Hauptsache Russland!

Mailand oder Madrid, Hauptsache Italien“. Mit diesem Satz erschuf Andy Möller vor Jahren den Inbegriff der Fußballer-Sprüche. Jetzt lässt sich der legendäre Inhaltsunsinn auf das Duisburger Rathaus übertragen:Chongqing oder Wuhan, Hauptsache Russland!

So jedenfalls lässt sich die offizielle Ratsvorlage lesen, mit der ein SPD- und ein CDU-Politiker auf eine Wirtschaftsreise nach China geschickt werden sollen. Die „Reise in die chinesische Metropole Chongqing sowie in die Partnerstadt Wuhan“ solle in erster Linie die Wirtschaftskontakte vertiefen, heißt es, bevor dann von dem „anstehenden Besuch in der russischen Partnerstadt“ die Rede ist.

Naja. Passiert ja ‘mal, wenn man Absätze aus alten Vorlagen kopiert. Denn gleicher Wortlaut taucht eben auch in dem Papier auf, das Bürgermeister Erkan Kocalar im Mai in die russische Partnerstadt Perm entsandte. Dem Verfasser kann man keinen Vorwurf machen, der Oberbürgermeister als Vorgesetzter, der das Papier schließlich unterzeichnete, hat’s ja auch überlesen.

Apropos, SPD und CDU: Sollte man nicht lieber andere Fraktionen nach Fernost schicken? Die FDP als selbsternannte Wirtschaftsexperten könnten dort doch ihren propagierten „German Mut“ beweisen. Und die Linken gleich die Arbeitsbedingungen und Menschenrechte überwachen. Vielleicht ja beim nächsten Mal, wenn es dann heißt: Vilnius oder Portsmouth, Hauptsache Frankreich!

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