Hauptschule ist bis 2015 verschwunden
19.02.2010 | 14:40 Uhr 2010-02-19T14:40:54+0100Ohne eine eigene Idee von der Zukunft einer neuen Schulstruktur dieser Stadt zu formulieren, hat gestern der Schulausschuss des Rates eine Sondersitzung beendet. Dabei sollte es in dieser seit Monaten angesetzten Sondersitzung ausschließlich um das Thema „Hauptschule“ gehen, die in Duisburg wie in der gesamten Republik seit Jahren Stück um Stück dahinvegetiert, weil die Eltern diese Schulform nicht mehr wollen.
Einen renommierten Wissenschaftler vom Institut für Schulentwicklungsforschung der Uni Dortmund, Dr. Ernst Rösner, hatten die Duisburger gar zur Analyse der schmerzhaften Schulstruktur-Probleme der Stadt ins Rathaus gebeten. Und dieser lieferte den Politikern und zahlreichen am Thema interessierten Zuhörern eine klare Botschaft ab: Die Hauptschule ist ein aussterbender Bildungsgang. Niemand könne dies aufhalten.
Der Grund: Die Eltern wollten für ihre Kinder eine Schule, in der für sie zumindest die Möglichkeit auf ein Abitur bestehe. Haupt- und Realschulen schlössen dies aber aus, deshalb, so Rösner, stünden beide Schultypen deutschlandweit und in auch Duisburg massiv unter Druck. Nur noch drei Prozent des aktuellen Viertklässler-Schülerjahrgangs 2010 in Duisburg will zur Hauptschule.
Das Schulwahlverhalten der Eltern, so Rösner, laute schon seit Jahren und heute mehr denn je: Lieber schicke ich mein Kind auf ein mieses Gymnasium statt auf eine gute Hauptschule. Schulen ohne gymnasiale Standards, sind nach Beobachtung des Wissenschaftlers „instabil“.
Diesem „Mega-Trend“ werde sich das Land Nordrhein-Westfalen genauso wenig entziehen können, wie schon vor ihm andere Bundesländer, sagte Rösner. Ein Ausweg aus der vertrackten Lage könne aber nicht die so genannte Verbundschule sein - eine Kombination aus Haupt- und Realschule. Rösner: „Denn beide stecken ja in der selben Klemme; die Realschule von heute ist die Hauptschule von gestern.“ Aus zwei Verlierern mache man keinen Sieger.
Die Zeit, so resümierte für die SPD-Fraktion ihr schulpolitischer Sprecher Heiko Blumentahl, sei also reif, das Schulsystem zu überdenken. Dies, so SPD-Ratsherr Hartmut Pietsch, könnten nur zwei gleichberechtigte Vollsysteme sein - hier das Gymnasium, dort eine neue Art Gesamtschule. Duisburg habe die Pflicht, sich jetzt ganz schnell dahin zu entwickeln. Und nicht weitere Millionen sinnlos für Hauptschul-Entwicklung auszugeben. Rösner möge, so der mit Mehrheit verabschiedete SPD-Antrag, mit der Stadt, ein Zukunftsmodell für einen Stadtbezirk planen.
Hier wurde, so mahnte Schuldezernent Janssen, kein Geld „sinnlos ausgeben“, immerhin steckten in den Hauptschulen ja aktuell auch Kinder, die davon profitieren. Aber, so gab Janssen, dem Forscher vorbehaltlos Recht: Die Hauptschule ist tot, das Drei-Gliedrige Schulssystem lasse sich nicht mehr reparieren. In fünf Jahren werde es in Duisburg keine Hauptschulen mehr geben.

13:42
Hauptschultod
Wie kann Herr Janssen behaupten, dass die Hauptschulen gestärkt worden seien.
Es gibt heute IMMERNOCH, und das seit JAHREN einen Unterichtsausfall wegen fehlenden Lehrerstellen und erkrankten Lehrern von durchschnittlich 20%. Also jede fünfte Stunde. Wie sollen die Schüler da was lernen?
Das Schulsystem muss nicht unten beschnitten, sondern nach unten erweitert werden. Denn: 10-20% der Schüler auf Hauptschulen bräuchten eine Extra-Betreuung. Die müssen von den Schulen weg, damit die anderen Schüler vernünftig beschult werden können. Ich bin mal gespannt, was passiert, wenn dieser Typ Schüler eines Tages die Real- und Gesamtschulen bevölkert.
So. -Und warum erzählt hier keiner, dass Elternwille hin oder her, nach der Erprobungsstufe mittlerweile so viele Schüler auf die Hauptschule zurückgeschickt werden, dass diese ganze neue Klassen bilden können. Bevor die Eltern entscheiden konnten kamen nach dem 6. Schuljahr 2-3 Schüler zurück, heute sind es bei einigen Hauptschulen 25 ! ! !
Ich vermute, dass diese Schulform absichtlich zerredet werden soll (aus Kostengründen, wie immer) und dass dieses Experiment letztendlich teuer werden wird, weil die angeblichen Fachleute mal wieder keine Ahnung haben.
07:43
#2
Richtig.
Das Problem sind nicht die Schulen, sondern die Schüler. Wer eine Möglichkeit sieht, sein Kind vor dem Pöbel zu bewahren, der nutzt sie auch.
Neu ist es aber, daß der Pöbel den Pöbel meiden will....
00:15
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21:16
Wo wollen die Hauptschüler hin? In die Gesamtschulen.
Dann lasst sie doch endlich dort hin.