den Wiederaufbau schaffen und finanzieren. „Das kriegen wir hin“, gibt sich der Oberbürger zuversichtlich, dass sich der Geld-Globus für Mercator drehen wird. Erste Gespräche etwa mit der Bürgerstiftung und namhaften Unternehmern hat es bereits gegeben. „Wir werden viele Ideen entwickeln. Vielleicht ist das auch etwas für spezialisierte Handwerksbetriebe, die sich dort einbringen können“, schlägt Link.

Mercatorhaus als Identifikationsmittelpunkt

Mag sein, dass das Projekt auch diejenigen Investoren begeistert, die das Mercatorquartier mit seinen Wohn- und Geschäftshäusern in attraktiver Innenstadtlage entwickeln und bauen werden. Das Mercatorhaus könnte Identifikations-Mittelpunkt und „Marke“ des neuen Wohnviertels werden. Noch offen ist auch, wie denn das Haus dann genutzt werden könnte, vielleicht als Ort für die Mercator-Sammlung des Stadthistorischen Museums.

Exaktes historisches Material zum Wohnhaus Mercators gib es genug, weiß Kai Gottlob. Es gibt Bilder zu dem in den 1920er Jahren abgerissen Haus, es gibt Aufmaßzeichnungen, so gar die Farbe des Putzes ist bekannt. Und die Grundmauern mit dem Kellerboden haben jetzt die Archäologen freigelegt.

Oliver Schmeer



Kommentare
16.01.2013
15:47
Haus von Gerhard Mercator soll aufgebaut werden
von SB77 | #17

Das finde ich eine sehr gute Idee.Es könnte auch eine Projektgruppe dazu gegründet werden, wo sich interessierte Bürger mit einbringen können. Wäre sofort mit dabei. Und es gibt sicherlich noch mehr Duisburger deren die Geschichte Duisburgs am Herzen liegt.
Es wäre auch eine gute Werbung ür Duisburg.Ich hoffe es wird was.:)

22.12.2012
13:33
Haus von Gerhard Mercator soll aufgebaut werden
von tecxuss | #16

Soll Herr Link mal von seinem Sparbuch was spenden.Schaden täte es ihm finaziell sicherlich nicht.Dann noch die Ratsmitglieder,die haben auch genug.Schnallt es denn keiner? Der überwiegende Teil aht selbst nicht genug um zu sparen!! Armes Duisburg

22.12.2012
10:31
Aufbau West gegen Abriß Nord
von jojo2008 | #15

Was im Titel eher unscheinbar daherkommt, ist in Wahrheit eine geistige Pioniertat, die den Verfasser dieser Idee in den Rang eines MercaTors stellt. Galt bisher in Unserer Stadt neben No-Future auch noch No-History, tritt nun der junge, dynamische OB DU entschlossen aus der Niche der Gechichte, greift in die Tasten der Historie und schreibt sie damit. -

Er ist somit zu einem Lordsiegelbewahrer sozialdemokratisch-nordrheinwestfälischer Industriekultur geworden, die sich mutig den dekadenten, christlich-unionistischen Abrißorgien entgegenstellt, flankiert von einer publitzerpreisverdächtigen Hofberichterstattung von ortsansässigen WAZ-Männern, die sich zum Inbegriff revierlichern Journallistentums hochgeschrieben haben. -

„Leistung, die Leiden schafft“ - so sieht sie aus! -

Und so hoffen die Bürger in Bruchhausen und am Zinkhüttenplatz: Naht hier ihr Retter?

Schade nur, daß das Artikel-Photo garnicht das Haus des Mercators darstellt, sondern das des Ott Vogel ...

JO. / Archetekt

21.12.2012
22:27
Haus von Gerhard Mercator soll als Denkmal für OB-Link aufgebaut werden
von Gut-aufgepasst | #14

von Ahmet Peter Siegel
Ein Vorhaben in dieser Größe mit Bürgerengagement ist dann möglich wenn es zwischen Stadtspitze und den Bürgern harmoniert, ähnlich wie in einer Synopse. Das scheint in DU nicht der Fall zu seien. In der Zinkhüttensiedlung? Fehlanzeige, diese Bürger müssen aufpassen, dass ihre Häuser nicht abgerissen werden. Bürgerbegehren Wambachsee die Bürgergemeinschaft würde vielleicht helfen, aber sie
müssen erst einmal gegen die Stadtspitze Klagen. Jetzt fällt es mir ein, da waren ja noch die Lehrer die ja früh Dienstschluss haben und die würden bestimmt auch helfen, aber leider müssen sie weitere Wege hinter sich bringen um ihr KFZ abzuholen.
Schade! Jetzt weiß ich wer hilft, die Feuerwehr, da wäre nur eine Kleinigkeit die angefallenen Überstunden erst einmal mit Zinsen zu bezahlen. Geht nicht, schade dann fehlt den Feuerwehrleuten leider das Geld um zum Objekt der Begierde des OB anzureisen.
Ich bin mir sicher einer hilft dem OB-Link, der neue Vorstand der Wirtschaftsbet

21.12.2012
16:13
Haus von Gerhard Mercator soll aufgebaut werden
von hercules150 | #13

zu10 renton Ein wenig googeln und auch sie werden erfahren warum diese Siedlung
die Duisburg schon längst hätte unter Denkmalschutz stellen müssen Denkmalwert ist.
Und wenn Sie schon gerade googeln dann geben Sie mal den Namen Max Taut ein.
Nein diese Stadt zerstört was die Industrie und manch daher gelaufene Investoren egal um welchen Preis, gerade wollen. Den Preis dafür zahlen immer die Bürger/innen dieser Stadt.

21.12.2012
15:44
@ renton #10 - SIE mit Ihrem bezüglich der Zinkhüttensiedlung völlig unausgegorenenen Dahergesagtem sind der "lebendige Beweis" des hier zwar erlaubten, aber eben sich als Irrweg beweisenden "Anonymschreibens"...
von JoachimMutz | #12

...die städtische Gesellschaft hat diese "08/15 Mehrfamilienhaus-Ware" eben als Einnahmequelle und nicht als wertvolle Eigentumsanlage behandelt - NUR deshalb gilt hier nicht "Wir Maler erhalten den Wert ihrer Immobilie" und nur deshalb erlauben sich manche diese Fehltritte "Ihrer persönlichen Wahrnehmung"...
Die im Bautypus ähnlich schöne, an der Masurenalle gelegene parkähnliche Siedlung hat die Stadt als "eine der schönsten Siedlungen" in der Begründung zur Ablehnung weiterer Bebauung aufgeführt - aber dort regieren eben "andere Eigentümer"!

ICH frage öffentlich, was man unter VERANTWORTLICHER "Stadtplanung-Stadtentwicklung" versteht???

Nur MONOPOLY-Spielerei??? - Abbruch des Abbruches wegen und Neubau des angesagten, modernen Zeitgeistes wegen?
Dann sollte man erst "noch Mal" studieren gehen, um die Fußstapfen großer Meister wirklich zu begreifen!

... und ehe man das Potential des bürgerschaftlichen Engangements schwächt - sollte der OB endlich "Arbeiten + Versprechen einlösen!"

21.12.2012
14:23
Haus von Gerhard Mercator soll aufgebaut werden
von leuwerick | #11

Schöne Idee. Aber es gibt eher wenig Zeichen, daß die Stadtoberen die Wichtigkeit von Museen wahrnimmt und in Handeln umsetzt. Wenn das Mercator Haus gebaut wird muss es auch seriös fortgeführt werden und nicht im provinziellen Dunst verbleiben. Wie so vieles in der Stadt. Das alte Problem in Duisburg : Anspruch und Wirklichkeit.

21.12.2012
12:59
Haus von Gerhard Mercator soll aufgebaut werden
von renton | #10

Was haben manche hier mit der Zinkhüttensiedlung? Die Häuser dort sind potthässlich, 08/15-Stangenware. Da ist es vollkommen egal, ob der Architekt Max Taut hieß oder Hans Müller-Lüdenscheid.

Ansonsten, schöne Idee, das mit dem Mercator-Haus. Nur bezweifle ich, dass daraus etwas wird.

21.12.2012
11:10
Idee - Mercators Haus wieder aufbauen
von hobbesdu | #9

Im Prinzip eine schöne Idee, Duisburg einen Teil seiner mittelalterlichen Geschichte zurück zu geben. Wenn man sich dann aber - wie bereits in anderen Kommentaren geschrieben - vergegenwärtigt, dass anderswo in der Stadt historische Bausubstanz einfach abgerissen wird oder man sie so lange vergammeln läßt (wie die Bahnsteighallen am Hauptbahnhof), dass sie (angeblich) abgerissen werden muss, dann schüttelt man schon mit dem Kopf.

21.12.2012
11:08
Schnaps-Idee - Mercators Haus wieder aufbauen
von schuchardt1972 | #8

Ein kontrollierender Blick in den Kalender zeigt, dass wir heute nicht den 1. April haben, sondern kurz vor Weihnachten stehen. In einer Stadt wie Duisburg, die sich mit Bauten wie der Küppersmühle oder der neuen Mercatorhalle nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat, brauchen wir nicht auch noch die sprichwörtliche nächste Baustelle. Das bürgerliche Engagement, welches hinter dem möglichen Wiederaufbau des Mecatorshaues liegt, sollte in andere Bahnen gelenkt werden. Die Ausstattung von Kindergärten und Schule bedürfen viel eher einer monetären und ideellen breiten Unterstützung. Statt einer potemkinsche Parodie eines „Mercatorhauses“, sollten wir in Duisburg lieber in Bildungshäusern investieren. So bleibt diese „Idee“ nichts anderes als das was sie von Anfang an ist: Eine Schnapsidee.

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