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Bildung

Hauptschule ist ein Auslaufmodell

05.02.2010 | 21:00 Uhr

Die Hauptschule ist ein Auslaufmodell. Die Anmeldezahlen brachen ein. Von 4 300 Anmeldungen stadtweit haben sich nur 140 (!) oder drei Prozent für diese Schulform entschieden. Auch die Anmeldungen an den Realschulen gingen dramatisch zurück. 14 Prozent betrug der Verlust.

Nur 699 entschieden sich für den Besuch einer der insgesamt zehn Realschulen im Stadtgebiet. Bei den Gymnasien gab es gegenüber dem Vorjahr nur marginale Veränderungen. 1392 Anmeldungen bedeuteten einen Rückgang um acht. Für die Gesamtschulen liegen noch keine Ergebnisse vor.

Dass die Einbrüche an den Hauptschulen so krass ausfallen würden, hatte selbst Schuldezernent Karl Janssen ein wenig überrascht. „Die Situation ist schlimmer als erwartet. Die Hauptschule ist tot,die Leute wollen sie nicht”, stellte er nach der zweitägigen Anmeldung fest.

Ähnlich äußerte sich der Geschäftsführer der Bildungsholding, Ralf Hörsken: „Die Eltern haben die Hauptschule mit Füßen abgelehnt.” Er prophezeit, dass es in fünf Jahren überhaupt keine Hauptschule mehr in Duisburg geben wird, weil die Anmeldungen gegen null tendieren werden.

Nur durch die zu erwartendenen Überhänge an den Gesamtschulen - erwartet werden 300 Schüler, die dort nicht aufgenommen werden - ist an den 13 Hauptschulen im Stadtgebiet überhaupt jeweils eine Eingangsklasse zu bilden. „Wahrscheinlich das letzte Mal”, glaubt Ralf Hörsken.

3,5 Mio Euro hat die Bildungsholding seit 2007 in die Hauptschulen investiert, um sie als Ganztagssschule attraktiver zu machen. „Das hat nichts gebracht”, stellte Ralf Hörsken nüchtern fest. „Die Trendwende ist ausgeblieben.”

Wie dramatisch die Hauptschulsituation ist, macht folgendes Beispiel deutlich: Wenn man das Kriterium stabile Zweizügigkeit anlegt (2 x 18 Schüler), dann gäbe es in Duisburg überhaupt keine Hauptschule mehr. Nach dem Prinzip der Einzügigkeit (1 x 18 Schüler) gäbe es in Duisburg nur noch eine Hauptschule (Anne-Frank). An sechs Hauptschulen im Stadtgebiet meldeten sich nicht einmal zehn Kinder an.

Nach dem Leitsatz „wenigstens eine Schule pro Stadtbezirk” erfüllten laut Bildungsholding nur noch Hamborn und die Stadtmitte das Minimalkriterim von mindestens 18 Schülern.

Da der Trend anhalten, wenn nicht sogar sich noch verstärken wird, geht Ralf Hörsken davon aus, dass bereits in zwei Jahren fünf weitere Hauptschulen geschlossen werden. Ab 2015 wird diese Schulform wohl ganz gestorben sein. Dezernent Karl Janssen: „Die Hauptschule bricht weg und die Realschule bröckelt.”

Besonders bedrohlich ist die Situation an der Realschulfront in Rheinhausen. Erdrutschartig gingen die Anmeldezahlen in den Keller: Sie sanken gegenüber dem Vorjahr von 146 auf 84, was einem Rückgang von 43 Prozent entspricht. Die Konsequenz: Der Realschulbedarf in Rheinhausen verringert sich auf drei Züge. Ralf Hörsken: „In Rheinhausen sind schulorganisatorische Maßnahmen unausweichlich.”

Wir wird Duisburgs Schullandschaft von morgen dann aussehen? Der Chef der Bildungsholding sieht die Zukunft in einem zweigliedrigen Schulsystem. Neben dem klassischen Gymnasium werde eine Schule mit neuem Namen das Angebot abrunden. Hörsken: „Wir müssen alles Schulformen neu überdenken, auch die Situation der Gesamtschule wird sich ändern.”

Wolfgang Gerrits

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Kommentare
11.06.2010
16:22
Hauptschule ist ein Auslaufmodell
von wolkenwuschel | #1

Herr Hörsken scheint wenig Ahnung von dem zu haben was er macht. Er sollte doch fehlende Schulleiter bei Anmeldungen an einer Realschule berücksichtigen, und Meinung der Eltern einholen. Eltern die sich bewußt für die Realschule für ihr Kind entscheiden tun dies, weil es nicht ganz so stressig wie auf dem Gymnasium ist. Allerdings bietet die Realschule mehr Struktur als eine Gesamtschule, gerade für Kinder, die so etwas brauchen. Denn das System der Gesamtschule ist nicht für jedes Kind geeignet. Sollte es in Zukunft nur noch zwei Schulformen geben, so können wir sie ja Volksschule und Gymnasium nennen. Das hatten wir zwar schon, aber das ist Herr Hörsken anscheinend entgangen. Vielleicht sollte man das Nutzen der Bildungsholding überdenken, den da sitzt der Amtsschimmel fest im Sattel, und versucht sich noch hier in Duisburg zu profilieren.

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82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

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